Albrecht Christian von Oheimb
Albrecht Christian von Oheimb (* 4. September 1704 in Helpsen; † 13. Januar 1784 in Rinteln) war ein Hessen-kasselscher Generalleutnant und Amtshauptmann.
Leben
Albrecht Christian von Oheimb entstammte dem westfälisch-schaumburgischen Uradelsgeschlecht Oheimb und war ein Sohn des hessischen Offiziers und Oberforstmeisters Christian Ludwig von Oheimb (1663–1717) und dessen Ehefrau Juliane Christiane von Oheimb auf Ribersfels (1675–1742). Er wurde in der Landgrafschaft Hessen-Kassel im Jahre 1718 Page beim Prinzen Maximilian und kam 1725 in ein Reiterregiment, das unter dem Befehl des Prinzen stand. 1734 wurde er Adjutant des Prinzen und im Jahre 1737 zum Rittmeister befördert. Am 27. Juni 1743 fand die Schlacht bei Dettingen statt. Oheimb kämpfte im Verband der Pragmatischen Armee (Großbritannien, Kurhannover und dem habsburgischen Haus Österreich) gegen die Franzosen. Im Jahr darauf war er wieder im Verband der Pragmatischen Armee bei Kämpfen eingesetzt. Dieses Mal war Preußen und die Bayerische Armee der Gegner im Österreichischen Erbfolgekrieg. 1747 wurde er zum Major befördert und kämpfte in der Pragmatischen Armee gegen das Königreich Frankreich. Am 2. Juli 1747 wurde er in der Schlacht bei Lauffeldt verwundet und geriet in französische Kriegsgefangenschaft. 1748 wurde er entlassen und im Jahr darauf zum Oberstleutnant befördert. 1753 wurde er Oberst und übernahm 1760 als Generalmajor das Kommando über die Gensdarmes. Sein bisheriges Reiterregiment übergab er an Generalleutnant von Einsiedel. Am 26. Juni 1760 folgte die Ernennung zum Generalleutnant[1]. 1765 verabschiedete er sich aus dem Militärdienst und wurde Gouverneur der Festung Rinteln. In dieser Funktion war er für die Verteidigung der Stadt verantwortlich und erhielt am 5. März 1768 den Orden Pour la vertu militaire[2] Oheimb war auch Ritter des Hausordens vom Goldenen Löwen.[3]
Außerdem war er Amtshauptmann in Rodenberg und Sachsenhagen. Er war Herr auf Enzen und Helpsen[4] und ließ um 1760 den Parkhof in der Ritterstraße 23 errichten.[5]
Familie
Er hatte 23 Geschwister, darunter elf Brüder, die später allesamt in militärische Dienste traten.[6] Er war seit 1763 mit Sophia-Friederica Henrietta von Mellin verheiratet. Das Ehepaar lebte auf dem Herrensitz Parkhof, den er um 1765 im Rokokostil errichten ließ. Nach der Geburt von drei Töchtern wünschte er sich einen Sohn als Stammhalter. Er erkrankte schwer und als 1772 wieder ein Mädchen (Moriziana) zur Welt kam, wagte niemand, dem Sterbenden Albrecht das wahre Geschlecht zu sagen. Man teilte ihm mit, es sei ein Junge, der ersehnte männliche Stammhalter. Auf die Frage, wie das Kind heißen sollte, nannte der Gouverneur den Namen Moritz, auf den das Kind in seinem Beisein auch tatsächlich getauft wurde. Als Albrecht sich (wider Erwarten) von seiner schweren Erkrankung erholte, erfuhr er die Wahrheit über seine Tochter, die dann Moritzian genannt wurde und später Anton Christian Börries von Münchhausen (1745–1829) heirate. Sie starb 1803. Ihre ältere Schwester Albertine Sofie Christiane (1765–1788) war mit Adolf Christoph Bernhard von Mengersen (1761–1847) verheiratet.[7][8]
Literatur
- Johann Andreen Hofmanns: Abhandelung von dem vormaligen und heutigen Krigesstaate, 1769. S. 460–464.
Weblinks
- Albrecht Christian von Oheimb. Eintrag bei LAGIS (Digitalisat)
Einzelnachweise
- ↑ Grundlage zur Militär-Geschichte des Landgräflich Hessischen Corps, 1798. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Schaumburger Landschaft; Spurensuche (Digitalisat)
- ↑ Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues preußisches Adelslexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten, 1837. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Museum Eulenburg erwirbt weitere Glasfenster aus der Arensburg ([www.rinteln-aktuell.de/museum-eulenburg-erwirbt-weitere-glasfenster-aus-der-arensburg/ Digitalisat])
- ↑ Zweckverband Touristikzentrum Westliches Weserbergland, Parkhof Ritterstraße 23 (Digitalisat)
- ↑ Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues preußisches Adelslexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten, 1837. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- ↑ Heimatbund der Grafschaft Schaumburg e.V.; Die Eulenburg (Digitalisat)
- ↑ Zweckverband Touristikzentrum Westliches Weserbergland, Parkhof Ritterstraße 23 (Digitalisat)