Albert von Rhamm

Friedrich Franz Karl Albert von Rhamm (* 7. September 1846 in Helmstedt; † 28. Oktober 1924 in Braunschweig) war ein deutscher Rechtshistoriker, Richter, Mitglied des Braunschweigischen Landtages und Landessyndikus.

Leben

Rhamm entstammte einer Juristenfamilie. Sein Vater Eduard war der letzte Präsident des Obergerichtes Wolfenbüttel, wo Albert von Rhamm bis 1865 das Gymnasium Große Schule besuchte. Anschließend studierte er Jura in Göttingen, Kiel, Berlin und Tübingen. im Dezember 1868 bestand er das Erste Examen. Als Offizier des Braunschweigischen Infanterie-Regiments Nr. 92 nahm er am Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 teil. Sein Zweites Juristisches Examen legte er im Juni 1873 ab und wurde als Assessor Kreisgerichtssekretär in Helmstedt und später Amtsgerichtssekretär c. v. in Schöppenstedt. Ab 1875 arbeitete Rhamm am Wolfenbütteler Kreisgericht, wo er zum Amtsrichter befördert wurde.

Nachdem er bereits Stadtverordneter in Wolfenbüttel war, wurde er von der Bürgerschaft 1882 in den Braunschweigischen Landtag gewählt. Am 27. März 1884 trat er die Nachfolge von Albert von Otto als Landessyndikus an, wozu er einstimmig von der Landesversammlung gewählt wurde. Aufgrund eines fortschreitenden Gehörleidens beantragte Rhamm 1898 seine vorzeitige Pensionierung, die jedoch aufgrund seiner großen Verdienste von der Landesversammlung wiederum einstimmig abgelehnt wurde. Nachdem seine Schwerhörigkeit aber weiter zunahm, ging er schließlich 1908 in den Ruhestand.

Er war Hauptmann der Landwehr. Ihm wurde der Orden Heinrichs des Löwen (Kommandeurkreuz 2. Klasse) verliehen.

Rhamm hatte zahlreiche Ehrenämter inne, so war er im Vorstand des „Vaterländischen Museums“, dem heutigen Braunschweigischen Landesmuseum. Darüber hinaus war er im Landesverein des Roten Kreuzes und Mitglied der Ehrlichen Kleiderseller zu Braunschweig.

Aus der Ehe mit seiner Frau Emma geb. Spies gingen vier Kinder hervor, darunter die Tochter Käthe, verheiratete Buchler, eine bekannte Amateurfotografin des frühen 20. Jahrhunderts. Das Adelsprädikat „von“ hat Albert von Rhamm 1914 wiederaufgenommen.

Werke (Auswahl)

  • Die betrüglichen Goldmacher am Hofe des Herzogs Julius von Braunschweig: nach den Proceßakten. 1883.
  • Hexenglaube und Hexenprocesse, vornämlich in den braunschweigischen Landen. 1882.
  • Die Neuordnung der Regierungsverhältnisse in Braunschweig. 1907.
  • Das Staatsrecht des Herzogtums Braunschweig. Mohr, Tübingen 1908, DNB 362149143.
  • Umriß der braunschweigischen Verfassungsgeschichte. 1907.
  • Verfassungsgesetze des Herzogtums Braunschweig. 1900.

Literatur

  • F. W. Müller: In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8, S. 484f.
  • U. Wahnschaffe und P. Zimmermann (Bearb.): Album des Herzoglichen Gymnasiums (der Herzoglichen Grossen Schule) zu Wolfenbüttel 1801–1903. Zweite Ausgabe, Wolfenbüttel 1903, S. 84–85.