Albert Grégoire
Albert Grégoire (* 9. Mai 1865 in Perl; † 6. Dezember 1949 in Saarbrücken) war Jurist und Mitglied des Deutschen Reichstags.
Leben
Grégoire wurde als Sohn von französisch-lothringischen Eltern in Perl (Rheinprovinz), im französisch-preußisch-luxemburgischen Dreiländereck geboren. Er war römisch-katholischer Konfession. Er absolvierte 1884 das Lyceum in Metz und studierte Rechtswissenschaften von 1884 bis 1886 in Heidelberg und bis 1888 in Berlin. In Heidelberg wurde er 1885 Mitglied des Corps Suevia. 1888 bestand er das Referendarexamen und 1893 das Assessorexamen in Colmar. 1889/90 diente er als Einjähriger beim 13. Dragoner-Regiment in Metz, wurde bei demselben Regiment Reserveoffizier und war dann Oberleutnant der Landwehr-Kavallerie. Im Januar 1894 ließ er sich als Rechtsanwalt in Metz nieder. 1913 erhielt er den Titel eines Justizrats.
Bei der Reichstagswahl 1907 setzte er sich im ersten Wahlgang mit 12.919 Stimmen knapp gegen Roger Joseph Foret (12.693 Stimmen) durch.[1] Von 1907 bis 1912 war Grégoire als Liberaler und unabhängiger lothringischer Abgeordneter Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Reichsland Elsaß-Lothringen 14 (Metz).[2] Im Reichstag war er Hospitant der nationalliberalen Fraktion. Er nahm an den Debatten um die geplante Verfassung für das Reichsland Elsaß-Lothringen teil. Er unterstützte dabei auch einen Vorschlag von Reichskanzler Bethmann Hollweg. Dafür und für sein Zusammengehen mit den Nationalliberalen wurde er in seinem Wahlkreis stark kritisiert, weshalb er bei der Reichstagswahl 1912 auf eine erneute Kandidatur verzichtete.[3]
Von 1912 bis 1918 war er Vizepräsident der I. Kammer für Elsass-Lothringen. Danach führte er eine Rechtsanwaltskanzlei in Diedenhofen.
Literatur
- Regierung und Landtag von Elsaß-Lothringen 1911–1916. Biographisch-statistisches Handbuch. Mühlhausen 1911, Seite 148
- Armin Danco: Das Gelbbuch des Corps Suevia zu Heidelberg, 3. Auflage (Mitglieder 1810–1985), Heidelberg 1985, Nr. 739
- W. Hoffmeister: Bekannte Persönlichkeiten bei Suevia. In: Beiträge zur Geschichte des Corps Suevia zu Heidelberg und zur Zeitgeschichte. Heidelberg 2010, S. 317
Weblinks
- Albert Grégoire in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
- Biografie von Albert Gregoire. In: Heinrich Best: Datenbank der Abgeordneten der Reichstage des Kaiserreichs 1867/71 bis 1918 (Biorab – Kaiserreich)
Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Jahrbuch für Elsass-Lothringen 1909, Seite 276
- ↑ Carl-Wilhelm Reibel: Handbuch der Reichstagswahlen 1890–1918. Bündnisse, Ergebnisse, Kandidaten (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 15). Halbband 2, Droste, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-7700-5284-4, S. 1548–1555.
- ↑ François Roth: Le personnel politique de la Lorraine pendant l’annexion à l’empire Allemand 1871-1918 De la France vers l‘Allemagne - De l’Allemagne vers la France. Themenportal Europäische Geschichte, 2007, abgerufen am 13. Januar 2026 (französisch).