Albanuskirche (Aich)
Die evangelische Albanuskirche steht in Aich, einem Ortsteil der Stadt Aichtal im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Die Kirche ist Alban von Mainz gewidmet. Die Kirchengemeinde Aich-Neuenhaus gehört zum Kirchenbezirk Nürtingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Geschichte
Bereits im 12./13. Jahrhundert bestand eine Grabkapelle mit eingezogenem Rechteck-Chor als Vorgängerbau. 1449 brannte die Kapelle bei einem Großbrand, dem der ganze Ort zum Opfer fiel, ab. Um 1452 wurde die Kirche größer wieder aufgebaut. 1619/20 wurde die Kirche im nordöstlichen Teil erweitert und der Kirchturm angebaut. 1870/71 erfolgte eine Außen- und Innenerneuerung. Umfangreiche Umbau-, Erweiterungs- und Renovierungsarbeiten durch Architekt Heinz Klatte fanden 1963/64 statt: Die Kirche wurde nach Norden erweitert und die Orgelempore und die Längsempore an der Nordwand wurden abgebaut. An der Westseite sowie im erweiterten Bereich nach Norden wurden neue Emporen eingebaut. Kanzel und Altar wurden erneuert und neu angeordnet. Weitere Renovierungs- und Umbauarbeiten erfolgten 1970/71 und 1996/97. Architekt Lothar Graner sanierte 2003-06 den Turm und das Dach im Rahmen einer umfangreichen Innen- und Außenrenovierung.[1][2] 2011 wurden weitere Maßnahmen notwendig.
Ausstattung
Beim Wiederaufbau und der Erweiterung der Kirche Mitte des 15. Jahrhunderts erhielt sie als Wandmalerei einen Passionszyklus. Bei der Sanierung im Jahr 1964 wurde die Nordwand des Kirchenschiffes für eine Erweiterung entfernt und die dort aufgefundenen Malereien mit dem Putzträger auf die Chornordwand appliziert. In zwei übereinanderliegenden Streifen wird bzw. wurde in je fünf Bildern die Leidensgeschichte Christi erzählt, unterteilt durch einen großartigen Blumenfries zwischen den Bilderstreifen. Von West nach Ost folgen einander im oberen Streifen der Einzug in Jerusalem, zwei zerstörte Bilder (Heiliges Abendmahl?), die Ölbergszene und der Judaskuss. Im unteren Streifen sind über einer später eingebrochenen Tür im ersten Bild nur noch vier Köpfe erhalten; das folgende ist bis auf zwei Köpfe zerstört (Hoher Priester, Geißelung, Pilatus?). Die Kreuztragung Christi, Kreuzigung und Beweinung sind noch erhalten.[3][4]
Auffallend aus der nachreformatorischen Zeit (1621) sind Rollwerke um Fenster und Türen sowie architektonische Malerei.
Um 1870 erhielt die Kirche eine Orgel der Firma Goll aus Kirchheim/Teck und 1950 neue Glocken mit den Tönen A, H und Cis. 1930 wurde auf der Südseite ein Kirchenfenster von Adolf Saile sen. mit dem Motiv des Sämanns eingebaut, eine Stiftung der Familie Reiff (Werkstatt: V. Saile, Stuttgart). Gudrun Müsse-Florin schuf 1963 drei Chorfenster (links: Verlorener Sohn; Mitte: Jesu Versuchung, Gethsemane mit Engel und Judas, der Gekreuzigte und die Masse; rechts: törichte und kluge Jungfrauen).[5] 1966 erhielt die Albanskirche eine neue Orgel, die von der Firma Friedrich Weigle aus Echterdingen gebaut wurde.
Literatur
- Walter Wezel: Informationen zur Albanuskirche Aich; Hg. Evangelische Kirchengemeinde Aich, 2007
Weblinks
- Informationen zur Kirche auf kirchbau.de
- Informationen zur Baugeschichte der Kirche in einer Sonderausgabe des Gemeindebriefes vom März 2013
- Informationen zur Kirche auf kirchen-online.com
Einzelnachweise
- ↑ Günter Eckstein; Andreas Stiene: Risse in der evangelischen Kirche von Aich - bauhistorische Untersuchung, Verformungsanalyse und Maßnahmen zur Bestandssicherung; in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg; Stuttgart, Bd. 33 (2004), Heft 2, S. 88–100
- ↑ Günter Eckstein: Wie steht es um die evangelische Albanuskirche in Aich? - messtechnische Baubeobachtungen und Verformungsanalyse; in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg; Stuttgart, Bd. 37 (2008), Heft 1, S. 51–53
- ↑ https://kirchenwandmalereien.de/html/a.html#Aich
- ↑ Bilder Wandmalerei: Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=%22aich%20kreis%20esslingen%22%20&index=obj-all
- ↑ Gudrun Müsse-Florin: Die Albanuskirche, abgerufen am 6. Oktober 2025
Koordinaten: 48° 37′ 22,8″ N, 9° 14′ 13,2″ O