Alejandra Jáidar

Alejandra Jáidar Matalobos (* 22. März 1937 in Veracruz, Mexiko; † 23. September 1988 in Mexiko-Stadt) war eine mexikanische Physikerin und Hochschullehrerin. Als erste Frau in Mexiko erwarb sie einen Abschluss in Physik. Sie war Professorin an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM) und Koordinatorin und Gründerin der Buchreihe Wissenschaft aus Mexiko.[1][2]

Leben und Werk

Jáidar absolvierte ihre Sekundar- und Vorschulbildung an der Universidad Femenina de México in Mexiko-Stadt. Sie begann im Alter von 17 Jahren, gegen den Willen ihres Vaters, ein Studium der Naturwissenschaften an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko. Ihr Studium schloss sie 1961 bei dem Physiker Marcos Mazari mit einer Forschungsarbeit in experimenteller Kernphysik mit dem Titel Bestimmung der Anregungsenergien leichter Atomkerne und der ersten Zwischenprodukte durch (d, p)- und (d, alpha)-Reaktionen ab. Die experimentellen Arbeiten für ihre Arbeit führte sie am Van-de-Graaff-Generator der Fakultät für Naturwissenschaften durch. Von 1958 bis 1964 war sie Koordinatorin der Physiklabore an der Fakultät für Naturwissenschaften der UNAM und von 1963 bis 1971 dort Professorin. Später wechselte sie als Forscherin an das Institut für Physik und übernahm 1985 die Leitung der Abteilung für Experimentalphysik. Ihr Spezialgebiet war die Anwendung experimenteller kernphysikalischer Techniken als analytische Werkzeuge in verschiedenen Bereichen.[3]

Sie sicherte die Finanzierung für den Bau eines Gebäudes für den Van-de-Graaff-Teilchenbeschleuniger. Der Beschleuniger war von der Rice University in Houston, Texas, gespendet worden, doch der UNAM fehlten die Mittel, um ihn zu installieren und das dazugehörige Gebäude zu errichten. Ihrem Engagement um die Förderung der Zusammenarbeit zwischen privaten Unternehmen und der Universität war es zu verdanken, dass sich die Firma Ingenieros Civiles Asociados am Bau des Gebäudes beteiligte, in dem der Beschleuniger untergebracht ist.[4]

Nachdem sie den Bau des Gebäudes und die Installation der Maschinen miterlebt hatte, konnte sie die Anlage nicht mehr in Betrieb sehen, da sie im September 1988 starb. Der Experimentierraum des Beschleunigers wurde kurz darauf, am 2. Februar 1989, nach ihr benannt.[5]

Das heutige Bibliotheksgebäude des Instituts trägt ebenfalls ihren Namen. Sie sicherte die Finanzierung und einen neuen Standort, erlebte wie bei dem Beschleuniger die Fertigstellung der neuen Bibliothek nicht mehr. Der Rektor legte am 27. Januar 1989 den Grundstein.

Sie veröffentlichte zahlreiche Forschungsartikel und präsentierte in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe des Van-de-Graaff-Labors zahlreiche Beiträge auf nationalen und internationalen Konferenzen. Darüber hinaus setzte sie sich aktiv für die Einwerbung von Fördermitteln aus der Privatwirtschaft ein, um die Infrastruktur des Instituts für Physik auszubauen.

Sie war die redaktionelle Koordinatorin der ersten 64 Bücher der Reihe Wissenschaft aus Mexiko, die wissenschaftliche Bücher in spanischer Sprache veröffentlichte und die vom mexikanischen Kulturfonds (Fondo de Cultura Económica, FCE) gefördert wurde. Bis 1997 wuchs diese Reihe unter dem Namen Wissenschaft für alle auf über 250 Titel zu Physik, Biologie, Mathematik, Medizin und anderen Disziplinen an.[6][7][8]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Compartir el conocimiento científico es divulgarlo. Revista Mexicana de Física 33(3), 1987, S. 374–377.

Literatur

  • Ramos Lara, María de la Paz: Alejandra Jáidar y su contribución a la divulgación científica. Ciencia 59 (4), 2008, S. 78.
  • María Esther Ortiz: Obituario: Alejandra Jáidar, hemos perdido una gran amiga, Boletín de la Sociedad Mexicana de Física, vol. 2, 1988, S. 53 und 80–81.

Einzelnachweise

  1. Ellas dejaron huella en la ciencia en México – elnorte. Abgerufen am 5. Januar 2026 (spanisch).
  2. https://utig.cndh.org.mx/Content/Infografias/2023/Dia_Mujer_13.pdf
  3. SEP: Alejandra Jáidar. Abgerufen am 5. Januar 2026 (spanisch).
  4. SEP: Alejandra Jáidar. Abgerufen am 5. Januar 2026 (spanisch).
  5. Marta Macho Stadler: Alejandra Jáidar, la primera física de México, empeñada en contagiar la ciencia a todo el mundo. 26. Juli 2018, abgerufen am 5. Januar 2026 (spanisch).
  6. Rodrigo: Alejandra Jáidar Matalobos, primera mujer en egresar de la carrera de Física. In: Subsecretaría de Educación Básica. 4. April 2025, abgerufen am 5. Januar 2026 (spanisch).
  7. jose.martinez: Alejandra Jáider Matalobos, pionera en la divulgación científica. In: Quadratín México. 3. April 2025, abgerufen am 5. Januar 2026 (spanisch).
  8. reddmemp: Las 5 mujeres mexicanas que terminaron con los obstáculos en la ciencia - Tercer Planeta. 11. Februar 2022, abgerufen am 5. Januar 2026 (spanisch).