Albert Lambert (Widerstandskämpfer)

Albert Jean Joseph Lambert (* 29. November 1893 in Namur; † 31. Oktober 1942 in Schaerbeek) Hauptmann der Artillerie, Invalide des Ersten Weltkriegs, Agent im belgischen Geheimdienst, war im Zweiten Weltkrieg ein belgischer Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische, deutsche Besatzungsmacht. Seine Muttersprache war Französisch.

Widerstand

Am 18. Mai 1940 besetzte die deutsche Wehrmacht im Rahmen des Überfalls auf Belgien, kampflos Brüssel und der belgische König Leopold III. unterzeichnete die Kapitulation der belgischen Armee. Es bildeten sich mehrere Widerstandsgruppen heraus, darunter auch die Belgische Legion (Légion Belge)[1], die anfangs mit 400 Mitgliedern in Löwen und Umgebung tätig wurde. Lambert schloss sich dieser Gruppe an, wurde einer ihrer Kommandanten, führte im Untergrund den Geheimdienst weiter und unterstützte die geheime Presse.[2]

Verhaftungen und Hinrichtung

Lambert floh nach dem Einmarsch der Deutschen nach Frankreich, kehrte zurück und wurde im August 1940 in der Garnisonsstadt Leopoldsburg interniert. Nach seiner Freilassung kehrte er zu seinem Wohnsitz in Löwen zurück und wurde dort am 24. Februar 1942 verhaftet, im Gefängnis Gefängnis Saint-Gilles in Brüssel inhaftiert, vom deutschen Kriegsgericht[3] am 8. September 1942 wegen Spionage, Feindbegünstigung und Verbreitung von Propaganda zum Tode verurteilt und am 31. Oktober 1942, 9 Uhr, auf dem nationalen Schießplatz (Tir nationale)[4] in Schaerbeek erschossen[2], sein Grab ist unbekannt.

Auszeichnungen

Er wurde posthum mit dem Leopoldsorden ausgezeichnet.[2]

Gedenken

Für ihn steht ein Epitaph (Gedenkkreuz) auf dem für Widerstandskämpfer angelegten „Geheimen Friedhof“ in Hechtel.[5] Er war verheiratet mit Berthe Burniat und hatte einen Sohn. Im Abschiedsbrief an seine Frau, verfasst um 6.15 Uhr, kurz vor seiner Hinrichtung am 31. Oktober, hofft er auf eine bessere Welt, „wo die Menschen keine wilden, nach Blut und Mord dürstenden Tiere mehr sein werden.“[2]

Literatur

  • Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 33–35.

Einzelnachweise

  1. Gegründet 1940, ab 1942 als Armée de la Belgique von der belgischen Exilregierung geleitet, ab 1944 unter dem Namen Armée secrète mit bis zu 45000 Anhängern.
  2. a b c d Lettere di condannati, Seite 33–35, siehe Literatur.
  3. Es war die Oberfeldkommandantur (OFK) 672, die für die Rechtsprechung in Brüssel zuständig war und dem NS-Militärjustizsystem unterstand.
  4. Während der deutschen Besatzung wurde ein Teil des Territoriums für Hinrichtungen und Bestattungen benutzt, heute Gedenkstätte.
  5. Gedenkstätte in Hechtel mit weiteren Information auf hechtel-eksel.be