Adolf Bachmann (Historiker)

Adolf Bachmann (* 27. Januar 1849 in Kulsam, Böhmen; † 31. Oktober 1914 in Prag) war ein böhmischer Historiker und Politiker. Er lehrte ab 1885 als Professor für österreichische Geschichte an der deutschen Karl-Ferdinands-Universität Prag und publizierte vor allem zur Geschichte des Heiligen Römischen Reichs, Österreichs und Böhmens im Spätmittelalter. Als Mitglied der Deutschen Fortschrittspartei war er von 1901 bis 1913 Abgeordneter zum böhmischen Landtag und von 1907 bis 1914 Abgeordneter zum österreichischen Reichsrat.

Leben

Adolf Bachmann war das erste von sechs Kindern des Oberlehrers Valentin Bachmann und dessen Ehefrau Theresia (geb. Winter). Der Germanist und Egerländer Volkskundler Johann Bachmann (1852–1919), Professor am privaten deutschen Mädchenlyzeum in Pleißen, war sein Bruder. Er selbst heiratete am 2. April 1888 in Prag Pauline Lüftner (1859–1924), Tochter eines Pleißener Großkaufmanns. Das Paar bekam zwei Söhne. Der Historiker Harald Bachmann ist sein Enkel.

Nach Besuch der Volksschule in Kulsam (Bezirk Eger) und des Gymnasiums in Eger studierte Adolf Bachmann von 1868 bis 1871 an der Karls-Universität Prag, der Georg-August-Universität Göttingen und der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. In Prag wurde er 1871 zum Dr. phil. promoviert, im Jahr darauf bestand er die Lehramtsprüfung für Obergymnasien in den Fächern Geschichte und Geographie. 1873 wurde er Professor für diese beiden Fächer am Altstädter Realgymnasium in Prag. 1874 habilitierte er sich an der (noch nicht geteilten) Karls-Universität, die ihn 1880 zum außerordentlichen Professor für österreichische Reichsgeschichte ernannte.

Nach der sprachlichen Teilung berief ihn die (deutsche) Karl-Ferdinands-Universität 1885 als ordentlichen Professor auf den Lehrstuhl für Österreichische Geschichte. Dort wurde er außerdem Direktor des Historischen Seminars. 1902/03 war er Rektor der (deutschen) Universität.[1] Bachmann ist durch seine Reichsgeschichte der Zeit Friedrichs III. und Maximilians I. bekannt geworden, zu der er auch Quellen edierte. Er publizierte auch zur Geschichte des Königreichs Böhmen vor dessen Eingliederung in die Habsburgermonarchie, insbesondere zur Zeit Georgs von Podiebrad (1458–1471), wobei seine Darstellung der älteren Zeit laut Alexander Novotny „empfindliche Schwächen“ aufwies.

Im Alter von 58 Jahren wurde er 1901 in den Böhmischen Landtag gewählt. 1907 wurde er Abgeordneter zum Reichsrat Österreichs. Seit 1911 Obmann der Deutschen Fortschrittspartei in Böhmen, verhandelte er über den Österreichisch-Tschechischen Ausgleich.[2]

Literatur

Wikisource: Adolf Bachmann – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Rektoratsrede (HKM)
  2. R. J. Hoffmann, 1988.