Aischylos von Rhodos

Aischylos von Rhodos (altgriechisch Αισχύλος) war ein im späten 4. Jahrhundert v. Chr. lebender, zunächst im Dienst Alexanders des Großen, dann verschiedener Diadochen stehender Diplomat und Militär.

Leben

Zuerst ist Aischylos von Rhodos für Anfang 331 v. Chr. bezeugt, als Alexander ihn bei seinem Ägypten-Aufenthalt in Memphis zusammen mit Ephippos, Sohn des Chalkideus, zum „Aufseher“ (griechisch Episkopos) der im Nilland als Teil der makedonischen Besatzungsarmee zurückgelassenen Söldner ernannte. Letztere waren vielleicht jene Krieger, die Amyntas mit nach Ägypten gebracht hatte.[1]

Der hier behandelte Aischylos ist wohl identisch mit dem gleichnamigen Admiral, der 319 v. Chr. als Unterstützer Polyperchons mit vier Schiffen von Kilikien nach Ephesos segelte, um von dort aus 600 an Bord befindliche Talente Silber nach Makedonien zu überführen. Doch der Diadoche Antigonos Monophthalmos konfiszierte in Ephesos die wertvolle Fracht, um damit seine eigenen Söldner zu bezahlen.[2] Offensichtlich stellte sich Aischylos nun in den Dienst des Antigonos und ging 313 v. Chr. als dessen Gesandter zur Aufnahme von Verhandlungen zu Kassander. Damals trafen die beiden Diadochen zum Abschluss eines Friedens zusammen, konnten sich aber nicht einigen.[3] Zwei Jahre später, 311 v. Chr., begab sich Aischylos im Auftrag des Antigonos zur Führung von Gesprächen zum ägyptischen König Ptolemaios I. Alle diese Verhandlungen führten schließlich im gleichen Jahr zum Diadochenfrieden.[4] Das spätere Schicksal und Todesdatum von Aischylos ist unbekannt.

Literatur

Anmerkungen

  1. Arrian, Anabasis 3, 5, 3; Quintus Curtius Rufus, Historiae Alexandri Magni Macedonis 4, 8, 4; dazu Werner Huß: Ägypten in hellenistischer Zeit 332–30 v. Chr. Beck, München 2001, ISBN 3-406-47154-4, S. 74, Anm. 24.
  2. Diodor, Bibliothḗkē historikḗ 18, 52, 7.
  3. Diodor, Bibliothḗkē historikḗ 19, 75, 6; dazu Paul Schoch: Aischylos 12a). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Supplementband IV, Stuttgart 1924, Sp. 12.Vorlage:RE: Ungültige Bandnummer.
  4. Wilhelm Dittenberger, Orientis Graeci inscriptiones selectae (OGIS), Leipzig 1903-05, Bd. 1, Nr. 5, Z. 5 und 48.