Ahmad Karamanli

Ahmad oder Ahmed Karamanli (* 1686; † 1745 auch Ahmad Qaramanli) war ein osmanischer Beamter und Janitschar. Er begründete gründete die Karamanli-Dynastie (1711–1835) von Tripolitanien im heutigen Libyen. Er regierte nach seiner Machtergreifung zwischen 1711 und 1745 als Ahmad I. Pascha von Tripolitanien.[1]

Laufbahn

Karamanli gehörte den Kuloğulları an, wie man die Abkömmlinge nannte, die aus der Verbindung von in den Kernländern des osmanischen Reichs (Anatolien und Rumelien) rekrutierten Janitscharen mit einheimischen nordafrikanischen Frauen hervorgingen. Als Kavallerieoffizier erlangte er Ansehen und er übernahm 1711 bei einem Putsch in Tripolis die Macht, wobei er den von den Osmanen eingesetzten Gouverneur ermorden ließ. Dann kaufte er sich seine Bestätigung durch den Sultan als Beylerbey mit Mitteln aus der Konfiskation des Vermögens der osmanischen Beamten, die er während des Staatsstreichs töten ließ. 1722 erhielt er dann den Pascha-Titel.[2] Er regierte unter nomineller Oberherrschaft der Osmanen, regierte de facto jedoch weitestgehend unabhängig. 1733 bestätigte ihn der Sultan auf seinen Wunsch in seiner Position.[2] Materielle Grundlage seiner Herrschaft war die Piraterie und der Transsaharahandel.[3]

Unter seiner Herrschaft erlebte Tripolis eine stabile Phase. Er steigerte die Staatseinnahmen durch intensive Nutzung der Korsarenflotte, welche die Schifffahrtsrouten im Mittelmeer kontrollierte – europäische Handelspartner wurden gezwungen, Schutzgeld für ungestörten Seehandel zu entrichten. Gleichzeitig baute Ahmad die auswärtigen Beziehungen aus und dehnte den Einfluss Tripolis zeitweise auf die Kyrenaika aus und gewann die Loyalität der libyschen Stämme im Hinterland von Fezzan. Die von ihm begründete Dynastie regierte Tripolitanien schließlich bis 1835, als die Osmanen wieder eine zentrale Kontrolle herstellen konnten.[3]

Einzelnachweise

  1. Libya. Abgerufen am 23. November 2025.
  2. a b Robert Mantran: Art. Karamanlı in: TDV Islâm Ansiklopedisi, 24. Band, S. 451–453, Online
  3. a b Libya - Karamanlis. Abgerufen am 23. November 2025.