al-Mutawakkil I.

Al-Mutawakkil I. (arabisch أبو عبد الله محمد بن المعتضد المتوكل على الله, DMG Abū ʿAbd Allāh Muḥammad b. al-Muʿtaḍid al-Mutawakkil ʿalā llāh; † 9. Januar 1406) war der siebte Kalif aus dem Haus der Abbasiden in Kairo, der von 1362 bis 1383 und dann wieder von 1389 bis 1406 amtierte.

Er war der Enkel von al-Mustakfi I. und Sohn des al-Mu'tadid I. 1362 übernahm al-Mutawakkil II. das Kalifenamt unter dem Mamluken-Sultan al-Mansur Muhammad II. Als Kalif war er völlig machtlos. Eigentlicher Machthaber war aber auch nicht der Sultan, sondern der mächtige Emir Yalbugha, der 1363 al-Aschraf Schaban († 1377) als neuen Sultan einsetzte. Yalbugha wurde allerdings 1366 von einem seiner eigenen Mamluken, der die brutale Behandlung durch seinen Herrn nicht länger ertragen wollte, umgebracht.[1] Nach der Ermordung Sultan al-Aschraf Schabans im März 1377 folgte der jugendliche al-Mansur Ali II. († 1381), der vorletzte Sultan der Bahri-Dynastie. Kurzzeitig war al-Mu'tasim im Amt des Kalifen, aber al-Mutawakkil I. war noch im selben Jahr wieder im Amt. Nach dem Tod von Sultan Al-Mansur Ali II. († 1381) folgte as-Salih Haddschi II.

Mit der Regierung von Sultan Barqūq (1382–1399) endete die lange äußere Friedensperiode des Reichs, als Timur Lenk Persien und den Irak eroberte und auch Syrien angriff. Von Sultan Barqūq wurde Al-Mutawakkil I. 1383 abgesetzt. Im Jahr 1389 kam es unter der Führung der Statthalter von Malatiya in Ostanatolien und Aleppo, d. h. der Emire Mintasch und Yalbugha,[2] zu einem Aufstand syrischer Gouverneure. Unterstützt von arabischen Theologen wollten einige dieser Mamluken den Abbasiden wieder alle geistliche und weltliche Macht überantworten und al-Mutawakkil I. als Kalif und Sultan einsetzen. Nach der siegreichen Rückkehr Sultan Barqūqs am 1. Februar 1390 nach Kairo wurde al-Mutawakkil I. in seinem Amt als Kalif bestätigt, al-Mu'tasim starb 1389.[3]

Al-Mutawakkil I. starb wiederum im Jahr 1406 während der Regierungszeit von Sultan Faradsch (1399–1412). Sein Nachfolger als Kalif wurde nach seinem Tod al-Mustain, der 1412 kurzzeitig die geistliche und weltliche Macht in Ägypten vereinigte.

Einzelnachweise

  1. Robert Irwin: The Middle East in the Middle Ages. The Early Mamluk Sultanate 1250–1382. ACLS History E Book Project, New York NY 2008, ISBN 978-1-59740-466-2, S. 144–149. (englisch)
  2. Letzterer ist nicht zu verwechseln mit Yalbugha († 1366), dem unter den Sultanen an-Nasir al-Hasan, al-Mansur Muhammad II. und al-Aschraf Schaban nahezu allmächtigen Oberbefehlshaber der Armee.
  3. Cihan Yüksel Muslu (2014): The Ottomans and the Mamluks. Imperial Diplomacy and Warfare in the Islamic World. I.B. Tauris & Co. Ltd., London & New York, S. 158. (englisch)