Agnes Bircke von der Duba

Agnes Bircke von der Duba (* 15. Jahrhundert; † 1527) war eine sozial engagierte Adlige, Wohltäterin und Gründerin einer Armenstiftung.

Werdegang

Agnes von Schleinitz wurde als eines von elf Geschwistern des sächsischen Obermarschalls Hugold von Schleinitz geboren[1] und entstammte dem meißnischen Adelsgeschlecht Schleinitz.[2] 1472 heiratete sie den böhmischen Adligen Hans Birke von der Duba († 1519),[3] der unter anderem Lehnsherr von Mühlberg an der Elbe war.[4]

Im Jahr 1484 wurde Agnes Bircke von der Duba durch eine Überschreibung ihres Mannes unter anderem zur Besitzerin eines Teils des Schlosses, dessen Vorwerk, Wald, Wiesen, Äcker und Zolleinnahmen, des Ritterguts Dröschkau und der Dörfer Würdenhain, Prieschka, Haida, Koßdorf und Langenrieth.[4] Da das Paar keine Kinder hatte, war sie so versorgt, denn das Erbe würde im Fall seines Todes nicht an sie, sondern an einen männlichen Verwandten beziehungsweise als Lehen an den sächsischen Landesherren zurückfallen.[1][5]

Agnes Bircke von der Duba starb 1527 und wurde neben ihrem Mann in der Frauenkirche Mühlberg begraben.[1]

Wirken

Hans Bircke von der Duba und seine Frau Agnes schenkten 1506 der Stadt Mühlberg ein Hospital,[4] das aus Kranken-, Armen- und Altenpflegehaus bestand. Die dazugehörige Hospitalstiftung sorgte für die Versorgung und Ernährung der Bedürftigen und Kranken.[1]

Zudem unterstützte das Paar den Bau der Frauenkirche Mühlberg,[1] auch mit der unentgeltlichen Lieferung der benötigten Steine aus Hans Bircke von der Dubas Klingenhainer Steinbruch. Für die St.-Katharina-Kirche in Würdenhain, zu deren Leibgedinge Würdenhain zu jener Zeit gehörte, stiftete das Paar die mit einer Inschrift versehene größere Glocke mit dem Namen Katharina.[6]

Auch nach dem Tod ihres Mannes setzte Agnes Bircke von der Duba ihr soziales Werk fort. Testamentarisch begründete sie das „Birckensche Gestift“ zur weiteren Grundversorgung der Ärmsten in Mühlberg auch nach ihrem Tod. Die Stiftung teilte einmal im Quartal Geld für die Grundnahrungsmittel Brot und Bier aus und entlohnte den Bader für kostenfreie Bäder für die Armen. Zudem wurden Spenden bei Ernteausfällen und an Schüler verteilt. Auch erhielten mittellose Menschen in ihren Dörfern regelmäßig Geld für einfaches „graues Tuch“, um sich daraus Kleider nähen zu können.[4] Diese Tradition blieb bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges bestehen.[1]

Ehrungen und Gedenken

Agnes Bircke von der Duba wurde mit der Aufnahme in das Projekt FrauenOrte Brandenburg des Frauenpolitischen Rates Land Brandenburg ausgezeichnet, das Leben und Wirken bedeutender Frauen in der brandenburgischen Geschichte sichtbar macht. Wie auch in anderen nationalen Projekten der Frauenorte werden Frauen in Deutschland und ihr Lebenswerk als historische Vorbilder geehrt.[7] Die Gedenktafel befindet sich an ihrem Lebens- und Wirkungsort in Mühlberg an der Elbe. ()[1] Das Museum Mühlberg 1547 zeigte von Mai bis September 2025 eine Sonderausstellung zu den Frauenorten im Land Brandenburg, in der auch Agnes Bircke von der Dubas Leben und Wirken dargestellt wurde.

Seitlich der Spitzbogenfenster am Westturm der Frauenkirche Mühlberg befindet sich noch heute das Familienwappen mit drei Rosen der Familie von Schleinitz für Agnes Bircke von der Duba und daneben das ihres Mannes, der Familie Bircke von der Duba mit zwei gekreuzten Eichenknüppeln.[1] Die Glocke in der St.-Katharina-Kirche in Würdenhain trägt ebenfalls mit den beiden gekreuzten Eichenästen und den drei Rosen die Wappen beider Adelsgeschlechter.[8]

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Agnes Bircke von der Duba. Sozial engagierte Adlige. In: FrauenOrte Land Brandenburg. Abgerufen am 18. November 2025
  2. Neues lausitzisches Magazin. Band 11, Heinze 1833, S. 539
  3. Sächsischer Altertumsverein Dresden (Hrsg.): Neues Archiv für sächsische Geschichte und Altertumskunde. Band 6. W. Baensch Verlag, 1885, S. 208.
  4. a b c d FrauenOrte-Tafel für Agnes Bircke von der Duba. In: FrauenOrte Land Brandenburg. Abgerufen am 18. November 2025
  5. Manfred Schober, Christian Ufer: Historisches: Neustadt und das böhmische Adelsgeschlecht der Berka von der Duba. In: Neustädter Anzeiger. Amtsblatt der Stadt Neustadt in Sachsen vom 10. März 2023. Ausgabe 5/2023, S. 23–24. Abgerufen am 18. November 2025
  6. Heinrich Nebelsieck: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunst-Denkmäler der Provinz Sachsen, Landkreis Liebenwerda. 1910.
  7. FrauenOrte Land Brandenburg. In: FrauenOrte Land Brandenburg. Abgerufen am 18. November 2025
  8. Wolfgang Bastian: „Die Kirche zu Würdenhain“ in „Die Schwarze Elster“, Nr. 486, Juli 1935