Aleksy Sobaszek

Alexius (Aleksy) Sobaszek (* 17. August 1895 in Groß Pschygodschitz, Deutsches Reich; † 1. August 1942 in Dachau) war ein polnischer katholischer Priester.

Er gehört zu den 108 polnischen Märtyrern des deutschen Besatzungsregimes 1939–1945, die am 13. Juni 1999 in Warschau von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurden.

Leben

Sobaszek war der Sohn des Postangestellten Lorenz (Wawrzyn) Sobaszek und seiner Frau Katharina (Katarzyna), geb. Szlachta, und wurde auf den Namen Alexius, polnisch Aleksy, getauft.[1] Im Jahr 1914 machte er sein Abitur am Städtischen Gymnasium in der Kreisstadt Ostrowo. Anschließend studierte er Theologie und Philosophie unter anderem in Münster und Freising. In Posen besuchte er das dortige Priesterseminar. Am 5. April 1919 wurde er in der Kathedrale von Gnesen zum Priester geweiht und war bis 1920 zunächst Vikar und später Pfarrer in Wągrowiec in Großpolen. Anschließend wurde er in Pfarreien in Słupy[2] und Trzemeszno sowie in der Pfarrei zur Heiligen Dreifaltigkeit in Gnesen eingesetzt. Darüber hinaus übernahm er in Trzemeszno für ein Jahr die Aufgabe eines Präfekten einer Mittelschule und eines Betreuers eines Jungen-Internats sowie in Gnesen für neun Jahre erneut das Amt des Präfekten des dortigen Lehrerseminars. Zugleich setzte er in diesem Zeitraum sein Studium der Philosophie und Pädagogik an der Adam-Mickiewicz-Universität Posen fort.

Im Jahr 1931 erhielt Sobaszek die Stelle des Pfarrers an der Kirche in Siedlemin (Neusiedel), einem Dorf in der Stadt- und Landgemeinde Jarocin im Kreis Jarociński im Verwaltungsbezirk Großpolen. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Polen und dem damit verbundenen Chaos sowie der allgemeinen Panik im Herbst 1939 floh er zunächst aus der Stadt, kam aber nach zwei Wochen aus Überzeugung wieder zurück und blieb bis 1941 Pfarrer in Siedlemin.

Am 6. Oktober 1941 verhaftete ihn die Gestapo, obwohl er gewarnt worden war und die Gelegenheit gehabt hätte, zu seinem Bruder nach Deutschland zu fliehen. Zusammen mit anderen Priestern kam er ins Fort VII in Posen und am 30. Oktober 1941 mit der Häftlingsnummer 28086 ins Konzentrationslager Dachau, wo er nach zehn Monaten an den Folgen von Zwangsarbeit entkräftet an Hunger und Misshandlungen starb. Seine Lagerbriefe sind erhalten geblieben und geben Zeugnis ab über die grausame Behandlung der Gefangenen, insbesondere der Priester, den Mangel an Kleidung und den dauerhaften Hunger.

Sobaszeks Leichnam wurde im Krematorium des Lagers verbrannt. Ein Porträt von ihm befindet sich in der Galerie von Lehrern und Absolventen des Kompałła-und-Lipski-Lyzeums in Ostrów Wielkopolski.

Gedenken

Sobaszeks Gedenktag in der katholischen Kirche ist der 1. August. Sein nichtgebotener Gedenktag im Erzbistum München und Freising ist – wie bei allen Märtyrern von Dachau – der 12. Juni, der Tag, an dem auch in Polen aller Märtyrer der deutschen Besatzung von 1939 bis 1945 gedacht wird.[3]

Einzelnachweise

  1. Aleksy Sobaszek, Website des Sanktuariums zum Heiligen Josef in Kalisch
  2. Parafia Św. Wita w Słupach (Kujawsko-Pomorskie), Homepage St.-Veits-Gemeinde in Słupy (Woiwodschaft Kujawien-Pommern)
  3. 12 czerwca Błogosławionych 108 męczenników z czasów II wojny światowej. In: brewiarz.katolik.pl. 2. Juni 2024, abgerufen am 19. September 2025 (polnisch).