Adolf Fauland
Adolf Fauland (* 3. Mai 1933 in Donawitz; † 10. August 2013 in Leoben) war ein österreichischer Arbeiterbetriebsratsobmann und Politiker (SPÖ). Fauland war von 1977 bis 1990 Abgeordneter zum Nationalrat.
Vom 28. September 1977 bis zum 4. November 1990 gehörte er dem österreichischen Nationalrat in vier aufeinanderfolgenden Gesetzgebungsperioden an.
Leben und Wirken
Adolf Fauland wurde am 3. Mai 1933 in der damals noch eigenständigen Gemeinde Donawitz geboren, wo er auch als Arbeiterkind aufwuchs und die Schule besuchte. Ab 1949 war er in der damaligen ÖAMG im nunmehrigen Leobener Stadtteil Donawitz beschäftigt und absolvierte hier die dreijährige Werksschule. Nachdem er verschiedene Bereiche des Werks durchlaufen hatte, stieg er 1958 zum Stahlkontrollor auf und bildete sich drei Jahre lang an einer Gewerkschaftsschule sowie an der von Rupert Gmoser geleiteten Otto-Möbes-Volkswirtschaftsschule in Graz weiter.
Ab 1959 hatte Fauland verschiedene Vertrauensmann- und Betriebsratsfunktionen der sozialistischen Gewerkschaftsfraktion im Werk Donawitz inne. So war er von 1959 bis 1966 Ersatzbetriebsrat und von 1966 bis 1992 aktiver Betriebsrat. In dieser Zeit war er von 1970 bis 1974 Stellvertreter des Betriebsratsvorsitzenden und wurde 1974 selbst Arbeiterbetriebsratsobmann bei der nunmehrigen VOEST-Alpine Stahl AG, die aus der Fusion der ÖAMG mit der VÖEST hervorgegangen war. Zudem fungierte er von 1970 bis 1987 als Mitglied des Zentralbetriebsrates des Konzerns und hatte hierbei ranghohe Positionen inne, wie etwa ab 1985 als Stellvertreter des Vorsitzenden. Bis Ende 1992 saß er als Arbeitnehmervertreter auch im Aufsichtsrat der VOEST-Alpine Stahl AG.
Innerhalb der SPÖ Leoben war Fauland ebenso jahrzehntelang – unter anderem als Obmann-Stellvertreter – aktiv und hatte verschiedene weitere Funktionen in der SPÖ Steiermark sowie in der Gewerkschaft inne. Innerhalb des ÖGB fungierte er unter anderem als Bezirksausschussvorsitzender von Leoben sowie von 1975 bis 1991 als Mitglied der Landesexekutive der ÖGB Steiermark. Außerdem war er von 1975 bis 1983 Landesvorsitzender der Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter. Auf Bezirksebene war Fauland von 1970 bis 1993 Mitglied des Bezirksausschusses und zudem von 1985 bis 1993 Bezirksvorsitzender. Zu seinem Tätigkeitsbereich zählten auch Belange der Sozialversicherung, insbesondere die Betriebskrankenkasse Donawitz, deren Obmann er von 1978 bis 1993 war.
Als Nachfolger für den plötzlich verstorbenen Karl Troll wurde Fauland als Nachrücker zum Abgeordneten zum österreichischen Nationalrat gewählt und hatte dieses Amt vom 28. September 1977 bis zum 4. November 1990 in vier aufeinanderfolgenden Gesetzgebungsperioden (XIV., XV., XVI. und XVII.) inne. Im Nationalrat war er vor allem im Ausschuss für verstaatlichte Betriebe tätig und wurde 1987 zu dessen Obmannstellvertreter gewählt. In diese Zeit fiel auch die Krise der verstaatlichten Industrie und die Rationalisierungen in der Hütte Donawitz in den 1980er Jahren, bei denen er in seiner Doppelfunktion an vorderster Front an den Verhandlungen beteiligt war. Sein besonderes Augenmerk richtete er auf die Wahrnehmung und Vertretung der Arbeitnehmerinteressen sowie auf die Weiterentwicklung der infrastrukturellen Einrichtungen in der obersteirischen Industrieregion.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Nationalrat zog sich Fauland aus der Politik zurück und ging 1993 als Betriebsratsobmann in Pension. Im Jahr 1994 wurde er für seine Verdienste um die Stadt Leoben von ebendieser mit einem Ehrenring geehrt.[1]
Am 10. August 2013 starb der verheiratete Fauland im Alter von 80 Jahren in seiner Geburts- und Heimatstadt Leoben.
Auszeichnungen (Auswahl)
- 1985: Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich[2]
- 1990: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich[2]
- 1993: Goldene Medaille des Österreichische Gewerkschaftsbundes
- 1993: Viktor-Adler-Plakette
- 1993: Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark
- 1994: Ehrennadel der Österreichischen Sozialversicherung
- 1994: Ehrenring der Stadtgemeinde Leoben
Literatur
- Ehre wem Ehre gebührt. In: Stadt Leoben. Amtliche Nachrichten und Informationen. 9/25, September 1994, S. 18–19.
- Adolf Fauland verstorben. In: Stadtmagazin Leoben. Amtliche Nachrichten und Informationen. September 2013, S. 26.
Weblinks
- Adolf Fauland auf der Website des österreichischen Parlaments
- Adolf Fauland auf RoteMarkt.at
Einzelnachweise
- ↑ Ehrenringträger:innen der Stadt Leoben (in alphabetischer Reihenfolge), abgerufen am 24. September 2025
- ↑ a b Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF-Datei; 6,59 MB).