Albert Decker (Jurist)
Albert Decker (* 1. Oktober 1883 in Klingenmünster; † 10. Dezember 1967 in München) war ein deutscher Jurist und Heimatforscher.[1]
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung 1902 in Landau in der Pfalz studierte Albert Decker Rechtswissenschaft an der Universität München und der Universität Berlin. Nach dem Abschluss seines Studiums trat er als Jurist in den Staatsdienst ein und war zunächst ab 1909 Mitarbeiter im Bayerischen Innenministerium. Seit 1912 war er als Regierungsrat im Bezirksamt Landau tätig. Im Jahre 1918 wechselte er wieder nach München und zwar in das Bayerische Kultusministerium. Hier war er bis zu seiner Zwangspensionierung 1941 als Ministerialrat in der Hochschulabteilung tätig. Die Entlassung hing vor allem mit seiner Unterstützung der Freiheit der Wissenschaft zusammen. Im Mai 1945 wurde er rehabilitiert und war kurze Zeit wieder im Kultusministerium als Ministerialdirektor tätig. 1945 wurde Decker Senatspräsident beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof und war zugleich stellvertretender Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichts. Im Jahre 1952 verlieh ihm die Universität München zur Würdigung seiner unbeugsamen Haltung im Dritten Reich und zur Anerkennung seiner regionalhistorischen Arbeiten den Titel eines Dr. jur. h.c. 1953 erhielt er das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 1959 den Bayerischen Verdienstorden.
Seine Heimatgemeinde Klingenmünster verlieh Decker die Ehrenbürgerwürde.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die Waldgenossenschaften der pfälzischen Haingeraiden, eine Schöpfung Dagoberts I. (622–628). In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Bd. 15 (1949), H. 1, S. 110–124.
- Der Magdalenenhof bei Klingenmünster und seine früheren Nachbarhöfe. In: Pfälzer Heimat, Jg. 1 (1950), S. 21–26 u. S. 51–56.
- Die Benediktinerabtei Klingenmünster von der Merowinger- bis zur Stauferzeit. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte, Bd. 2 (1950), S. 9–87.
- Die Gründungszeit des Benediktinerklosters Weißenburg im Elsaß. In: Historisches Jahrbuch, Bd. 70 (1951), S. 42–52.
- Reformation, Säkularisation und Wiedereinführung des katholischen Kultus im ehemaligen Klingenmünster. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte, Bd. 10 (1958), S. 112–164.
Literatur
- Erich Hehr: Albert Decker und Klingenmünster (= Pfälzische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Speyer, Bd. 71). Speyer 1983.
Einzelnachweise
- ↑ Albert Decker. In: Viktor Carl: Lexikon Pfälzer Persönlichkeiten. 3. überarb. Aufl., Hennig, Edenkoben 2004, S. 155, ISBN 3-9804668-5-X (mit biografischen Daten u. Foto).