Aleš Vřešťovský z Rýzmburka
Aleš Vřešťovský von Riesenburg (auch Riesenberg, Aleš Vřešťovský; † 4. Juni 1442) war ein böhmischer Adeliger und Hauptmann der Hussiten. In den Jahren 1433 bis 1436 wirkte er als Landesverwalter von Böhmen und Mähren.
Aleš Vřešťovský von Riesenburg entstammte einem ostböhmischen Adelsgeschlecht, das sich nach dem Sitz des Adelsgeschlechts Riesenburg und Vřešťov benannte. Aleš's Großvater war Vojek von Riesenburg, der mit Lucharda von Velký Vřešťov (Bürglitz) drei Söhne hatte: Beneš, Aleš (bzw. Albert) und den zweiten Aleš. Aleš Vřešťovský war der Sohn des ersten oder zweiten Aleš und hatte selbst zwei gleichnamige Söhne. Sein Adelssitz war in Velký Vřešťov (Markt Bürglitz) in der Nähe von Hořice (Horschitz) im Königgrätzer Kreis.
Leben
Bei Beginn der Hussitenkriege schloss sich Aleš Vřešťovský den Utraquisten an und wirkte als Führer der Orebiten. Obwohl er auf der ersten Volksversammlung auf dem Berg Oreb bei Třebechovice (Hohenbruck) noch nicht erwähnt wird, war er einer der Anreger der Versammlung am 25. Juni 1420 auf dem Kunietitzer Berg mit der Absicht, die Stadt Königgrätz, die damals von der königlichen Armee besetzt war, zu erobern. Die Hussiten täuschten vor, das Kloster Podlažice angreifen zu wollen. Stattdessen ermächtigten sie in der Nacht Königgrätz. Am 18. Dezember führte Aleš mit den Orebiten einen Angriff auf das Kloster Opatovice, wo sie einen herben Verlust erlitten. Ende des Jahres 1420 wurde Aleš, zusammen mit einer Hussitendelegation, nach Polen geschickt, wo er mit Vytautas dem Großfürsten von Litauen verhandeln sollte.
Als Jan Žižka 1423 seinen eigenen unabhängigen Hussitenbund aufzubauen begann, gehörte Aleš zu den Orebiten, die sich Žižka anschlossen. Auf der militärischen Ordnung Žižkas ist er als Dritter unter den Anhängern aufgeführt. Nach Žižka's Tod blieb Aleš der Hauptmann der Waisen.
Als Politiker wird Aleš zu den gemäßigten gezählt. Auf der St. Martini Versammlung, die die Erneuerung der Zentralregierung erreichte, wurde er zum Landesverwalter gewählt. Seine Aufträge mussten sowohl alle Hussitenkräfte in Böhmen und Mähren, als auch die Feldtruppen einhalten. Sein Antritt verursachte, dass die Raubzüge der radikalen Hussiten die amtliche Unterstützung verloren. Das Amt des Landesverwalters bekleidete er vom 23. November 1433 bis 14. August 1436. In der Schlacht bei Lipan beteiligte er sich an der Seite der gemäßigten Utraquisten und Katholiken.
Nachdem Sigismund als böhmischer König anerkannt wurde, endete Aleš's Landesverwaltung. Stattdessen wurde er zum Oberstlandschreiber ernannt. 1440 beteiligte er sich an der Wahl des Königs Ladislaus Postumus.
Weblinks
Einzelnachweise