Adolf Karl Friedrich Wilhelm Maximilian von Grolman

Adolf von Grolmann (* 6. Oktober 1888 in Karlsruhe; † 17. August 1973 in Karlsruhe) war ein deutscher Literaturhistoriker und Schriftsteller.[1]

Leben und Wirken

Nach seiner Reifeprüfung 1907 in Karlsruhe studierte Adolf von Grolmann von 1907 bis 1911 Rechtswissenschaft und Philosophie und zwar an den Universitäten Genf, Heidelberg, München, Berlin und Freiburg/Br. Im Jahre 1911 legte er das erste juristische Staatsexamen ab und promovierte im gleichen Jahr zum Dr. jur. bei Richard Schröder an der Universität Heidelberg. Von 1911 bis 1916 war er im juristischen Vorbereitungsdienst im Großherzogtum Baden, gab jedoch 1916 diesen Berufsweg auf und widmete sich vom Wintersemester 1916/17 bis zum Wintersemester 1918/19 dem Studium der Literaturwissenschaft an der Universität München. Dort promovierte er 1918/19 zum Dr. phil. bei Franz Muncker mit einer Dissertation über Friedrich Hölderlin. 1919 habilitierte er sich an der Universität Gießen und lehrte dort bis 1922 als Privatdozent. Von 1922 bis 1924 war er in Karlsruhe im Staatsdienst tätig, hier ging es um Entschädigungszahlungen für Auslandsdeutsche. Seit 1924 betätigte er sich dann als Privatgelehrter sowie als Schriftsteller und Literaturkritiker.

Dem Nationalsozialismus stand er kritisch gegenüber und wurde 1943 aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen. Einige Zeit verbrachte er in Haft.

Adolf von Grolmann veröffentlichte u. a. über die deutsche Literatur- und Kulturgeschichte der Romantik und des Biedermeiers, aber auch über französische Literatur und verfasste Biografien über Leonardo da Vinci und Johann Sebastian Bach. Außerdem schrieb er eigene Romane und Novellen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Ausgewählte Streitfragen aus dem geltenden badischen Stammgutsrecht. Reiff, Karlsruhe 1911 (= Dissertation Universität Freiburg/Br.).
  • Fr. Hölderlins Hyperion. Stilkritische Studien zu dem Problem der Entwickelung dichterischer Ausdrucksformen. Müller, Karlsruhe 1919 (= Dissertation Universität München).
  • F. M. Heßemer (= Frankfurter Lebensbilder, Bd. 1). Englert & Schlosser, Frankfurt/M. 1920 (= Habilitationsschrift Universität Gießen).
  • Adalbert Stifters Romane (= Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. Buchreihe, Bd. 7). Niemeyer, Halle/S. 1926.
  • Literarische Betrachtung. Beiträge zur Praxis der Anschauung von Künstlerschicksal und Kunstform (= Neue Forschung, Bd. 6). Junker & Dünnhaupt, Berlin 1930.
  • Kind und junger Mensch in der Dichtung der Gegenwart. Junker & Dünnhaupt, Berlin 1930.
  • Lage und Verlagerung der bürgerlichen Jugend Deutschlands. Versuch eines Umrisses. Bonz, Stuttgart 1932.
  • Wesen und Wort am Oberrhein. Junker & Dünnhaupt, Berlin 1935.
  • Werk und Wirklichkeit. 3 Kapital vom dichterischen Schaffen. Junker & Dünnhaupt, Berlin 1937.
  • Die Musik und das Musikalische im Menschen. Junker & Dünnhaupt, Berlin 1940.
  • Der Kampf am Oberrhein. Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Geistesgeschichte. Hünenburg-Verlag, Strassburg 1941.
  • Deutsche Dichtkunst und französischer "art poétique". Mueller, Berlin 1943.
  • Leonardo da Vinci. Schneider, Berlin/Nideggen 1944.
  • Johann Sebastian Bach. Schneider, Heidelberg 1948.
  • Vom Kleinod in allen Zeiten. Einige Stationen auf dem Wege zur Erkenntnis von Stifters Wesen, Werk und Wirklichkeit. Ellermann, Hamburg 1952.

Einzelnachweise

  1. Grolman, Adolf von. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800-1850. Bd. 1. De Gruyter, Berlin 2003, S. 618–620, ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).