Albertina Carri
Albertina Carri (* 1973 in Buenos Aires) ist eine argentinische Regisseurin, Autorin und Künstlerin.
Leben
Albertina Carri kam 1973 als jüngstes von drei Geschwistern in Buenos Aires zur Welt. Ihre Eltern wurden im Jahre 1977 unter der damaligen Militärdiktatur entführt und getötet. Die damals vierjährige Albertina kam mit ihren Schwestern bei Verwandten auf dem Land unter und kam erst als Zehnjährige zurück nach Buenos Aires.
Sie studierte Film an der FUC (Fundación Universidad del Cine) und begann währenddessen bei verschiedenen Filmprojekten zu arbeiten. So am Set für De eso no se habla (1993) von María Luisa Bemberg und bei Martín Rejtmann für den Film Silvia Prieto (1999), bei denen sie als Regieassistenz agierte.[1]
Im Jahr 2013 gründete sie das Filmfestival Asterisco in Buenos Aires, welches sich dem internationalen queeren Film widmet.[1]
Werk
Im Jahr 2000 schloss sie ihren ersten selbstproduzierten Film ab, der den Namen No quiero volver a casa trägt. Seitdem hat sie weitere Filme in Spielfilmlänge produziert, Los rubios (2003) ein Dokumentarfilm, Géminis (2005), Urgente (2007) eine Produktion für das argentinische Fernsehen, bei dem sie zusammen mit der Schauspielerin Cristina Banegas Regie führte[1], La rabia (2008), Cuatreros (2017) und Las hijas del fuego (2018) ein feministischer post-pornografischer Film.
Carri bricht mit ihren Filmen die erzählerischen, sozialen, ästhetischen und kommerziellen Konventionen ihrer Gesellschaft und ihrer Zeit.[1] Ein wiederkehrendes Thema in ihren Filmen ist die kritische Darstellung der traditionellen, heteronormativen Kernfamilie. So wird im Film Géminis (2005) eine inzestuöse Beziehung unter Geschwistern thematisiert. Eine Gegenposition zu heterosexuellen Normvorstellungen stellen besonders deutlich ihr mit Barbiepuppen animierter post-pornografischer Film Barbie también puede eStar triste aus dem Jahr 2001 und der Film Las hijas del fuego (2018) dar. Ihr preisgekrönter Spielfilm kam im deutschsprachigen Raum unter dem Titel Die feurigen Schwestern in Kino.[2][3]
Filmografie
Spielfilme
- 2000: No quiero volver a casa
- 2003: Los rubios (Dokumentarfilm)
- 2005: Géminis
- 2007: Urgente (Fernsehproduktion; Co-Regie mit Cristina Banegas)
- 2008: La rabia
- 2017: Cuatreros
- 2018: Las hijas del fuego (Die feurigen Schwestern)
Kurzfilme
- 2001: Barbie también puede eStar triste (Animationskurzfilm)
- 2003: Fama (Fernsehproduktion)
Publikationen
- Los Rubios: cartografía de una película. Ediciones Gráficas Especiales, Buenos Aires 2007, ISBN 978-987-833-724-1.
- mit Juliana Laffitte: Retratos Ciegos. Mansalva, Buenos Aires 2021, ISBN 978-987-05-2477-9.
- Lo que aprendí de las bestias. Literatura Random House, Buenos Aires 2021, ISBN 978-987-769-166-5.
- mit Esther Díaz: Las posesas. Caja Negra, Buenos Aires 2022, ISBN 978-987-48-6232-7.
- Was ich von den Bestien gelernt habe. Übersetzt von Uta Felten. Merve Verlag, Leipzig 2025, ISBN 978-3-96273-089-5.
- Cine vivo. Banda Propia, Santiago de Chile 2025, ISBN 978-956-608-841-7.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ a b c d Laurence Mullaly: Albertina Carri: cineasta de la incomodidad. In: Cinémas d’Amérique latine. Nr. 20, 1. Dezember 2012, ISSN 1267-4397, S. 163–171, doi:10.4000/cinelatino.646 (openedition.org [abgerufen am 22. September 2025]).
- ↑ Die feurigen Schwestern | Film 2018 | Moviepilot. Abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ Mônica Brincalepe Campo: LUCRECIA MARTEL E ALBERTINA CARRI: NARRATIVAS FEMININAS SUBJETIVAS NO NUEVO CINE ARGENTINO (NCA). In: História: Questões & Debates. Band 67, Nr. 1, 2019, ISSN 2447-8261, S. 63–85, doi:10.5380/his.v67i1.63995 (ufpr.br [abgerufen am 22. September 2025]).