Adlerdalmatica
Adlerdalmatika wird ein mit Adlern bestickter Mantel genannt. Erstmals um 1350 erwähnt, wird diese Insigne zu den Krönungsgewändern der römisch-deutschen Kaiser gezählt. Sie wird fälschlicherweise den Insignien Karls des Großen zugeschrieben. Albrecht Dürer stellte in einem Bild Karl den Großen in diesem Mantel dar.[1] Die Adlerdalmatika wurde wahrscheinlich um 1300 aus chinesischem Stoff, Damast – „roter Seidenkörperdamast“, der im Stoffmuster das „chinesische Wolkenband“ zeigt[2] – und schwarzer Seide gefertigt. Die Borten in Gold, mit noch ungedeuteten Herrscherbildnissen verziert, sind aus Damast und der Reichsadler ist mit schwarzer Seide gestickt. Die Adleraugen sind aus Emaille. Zur Adlerdalmatika gehörte eine Gugel, die aber bei einer Umlagerung von Nürnberg nach Wien verloren ging. Heute befindet sich die Adlerdalmatica in der Schatzkammer in Wien.
Siehe auch
Literatur
- Hermann Fillitz: Die Insignien und Kleinodien des Heiligen Römischen Reiches. Schroll, Wien u. a. 1954.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Karolus magnus (Karl der Große), Gemälde von Albrecht Dürer im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg: Die dort abgebildeten Adlermedaillons auf dem Krönungsgewand deuten auf die Adlerdalmatika hin.
- ↑ Manfred Leithe-Jasper, Rudolf Distelberger: Kunsthistorisches Museum Wien. 1. Die Schatzkammer. Verlag C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-42937-8, S. 47.