Adolf von Thielmann

Adolf Franz Georg Freiherr von Thielmann (* 25. Juni 1879 in Jakobsdorf, Oberschlesien; † 12. Mai 1948 in Frankfurt am Main)[1] war ein preußischer Verwaltungsjurist und Landrat.

Leben

Seine Eltern, die Hochzeit war 1866, waren der gleichnamige Freiherr Adolf von Thielmann (* 1839) und dessen Ehefrau Helene Gräfin von Pückler-Freiin von Gröditz (* 1849). Thielmann hatte mehrere Geschwister, die auch alle auf dem Heimatgut Jakobsdorf geboren wurden. Der Vater war Johanniterritter und Landesältester, kgl. preuß. Kammerherr, Kammergerichtsreferendar und Leutnant a. D. Zudem war der Vater Gutsherr von Jakobsdorf, mit 447 ha, und von Kleuschnitz mit 542 ha. Hinzu kam der Gutsanteil Grüben im Kreis Falkenberg des Rittergutes Comprachschütz, 566 ha, Kreis Oppeln; sowie im Kreis Strehlen das Rittergut Geppersdorf, 566 ha.

Während seines Studiums wurde Freiherr von Thielmann 1900 Mitglied im Corps Saxo-Borussia Heidelberg.[2] 1904 arbeitete er als Gerichtsreferendar. Ab 1906 wirkte er als Regierungsreferendar und Hilfsarbeiter beim Landrat in Breslau. 1914 bis 1916 war er zum Kriegsdienst eingezogen. Ab 1916 war er als Referent in der Reichsfettstelle (Reichsstelle für Speisefette)[3] beschäftigt, wurde er 1917 zum Regierungsrat ernannt. Ab 1918/19 wirkte er dann als Landrat im Kreis Frankenstein in der Provinz Schlesien.

Am 1. Oktober wurde Freiherr von Thielmann zum Landrat im Kreis Guhrau, Provinz Schlesien ernannt. Dort amtierte er als Landrat bis 1933, als er in der Folge der Machtergreifung der NSDAP am 7. Juni 1933 sofort i. e. R. geschickt wurde.

Freiherr von Thielmann war Rechtsritter des Johanniterorden. Er wurde Mitherr auf Geppersdorf im Kreis Strehlen in Schlesien und verheiratet mit Livia Jay. Aus der Ehe ging am 10. Februar 1936 in Oppeln Tochter Livia hervor. Diese heiratete 1959 in Schwetzingen Wend Graf von Kalnein (1914–2007).[4]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Adolf von Thielmann. In: Geneall.net. Stand 11. September 2016.
  2. Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1960. Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 66 (Corps), 1091 (Lfd. Nr. dort).
  3. Reichsfettstelle: Eingerichtet von der deutschen Reichsregierung im Juli 1916 und dem Kriegsernährungsamt unterstellt. Vgl. Martin Kronenberg: Kampf der Schule an der "Heimatfront" im Ersten Weltkrieg: Nagelungen, Hilfsdienste, Sammlungen und Feiern im Deutschen Reich. Hamburg 2014, S. 329 f.
  4. Esther Rahel Heyer, Florence de Peyronnet-Dreyden, Hans-Werner Langbrandtner, Magdalena Bushart, Christian Fuhrmeister (Hrsg.): "Als künstlerisch wertvoll unter militärischem Schutz!". Ein archivisches Sachinventar zum militärischen Kunstschutz im Zweiten Weltkrieg. Band 4, Brüche und Kontinuitäten. Forschungen zu Kunst und Kunstgeschichte im Nationalsozialismus. In: Vereinigte Adelsarchive im Rheinland e.V. Schriften, 8, Böhlau (Böhlau-Brill), Köln-Wien 2022, S. 631.