Adrien Niyonshuti
| Adrien Niyonshuti (2014) | |
| Zur Person | |
|---|---|
| Geburtsdatum | 2. Februar 1987 |
| Nation | Ruanda |
| Disziplin | Straße/Mountainbike |
| Letzte Aktualisierung: 24. Juni 2017 | |
Adrien Niyonshuti (* 2. Februar 1987 in Rwamagana) ist ein ehemaliger ruandischer Straßenradrennfahrer und Mountainbiker.
Sportlicher Werdegang
Adrien Niyonshuti begann 2003 mit dem Radfahren. Bei der Tour of Rwanda schaffte er es fünfmal hintereinander in die Top Ten, wobei er 2006 und 2008 die Gesamtwertung für sich entscheiden konnte. 2008 gewann er unter anderem auch drei Etappen.
Er war der erste Radprofi aus Ruanda.[1] Ab 2009 fuhr er für das südafrikanische Continental Team MTN Cycling, später für Dimension Data. In der Saison 2009 nahm er unter anderem an der Irland-Rundfahrt teil, seinem ersten Rennen außerhalb des afrikanischen Kontinents. Im Herbst 2009 wurde er bei der Afrikameisterschaft in Namibia jeweils Zehnter im Einzelzeitfahren und im Straßenrennen, so dass er in beiden Rennen die Bronzemedaille der U23-Klasse gewann.
Bei den Olympischen Spielen 2012 in London war Niyonshuti Fahnenträger seiner Mannschaft während der Eröffnungsfeier, 2012 zudem der erste schwarze Teilnehmer bei einem olympischen Mountainbike-Wettbewerb überhaupt.[2] Auch an den Olympischen Spielen 2016 in Rio nahm Niyonshuti teil.[3]
Nach dem Ende seiner Karriere arbeite er zunächst als Trainer in Ruanda, inzwischen betreibt er in Benin eine Radsport-Akademie.[1] Er ist Cheftrainer des Radsportverbands von Benin.[4]
Rising from Ashes
Im selben Jahr wurde über die Geschichte von Adrien Niyonshuti und seiner Familie sowie über seine Radsportlaufbahn der später mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm Rising from Ashes gedreht. Beim Völkermord in Ruanda hatte er 60 Angehörige verloren, darunter sechs seiner Brüder; die gesamte Familie seiner Mutter wurde ausgelöscht. Um seinen Schmerz zu bewältigen, begann er 2003 mit dem Radsport. 2006 bestritt er sein erstes Mountainbikerennen, bei dem er dem Radsporttrainer Jock Boyer auffiel. Als Folge des Filmes wurde die Rising from Ashes Foundation gegründet.[5]
Erfolge – Straße
- 2009
- Afrikameisterschaft – Einzelzeitfahren (U23)
- Afrikameisterschaft – Straßenrennen (U23)
- 2010
- 2011
- Ruandischer Meister – Straßenrennen
- Bergwertung Tour of Rwanda
- 2012
- 2016
- 2017
- 2018
- Afrikameisterschaft – Mannschaftszeitfahren
Erfolge – Mountainbike
- 2012
- Afrikameisterschaft – Cross Country
Teams
- 2009 MTN Cycling
- 2010 MTN Energade
- 2011 MTN Qhubeka
- 2012 MTN Qhubeka
- 2013 MTN Qhubeka
- 2014 MTN Qhubeka
- 2015 MTN-Qhubeka
- 2016 Team Dimension Data
- 2017 Team Dimension Data
Literatur
- Tim Lewis: Das Land der zweiten Chance : die erstaunliche Geschichte des ruandischen Radsportteams. Aus dem Englischen von Olaf Bentkämper. Bielefeld : Covadonga, 2013, ISBN 978-3-936973-87-7
Weblinks
- Adrien Niyonshuti in der Datenbank von Radsportseiten.com
- Adrien Niyonshuti in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
- Adrien Niyonshuti in der Datenbank von ProCyclingStats.com (englisch)
Einzelnachweise
- ↑ a b Hier wird keiner die Strecke stürmen. In: zeit.de. 26. September 2025, abgerufen am 6. Oktober 2025.
- ↑ Tom Mustroph: Tour de France verliert an Diversität – DW – 17.07.2022. In: dw.com. 17. Juli 2022, abgerufen am 6. Oktober 2025.
- ↑ Peter Kamasa: Cycling has helped me cope with Genocide wounds – Adrien Niyonshuti. In: newtimes.co.rw. 13. April 2021, abgerufen am 6. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Jeremy Ford: Benin's bid to become a cycling power. In: bbc.com. 8. Mai 2025, abgerufen am 6. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ About the Film – Rising From Ashes. In: risingfromashesthemovie.com. Archiviert vom am 27. Februar 2016; abgerufen am 29. Februar 2016 (englisch).