Adolf von Walther

Adolf Walther, seit 1873 von Walther (* 9. April 1826 in Olbernhau; † 24. Oktober 1883 in Wiesbaden) war ein sächsischer Generalmajor.[1]

Leben

Karriere

Adolf Walther trat im Jahr 1841 in den Kadettenkorps der sächsischen Armee ein und wurde nach langjähriger Erziehung 1845 als Fähnrich einem Truppenteil überwiesen. Am 21. Dezember 1845 wurde er zum Leutnant beim 2. Reiter-Regiment ernannt und blieb die nächsten Jahre über im Regiment und wurde 1850 Assistent bei der Militär-Reit-Anstalt in Dresden. Nach Beförderung zum Oberleutnant im Jahre 1853 wurde er in das Garde-Reiter-Regiment versetzt. 1855 wurde er Adjutant der ersten Reiter-Brigade und blieb bis 1860 in dieser Position. Nach Beförderung zum Rittmeister im Jahr 1860 wurde er in das 1. Reiter-Regiment Kronprinz versetzt und 1863 als Schwadronschef der 1. Schwadron erneut in das Garde-Reiter-Regiment abkommandiert. In dieser Eigenschaft veröffentlichte er 1865 eine von ihm bearbeitete Anleitung zur Ausbildung des Mannes im Reiten und zur Abrichtung der Pferde als Reglement für die sächsische Reiterei und wurde dafür mit dem Ritterkreuz des Albrechtsordens ausgezeichnet. Am Krieg gegen Preußen nahm er mit seiner Schwadron teil und wurde nach der Niederlage des Königreich Sachsen und der Neuorganisierung des Militärs 1867 unter Beförderung zum Major als etatsmäßiger Stabsoffizier in das neuerrichtete Ulanen-Regiment „Kaiser Franz Josef von Österreich, König von Ungarn“ (1. Königlich Sächsisches) Nr. 17 versetzt. Er nahm innerhalb des Regiments am Krieg gegen Frankreich teil und wurde mit dem sächsischen Verdienstorden und dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Nach Beförderung zum Oberstleutnant im Jahre 1871 wurde er am 9. Januar 1872 Regimentskommandeur des 3. Reiter-Regiments.[2]

In Belohnung[3] seiner Verdienste für das Königreich Sachsen wurde er am 10. November 1872, anlässlich der goldenen Hochzeit des sächsischen Königs, von König Johann in den erblichen Adelsstand erhoben. Nach der jüngeren genealogischen Fachliteratur wird das Jahr 1873, womöglich mit der Vergabe des Diplom oder der Anerkennung eines Wappens, als Nobilierungsjahr geführt.[4]

Am 21. März 1874 avancierte er zum Oberst, wurde 1877 á la suite seines Regiments gestellt und darauf zum Brigadekommandeur der 2. Kavallerie-Brigade Nr. 24 ernannt.[5] Er wurde anlässlich des Geburtstages des sächsischen Königs Albert am 23. April 1880 zum Generalmajor ernannt.[6] Er verschied 1883 im aktiven Dienst[7] und wurde unter großer Trauerfeier in Wiesbaden begraben.[8]

Familie

Seine Ehefrau war Margarete Charlotte Sonnenkalb aus Leipzig. Sie bekamen am 12. Juni 1877 eine Tochter,[9] die auf den Namen Hermine getauft wurde.[10] Hermine heiratete 1903 den 1860 in Moskau gebürtigen kgl. sächs. Hofrat und studierten Kunstmaler Anton Klamroth, sie lebten 1924 in Leipzig. Ihre Mutter, Margarete Charlotte von Walther war 1888 in Dresden verstorben.

Literatur

  • Georg von Schimpff: Geschichte des Kgl. Sächs. Garde-Reiter-Regiments. Verlag v. Baensch-Stiftung, Dresden 1880, S. 439.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1940. Jahrgang 32, Justus Perthes, Gotha 1939.
  • Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1970. Band IX, Band 46 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1970.
  • Christoph Franke, Moritz Graf Strachwitz von Groß Zauche und Camminetz, Klaus von Andrian-Werburg, : Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band XV (Tre-Wee), Band 134 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2004.

Einzelnachweise

  1. Annemarie Engelmann: Von Abtei bis Zwiebelhaus. Ein Lexikon zur Geschichte der Stadt Borna. Hrsg. Förderverein des Museums der Stadt Borna e. V., Selbstverlag, Borna 2001, S. 174.
  2. J. G. Hartmann: Dresdner Journal. №. 10, Hrsg. Königliche Expedition des Dresdner Journals, Comm. Leipzig-Fr. Brandstetter, Dresden, Sonntag, den 14. Januar 1872. Digitalisat
  3. Königlich Sächsische Nobilitationen von 1873, In: Gustav A. Seyler: Der Deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Shpragistik und Genealogie. V. Jahrgang, №. 1, Hrsg. Herold (Verein), Stahel-Würzburg, Verlag Mitscher & Röstell, Berlin, Januar 1874, S. 3. Digitalisat
  4. Vgl. Freiherr Thomas von Fritsch-Seehausen: Die Gothaischen Taschenbücher-Hofkalender und Almanach . Reprint 1968. In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Band 2, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1968, S. 337.
  5. Königliches Gesam(m)tministerium (Hrsg.): Staatshandbuch für das Königreich Sachsen auf die Jahre 1880 und 1881. Verlag C. Heinrich, Dresden 1880, S. 368. Digitalisat
  6. Dresdner Nachrichten. Tageblatt für Politik, Unterhaltung, Geschäftsverkehr. Börsenbericht, Fremdenliste. Nr. 115-25. Jahrgang, Dresden, Sonnabend, den 24. April 1880. Digitalisat
  7. Erste Beilage zum Leipziger Tageblatt und Anzeiger. №. 304-77. Jahrgang, Leipzig, Mittwoch, den 31. Oktober 1883, S. 5508. Digitalisat
  8. Rudolf Günther: Dresdner Journal. №. 254, Hrsg. Kgl. Exp., Dresden, Freitag, den 2. November 1883, S. 1448. Digitalisat
  9. X. Maber: Beilage zum Elbeblatt und Anzeiger. Amtsblatt d. Kgl. Amtshauptmannschaft Großenhain, der Gerichtsämter Riesa und Strehla. №. 69, Familien-Nachrichten (Geboren), Verlag G. Ponsong, Riesa, Sonnabend, den 16. Juni 1877, S. 6. Digitalisat
  10. Bernhard Koerner (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch. Genealogisches Handbuch Bürgerlicher Familien. (D.G.B. - PDF)-Geschichtsmaler: G. Adolf Cloß, Band 45, C. A. Starke, Görlitz 1924, S. 249.