Albert Alexander Hermann Hauff
Albert Alexander Hermann Hauff (* 11. Mai 1877 in Riga, Gouvernement Livland, Russisches Kaiserreich; † 1930) war ein deutscher Unternehmer, Buchhändler und Filmproduzent in Berlin.
Leben und Wirken
Der Vater Albert Hauff (1838–1904) stammte aus Tübingen in Württemberg und führte seit 1862 eine Buchhandlung in Riga. Er heiratete dort Lilly Scheinpflug, ihre ältere Tochter Lilly Hauff (1876–1948) wurde später Pädagogin und Frauenrechtlerin. Die Familie siedelte 1885 nach Wilmersdorf bei Berlin über, wo der Vater ein Übersetzerbüro führte und viele literarische Übertragungen anfertigen ließ. Albert Hauff legte 1898 das Abitur ab.[1] Danach studierte er Staatswissenschaften (Cameralia) in Berlin und Tübingen und promovierte 1905 in Erlangen zum Dr. phil.
Albert Hauff hatte bereits 1896 eine selbsttätige Feuerwaffe patentieren lassen.[2] 1904 stellte er auf der Weltausstellung in St. Louis einen Rechenapparat von Lamey vor.[3] Im selben Jahr gründete er eine Buchhandlung in Halensee bei Berlin und versuchte vergeblich, dazu auch einen Verlag aufzubauen.[4][5] 1905 war er außerdem kurzzeitig Direktor der Zigarren- und Zigarettenfabrik Cigaroma.[6] Von 1906 bis 1908 vertrieb er eine Rechenmaschine Union von Jefrem Ugrich und bewarb diese in mehreren deutschen Zeitschriften sowie in mindestens einer in Frankreich und Russland.[7][8][9] 1907 gründete er ein Export- und Versandgeschäft Dr. Albert Hauff. Seit 1909 bestand seine Buchhandlung am Kurfürstendamm 137 in Wilmersdorf an neuer Adresse. Um 1921 gab Alexander Hauff seine Buchhandlung auf. 1922 vertrieb er wieder eine Rechenmaschine und ließ 1923 eine patentieren.
Seit 1926 produzierte er in seinem Lehrfilmverlag Dr. Albert Hauff mindestens sechzehn Kurzdokumentarfilme, vor allem aus der industriellen Konfektionsherstellung. 1927 wurde sein früheres Exportgeschäft auf Antrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) wegen längerer Untätigkeit von Amts wegen gelöscht. Von Oktober 1929 ist seine letzte Filmpremiere bekannt. 1930 starb er im Alter von etwa 54 Jahren.
Werke
Publikationen
- Beiträge zur Wehrsteuer, Berlin 1905, Dissertation (Digitalisat)
Filme
(Es ist jeweils das Jahr der Uraufführung angegeben, die Filmaufnahmen fanden teilweise schon im vorherigen Jahr statt.)
- 1926 Die Hutfabrikation, erste feststellbare Produktion
- 1926 Wollgarnspinnerei
- 1926 Wollgarnstrickerei
- 1927 Die Herrenwäsche-Fabrikation
- 1927 Handarbeit im Großbetrieb
- 1927 Rokoko-Sportwolle, die Mode der Neuzeit
- 1927 Die Geburt des Hundes
- 1927 Die Kunst des Plättens
- 1927 Von der Kunst des Kochens
- 1928 Fleißige Hände im Dienst der Mode
- 1928 Wie entsteht ein Kleid in der Maßwerkstatt?
- 1928 Wollflocken, des Filzes Urbeginn
- 1928 Wie der Filzhut seine Form und Festigkeit gewinnt
- 1928 Der Glanz des Filzhutes
- 1928 Der Arbeitstag der Bauernfrau[10]
- 1929 Goldener Alltag
Weblinks
- Die Scheibenkolonnenaddierer von Ugrich und Hauff Wilfried Denz (PDF; 4,6 MB), S. 6, 14, 36, mit detaillierten biographischen Angaben
- Dr. Albert Hauff Filmportal
Einzelnachweise
- ↑ Albert Hauff, Beiträge zur Wehrsteuer, Berlin 1905, Dissertation, [S. 68], mit Lebenslauf
- ↑ Kaiserliches Patentamt (Hrsg.), Auszüge aus den Patentschriften, XIX, 1898, S. 316, Klasse 72, Nr. 96757, mit Beschreibung und Abbildungen
- ↑ Theodor Lewald (Hrsg.), Weltausstellung in St. Louis 1904. Amtlicher Katalog. Die Ausstellungen des Deutschen Reichs, 1904, S. 395 Nr. 886
- ↑ Deutsche Literaturzeitung, vom 21. Mai 1904, Sp. 1271; Die Verlagsbuchhandlung Dr. Albert Hauff (...) erwirbt spannend und gut geschriebene, noch nirgends gedruckte, decente deutsche Originalromane und Übersetzungen; (es sind aber keine Veröffentlichungen von diesem Verlag in bibliographischen Verzeichnissen feststellbar)
- ↑ Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, vom 20. Juli 1911, S. 8437 (rechte Spalte oben), Das Verlagsrecht spannender, im Zeitungsfeuilleton veröffentlichter Romane ist für die Buchausgabe zu verkaufen
- ↑ Die Scheibenkolonnenaddierer von Ugrich und Hauff, Winfried Dentz, 2021, S. 6, 36 (PDF), mit detaillierten biographischen Angaben, vor allem nach den jährlichen Adressbucheinträgen und dem Handelsregister
- ↑ Addierscheibe Union Rechnerlexikon, mit vielen Details und neueren Literaturangaben; Jefrem Ugrich hatte dieses Modell (wie auch schon mehrere vorherige) entwickelt, Albert Hauff vertrieb es für einige Zeit
- ↑ Die Scheibenkolonnenaddierer von Ugrich und Hauff, S. 14 (PDF; 4,6 MB), mit Details und mehreren Abbildungen von Annoncen, zum Beispiel in Simplicissimus vom 25. November 1907, S. 570 (oben), auch in Die fliegenden Blätter
- ↑ Alfred Waize, Die Welt der Rechenmaschinen, 1999, S. 122, mit kurzer Erwähnung, für 1907, auch in weiterer neuerer Literatur über die Geschichte der Rechenmaschinen
- ↑ Lichtbild-Bühne, 22, 1922, S. 22 (Auszug), mit kurzen Angaben