Aimé Barraud

Aimé Barraud (* 14. März 1902 in La Chaux-de-Fonds; † 14. Februar 1954 in Neuenburg, Schweiz) war ein Schweizer Maler, der der Neuen Sachlichkeit zugeordnet wird.

Werdegang

Aimé Barraud und seine fünf Brüder und eine Schwester, darunter die späteren Maler Maurice (1889–1954), Charles (* 1897), François Émile (1899–1934) und Aurele (* 1903), wurden vor und nach der Jahrhundertwende in La Chaux-de-Fonds in eine Umgebung geboren, die vom Kunsthandwerk geprägt war. Vater, Mutter und auch der Großvater mütterlicherseits arbeiteten als Graveure und entwarfen Dekorationen für die Metallgehäuse von Taschenuhren. Handwerkliche Präzision und der Sinn für das Dekorative wurden in der Familie gepflegt. Aimé Barraud besuchte schon früh Abendkurse an der École d'Art in La Chaux-de-Fonds, der örtlichen Kunstgewerbeschule. Tagsüber arbeitete er in Neben- und Gelegenheitsjobs, um das karge Einkommen der Familie aufbessern zu helfen. 1917 stellte er das erste Mal gemeinsam mit seinen Geschwistern in den elterlichen Räumlichkeiten aus. Mit seinem Bruder François Émile ging er zunächst nach Reims, später nach Paris. In Paris arbeitete er im Betrieb eines Malermeisters und stellte nebenher gelegentlich seine Bilder aus. Dabei konnte er 1926 bei einer Ausstellung in der Galerie Fabre seinen künstlerischen Durchbruch feiern.[1] Von nun an stellte er regelmäßig in Frankreich und der Schweiz aus und unternahm mehrere Studienreisen durch Europa. 1938 ließ er sich mit seiner Frau Sabine in Neuenburg nieder. Einige Jahre später wurde er dort von einem Mäzen gefördert. 1950 stellte er in der Galerie Bernheim in Paris aus.[2]

Barraud beschränkte sich auf einen kleinen Kreis von Themen. Er schuf vornehmlich Porträts, darunter Selbstbildnisse sowie Doppelbildnisse von sich und seiner Frau, Aktdarstellungen, ferner Stillleben und vereinzelt Landschaften. Neben Ölgemälden schuf er auch viele Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken. Durch genaue Zeichnung, feinen Pinselstrich und klare, glatt aufgetragene Farben erzielte er einen hohen Grad von Realismus.

Literatur

  • Gérald Comtesse: Aimé Barraud. Deutsch von Markus Hediger. Collection Artistes neuchâtelois revisités. Éditions Gilles Attinger, Hauterive 2002, ISBN 2-88256-138-5.

Belege

  1. Sold at Auction: Aimé Barraud, BARRAUD, AIMÉ VICTOR: "Stehendes Modell vor Staffelei". Abgerufen am 12. Oktober 2025 (englisch).
  2. Sold at Auction: Aimé Barraud, AIMÉ BARRAUD (1902 La Chaux-de-Fonds - 1954 Neuenburg/Schweiz). Abgerufen am 12. Oktober 2025 (englisch).