Agnes Mann (Schauspielerin)
Agnes Mann (* 1980 in Ost-Berlin[1][2]) ist eine deutsche Schauspielerin und Sängerin.
Leben
Agnes Mann, die in Berlin-Pankow geboren wurde, studierte von 2000 bis 2004 Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin.[1][2] Während ihrer Ausbildung spielte sie am bat-Studiotheater und an der Schaubühne Berlin.[3] Ihre Bühnenkarriere führte sie anschließend an Theater in Köln, Kassel, Karlsruhe, Frankfurt am Main und Lübeck.[4]
Von 2004 bis 2007 war sie festes Ensemblemitglied am Schauspiel Köln, wo sie unter anderem mit Jürgen Gosch, Sebastian Baumgarten, Christoph Frick und Hans Neuenfels arbeitete.[1] 2005 erhielt sie den Bensheimer Theaterpreis für ihre Rolle als Klytämnestra in Iphigenie Orestie Iphigenie.[3] Ab 2007 war sie bis 2013 am Staatstheater Kassel engagiert, wo sie in Inszenierungen von Martin Schulze, Gustav Rueb, Schirin Khodadadian und Markus Dietz auftrat. 2008 spielte sie am Staatstheater Kassel die Titelheldin in Alkestis von Euripides.[5] Weitere Rollen dort waren u. a. Alkmene in Amphitryon, die Judith von Friedrich Hebbel, Maria Stuart, die Lulu, und die Helena Charles in Blick zurück im Zorn.[3] 2009 wurde sie für ihre Darstellung der Rolle der Ilse in Frühlings Erwachen unter der Regie von Sebastian Schug, der ihre künstlerische Entwicklung entscheidend prägte, von der Zeitschrift Theater heute als „Beste Nachwuchsschauspielerin“ nominiert.[1][2] Außerdem erhielt sie den Nachwuchsförderpreis und den Volksbühnenpreis des Staatstheaters Kassel sowie den Publikumspreis der Stadt Kassel.[2][4]
In der Spielzeit 2013/14 gastierte sie am Staatstheater Karlsruhe als Lady Milford in Kabale und Liebe.[6] Ab 2014 war sie, zunächst als Gast, am Theater Lübeck verpflichtet. Ab der Spielzeit 2016/17 bis zum Ende der Saison 2018/19 war sie festes Ensemblemitglied am Theater Lübeck.[3] Sie trat dort u. a. als Nora,[5] als Anna in Iwanow, als Viola/Sebastian in Was ihr wollt, als Grace in einer Dogville-Bühnenfassung, als Mascha in Drei Schwestern, Caesonia in Caligula und als Karl Moor in Die Räuber auf.[3][4]
Seit 2019 ist sie als freischaffende Schauspielerin tätig.[2] Sie trat seither u. a. am HAU Berlin, in Worms, am Staatsschauspiel Dresden und am Deutschen Theater Berlin auf.[2][5] In der Spielzeit 2025/26 war Agnes Mann am Deutschen Theater Göttingen in der Rolle der Anna Quangel in Jeder stirbt für sich allein zu sehen.[2][5][7]
Im Jahr 2020 gründete sie während der Corona-Pandemie in Deutschland zusammen mit ihren Schauspielkolleginnen Alina Rank und Eva Maria Sommersberg ihre eigene Produktionsfirma „DreiSchwesternProduktionen“, mit der sie die Mini-Impro-Serie Wodkavariationen produzierte, in der sie auch eine Hauptrolle übernahm.[8][9] In der ZDF-Serie Hotel Mondial (2023) gehörte sie als verheiratete Restaurantchefin und Mutter Uli Kersting, die sich in die Hoteldirektorin (Gesine Cukrowski) verliebt, zur Hauptbesetzung.[10] In Borchert und die Glut des Bösen (2025), dem 24. Film der ARD-Fernsehreihe Der Zürich-Krimi, war sie an der Seite von Christian Kohlund in einer Nebenrolle als Direktorin einer Schweizer Privatbank zu sehen.
Neben ihrer Schauspielkarriere ist Agnes Mann auch als Sängerin, u. a. gemeinsam mit den Musikern Thorsten Drücker und Dirk Raulf, aktiv.[1] Regelmäßig tritt sie mit ihren musikalischen Programm Mehr Meer auf.[11][12] Von 2020 bis 2022 war sie in der Produktion Wir sind das Volk – ein Musical mit der slowenischen Band Laibach als Sängerin, sowie als Performerin im Hebbel am Ufer zu sehen.[5]
Mann ist auch als Sprecherin von Hörbüchern und in Hörspielen, u. a. beim WDR, NDR und SWR tätig.[13][14] Sie lebt in Berlin.[4][5]
Filmografie
- 2005: Tatort: Der doppelte Lott (Fernsehreihe)
- 2018: Das Joshua-Profil (Fernsehfilm)
- 2021: KI – Die letzte Erfindung (Fernsehfilm)
- 2022: Wodkavariationen (6 Folgen)
- 2023: Sam – Ein Sachse (Fernsehserie, eine Folge)
- 2023: Hotel Mondial (Fernsehserie, 22 Folgen, Hauptrolle)
- 2025: Das zweite Attentat (Fernsehserie, 6 Folgen)
- 2025: Der Zürich-Krimi: Borchert und die Glut des Bösen (Fernsehreihe)
Weblinks
- Agnes Mann bei IMDb
- Agnes Mann bei Crew United
- Agnes Mann bei Filmmakers
- Agnes Mann – Internetpräsenz
- Agnes Mann – Agentur
- Agnes Mann bei Deine Perlen
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e Agnes Mann. Vita. Offizielle Internetpräsenz Berliner Festspiele. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ a b c d e f g Agnes Mann. Vita. Offizielle Internetpräsenz Deutsches Theater Göttingen. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ a b c d e Agnes Mann. Vita. Offizielle Internetpräsenz Theater Lübeck. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ a b c d Agnes Mann bei Filmmakers. Vita und Profil Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ a b c d e f Agnes Mann. Profil bei Theapolis. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Programmheft - Badisches Staatstheater - Karlsruhe. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Peter Krüger-Lenz: „Bin totaler Fallada-Fan“: Agnes Mann übernimmt Hauptrolle am Deutschen Theater Göttingen ( vom 7. September 2025 im Webarchiv archive.today). In: Göttinger Tageblatt vom 3. September 2025. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ DreiSchwesternProduktionen. Offizielle Internetpräsenz. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Wodkavariationen. Offizieller Trailer. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Bettina Fraschke: Beim Dreh: Eine Frauenliebe im Vorabendprogramm. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 25. August 2023. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Mehr Meer oder Undine geht. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Von der Sehnsucht: Agnes Mann im Gespräch über das Meer und die Musik. In: Nordkurier vom 25. Oktober 2024. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Agnes Mann bei Penguin Books. Abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Agnes Mann. Abgerufen am 4. Dezember 2025.