Albert Zimmermann (Philosophiehistoriker)

Albert Zimmermann (* 5. Juni 1928 in Bergheim; † 14. Dezember 2017) war ein deutscher Philosophiehistoriker und Professor für Philosophie in Köln.

Leben

Albert Zimmermann, geboren als Sohn von Magda Zimmermann, geborener Brückmann, und des Gymnasialoberlehrers Josef Zimmermann in Bergheim an der Erft, studierte in Bonn und Köln für das Lehramt am Gymnasium in den Fächern Mathematik, Physik und Philosophie. Seine Staatsexamina absolvierte er 1952 und 1954. Von 1952 bis 1957 war er in Köln als Studienassessor tätig und wurde bei Josef Koch über den mittelalterlichen Philosophen Siger von Brabant 1955 zum Dr. phil. promoviert. 1957 bis 1960 erhielt er ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Er war katholisch und ab 1960 mit Ingrid Zimmermann verheiratet. Von 1960 bis 1964 war er im höheren Schuldienst tätig. 1961 habilitierte er sich in Köln nach Studien in Cambridge, Oxford und Paris mit der Schrift Ontologie oder Metaphysik. Die Diskussion über den Gegenstand der Metaphysik im 13. und 14. Jahrhundert und begann seine Lehrtätigkeit als Privatdozent. 1964 wurde er Wissenschaftlicher Rat und Professor in Köln. 1966 nahm er den Ruf der Pädagogischen Hochschule Westfalen-Lippe auf eine ordentliche Professur für Philosophie in Siegen an.[1]

Albert Zimmermann erhielt 1967 einen Ruf auf eine ordentliche Professur für Philosophie an der Universität zu Köln und war dort 1967 bis 1993 Direktor des Thomas-Instituts und wirkte als Ordinarius mit dem Arbeitsgebiet Philosophie des Mittelalters am Philosophischen Seminar. Von 1977 bis 1979 war er Dekan der Philosophischen Fakultät.[2] 1993 wurde er emeritiert.

Im Jahr 1978 wurde er zudem Direktor der „Averrois opera“ der Union Académique International (UAI) und Leiter der Averroes Latinus-Arbeitsstelle der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. Zimmermann war von 1992 bis 1997 Präsident der Société Internationale pour l’Étude de la Philosophie Médiévale (SIEPM).[2] Seit 1999 war er Mitglied der Päpstlichen Akademie des hl. Thomas von Aquin.[3]

Sein Hauptlehr- und Forschungswirken umfasste die Naturphilosophie und die Metaphysik des 13. und 14. Jahrhunderts. Für seine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Philosophie des Thomas von Aquin wurde er mehrfach ausgezeichnet.[2]

Albert Zimmermann engagierte sich für zahlreiche Sozialprojekte im Heiligen Land. 1984 wurde er von Kardinal-Großmeister Maximilien de Fürstenberg zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 19. Mai 1984 im Würzburger Dom durch Franz Hengsbach, Großprior der deutschen Statthalterei, in den Päpstlichen Laienorden investiert. Er war Mitglied im Deutschen Verein vom Heiligen Lande.

Ehrungen und Auszeichnungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Ontologie oder Metaphysik? 1965.
  • Ein Kommentar zur Physik des Aristoteles aus der Pariser Artistenfakulät. 1968.
  • als Hrsg. mit Ingrid Craemer-Ruegenberg und Gudrun Vuillemin-Diem: Orientalische Kultur und europäisches Mittelalter. Berlin / New York 1985 (= Miscellanea Mediaevalia. Band 17).

Literatur

  • Zimmermann, Albert. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1387.

Einzelnachweise

  1. Albert Zimmermann, Frommann-Holzboog Verlag, abgerufen am 13. Mai 2018.
  2. a b c M. Eymen Khamassi: In memoriam Prof. Dr. Albert Zimmermann, Thomas-Institut, abgerufen am 13. Mai 2018.
  3. Albert Zimmermann, Vatikan, abgerufen am 13. Mai 2018.