Afrin-Talsperre

Afrin-Talsperre
17.-April-Staudamm
Lage Gouvernement Aleppo
Zuflüsse Afrin-Fluss
Abfluss Afrin-Fluss
Größere Orte am Ufer Maydankê (arabisch الميدان al-Maydān)
Koordinaten 36° 37′ 23″ N, 36° 52′ 23″ O
Daten zum Bauwerk

Bauzeit 1997–2004
Höhe über Talsohle 73 m
Kronenlänge 973 m
Kronenbreite 22 m
Basisbreite 385 m
Kraftwerksleistung 25 MW[1]
Daten zum Stausee
Wasseroberfläche 9,25 km²
Stauseelänge 14 km
Stauseebreite 650 m
Gesamtstauraum 64 Mio. m³[2]

Die Afrin-Talsperre, auch Afrin-Staudamm (arabisch سد عفرين), offiziell 17.-April-Staudamm (سد 17 نيسان), Maydanki-Staudamm (سد ميدانكي), ist ein Staudamm zur Wasserkrafterzeugung am Afrin-Fluss im Nordwesten Syriens. Der Stausee hat eine maximale Füllmenge von 64 Mio. m³ und wurde zur primären Trinkwasserversorgung der Städte Afrin und Aʿzāz gebaut.[2] Er versorgt fast 200.000 Menschen mit Trinkwasser, bewässert etwa 30.000 Hektar Oliven-, Obst- und Nutzpflanzenanbau und liefert 25 MW Strom[1]. Ebenso dient die Talsperre dem Hochwasserschutz.[3] Derzeit steht er unter der Kontrolle der türkischen Streitkräfte.[4]

Lage

Die Talsperre liegt etwa 70 km entfernt von der Stadt Aleppo und 12 km entfernt von der Stadt Afrin. Der Name Maydanki-Staudamm ergibt sich durch ein größeres Dorf Maydankê auf der Nordseite des Stausees, der sich als 14 km langer Streifen von der Sperre im Südwesten in den Nordosten zieht.

Geschichte

Der Staudamm wurde für das Syrische Ministerium für Wasserressourcen zwischen 1997 und 2004 durch die Military Housing Corporation gebaut.[5][3] Die Einweihung fand am 24. April 2004 unter Anwesenheit des Premierministers Muhammad Nadschi al-Utri statt.[3]

Am 19. Januar 2005 wurde mit der Resolution No. 1848 / 2004 die Gegend um die Afrin-Talsperre als Naturschutzgebiet ausgerufen.[6]

Anfang 2018 wurde der Staudamm im Rahmen der türkischen Militäroffensive auf Afrin (Operation Olivenzweig) von den türkischen Streitkräften eingenommen.[4][7] Die türkischen Besatzer nennen den Damm fortan Oberer Afrin Damm.[8]

Aktivisten beklagen nach der Einnahme, dass schwere Umweltschäden durch die Streitkräfte entstanden sind.[4] So sollen bis 2021 70 % des 74 ha umfassenden Waldgebietes im Umfeld gerodet worden sein.[9]

Nach dem Erdbeben in der Türkei und Syrien 2023 mit einer Stärke von 7.9 auf der Richterskala wurde der Damm mit sichtbaren Rissen an der Oberfläche beschädigt. Dies führte bei Aktivisten zur Sorge, dass der Damm kollabieren könnte. Eine unabhängige Begutachtung wurde von der syrischen Nationalarmee (SNA) verhindert. Von offizieller Seite wurde verkündet, dass der Damm Erdbeben bis zur Stärke 8 auf der Richterskala widerstehen kann und dass der Damm keine Leckage hat. Es wurden niedrige Wasserstände zu der Zeit berichtet.[10]

Einzelnachweise

  1. a b Access to Afrin Dam cut off by fighting in northwestern Syria. renewableenergyworld.com, 14. März 2018, abgerufen am 18. Oktober 2025 (englisch).
  2. a b Turkey’s water policies deplete Maydanki Lake in Syria’s Afrin. npasyria.com, 29. März 2025, abgerufen am 18. Oktober 2025 (englisch).
  3. a b c لمحة عن عامة المشروع. lokmanafrin.com, abgerufen am 18. Oktober 2025 (arabisch).
  4. a b c Lyse Mauvais: ‘Crimes against nature’: Forest clearing around Afrin’s Maydanki Lake sparks anger and shock. syriadirect.org, 2. September 2022, abgerufen am 18. Oktober 2025 (englisch).
  5. Water level in Syria’s Afrin drops putting crops, drinking supply at risk. npasyria.com, 25. September 2025, abgerufen am 18. Oktober 2025 (englisch).
  6. Resolution No. 1849 of 2004 declaring 17 April Dam Lake a protected area. Abgerufen am 18. Oktober 2025 (englisch).
  7. Türkisches Militär nimmt Berg in Afrin ein. zeit.de, 28. Januar 2018, abgerufen am 18. Oktober 2025.
  8. Yukarı Afrin Barajı'nda su tutulmaya başlandı. aa.com.tr, 13. Januar 2019, abgerufen am 18. Oktober 2025 (türkisch).
  9. Yek Dem: عفرين تحت الاحتلال (166): بلدة “ميدانكي”- تغيير ديمغرافي واسع، مقتل مواطن، افتتاح قرية استيطانية، معمل للمخدرات، انتشار كورونا، اعتقالات تعسفية. 9. Oktober 2021, abgerufen am 17. Oktober 2025 (arabisch).
  10. Turkish-backed SNA prevents journalists from covering cracks in dam in Syria’s Afrin. npasyria.com, 8. Februar 2023, abgerufen am 18. Oktober 2025 (englisch).