Albin von Rittersheim
Albin von Rittersheim, eigentlich Albert von Rechtenthal, ab 1918 Albin Rittersheim (1889–1971) war ein österreichischer Kammersänger (Stimmlage Tenor) und Musikpädagoge.
Leben
Der Sänger wurde am 25. November 1889 oder 1890 in Prag geboren.[1] Es gibt nur wenige Belege für sein Wirken. Er trat unter seinem Geburtsnamen in der Spielzeit 1910–11 am Deutschen Theater von Brünn auf und setzte danach seine Ausbildung in Wien und Rom fort. 1912 debütierte er in Olmütz als Albin v. Rittersheim. Diesen Namen führte er während seiner weiteren Karriere, die ihn 1912 nach Czernowitz und 1914 an das Stadttheater Augsburg führte. 1915 wurde er an die Wiener Volksoper verpflichtet, deren Mitglied (mit kurzer Unterbrechung) er bis 1928 blieb. Anfangs war er in eher lyrischen Partien besetzt, etwa als Fenton in den Lustigen Weiber von Windsor, in der Titelpartie von Charles Gounods Faust, als Alfredo in La traviata oder als Hans in der Verkauften Braut.[2] Später zählte er zu jenen Tenören am Haus, die „aus den Besetzungen der Wagner-Opern nicht wegzudenken“ waren,[3] beispielsweise als Tannhäuser, Lohengrin oder Erik im Fliegenden Holländer. Er war heldentenoral auch in Rossini Wilhelm Tell, Meyerbeers Prophet oder in Halévys Jüdin besetzt, weiters als Othello und Radames in Aida.
Das Archiv der Wiener Staatsoper, der vorm. k.k. Hofoper, verzeichnet sechs Auftritte in den Jahren 1916 bis 1928, drei davon als Walther von Stolzing in Wagners Die Meistersinger von Nürnberg. Jeweils einmal sang er den König Gustav III. im Maskenball, den Raoul de Nancy in den Hugenotten und den Cavaradossi in der Tosca.[4]
Am 17. Februar 1918 war er – neben der Geigerin Erika Morini und dem Pianisten Alfred Grünfeld – einer der drei Protagonisten eines Elite-Konzerts im Großen Konzerthaus-Saal.[5] Ebendort sang er am 21. April 1918 im „Letzten Populären Orchesterkonzert“ die Gralserzählung aus dem Lohengrin und das Preislied aus den Meistersingern von Nürnberg[6] sowie am 5. Jänner 1919 bei einem Schiller-Abend mit Werken von Franz Schubert und Felix Weingartner.[7] Verbürgt ist weiters seine Mitwirkung am Zwölften Deutschen Kunst-Abend im Jahre 1919 im Konzerthaus, bei welchem er Lieder von Franz Herburger und Franz Schmutz vortrug,[8] und am ersten Johann-Strauss-Konzert der Wiener Philharmoniker im Musikverein im Jahre 1921, bei welchem er gemeinsam mit Berta Kiurina ein Duett aus dem Zigeunerbaron sang und weiters das Gondellied aus der Nacht in Venedig interpretierte.[9]
Nach 1928 trat er noch als Gast auf und wirkte schließlich als Pädagoge in Wien. Er starb entweder am 26. Februar 1971 oder am 3. März 1971 in Wien.
Weblinks
- Albin Rittersheim im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
- Wien Museum, Fotografie von Ludwig Gutmann
Einzelnachweise
- ↑ Rittersheim, Albin. In: Wienbibliothek im Rathaus. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ In Memoriam-Geburtstage im November 2015. In: onlinemerker.com. 15. November 2015, abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Felix Brachetka: Richard Wagners Werke und die Volksoper. In: Wiener Volksopernfreunde (Hrsg.): Souffleur. Nr. 02/2018. Wien Dezember 2018, S. 15–16 (vof.at [PDF; 3,8 MB; abgerufen am 11. Januar 2026]).
- ↑ Vorstellungen mit Albin von Rittersheim. Suchergebnis. In: Archiv der Wiener Staatsoper. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Elite-Konzert - Wiener Konzerthaus - Fragment. Suchergebnis. In: Österreichische Nationalbibliothek. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ „Sonntag, den 21. April 1918, 4 Uhr nachmittags - Letztes Populäres Orchesterkonzert [...]“. In: Wienbibliothek im Rathaus. Abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Schiller-Abend. In: Wiener Konzerthaus. 5. Januar 1919, abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Zwölfter Deutscher Kunst-Abend. In: Wiener Konzerthaus. 16. April 1919, abgerufen am 11. Januar 2026.
- ↑ Johann-Strauß-Konzert. In: Wiener Philharmoniker. 12. April 1921, abgerufen am 11. Januar 2026.