Adams (Patriziergeschlecht)

Die Adams (auch Adami) waren eine Patrizierfamilie, deren Sitz in Mülheim am Rhein war. Aus ihr ging der Weihbischof von Hildesheim Adam Adami hervor; außerdem stellte die Familie zwei Bürgermeister von Mülheim und einige Schöffen bzw. Richter.

Mit den von Moens aus Brabant bestand eine Wappenverwandtschaft; eine Stammesverwandtschaft ist nicht auszuschließen.

Geschichte

Anton Fahne beginnt die Stammreihe mit einem unbekannten Adams, der eine unbekannte Stommel heiratete. Deren Sohn war Mathias Adams, Bürgermeister und Schöffe von Mülheim. Sein gleichnamiger Sohn war ebenfalls Bürgermeister von Mülheim und heiratete Catharina Heumar, welche vor 1667 starb.

Aus dieser Ehe ging unter anderem der Geistliche Dr. Adam Adams hervor, der wohl der bedeutendste Spross seines Geschlechts war. Er besuchte das Jesuiten-Gymnasium Tricoronatum und erwarb 1627 den Grad des Baccalaureus. Im Jahr darauf trat er der Benediktinerabtei Brauweiler bei und sammelte in seiner Zeit dort viele Kenntnisse von Theologie bzw. Kirchenrecht und Kirchengeschichte. Im Jahre 1633 erhielt er seine Priesterweihe; von 1634 bis 1637 promovierte er an der Universität zu Köln zum Doktor der Theologie. Dr. Adams wurde 1637 Prior der Abtei St. Jakob in Mainz und 1639 Prior in Murrhardt, Herzogtum Württemberg. Des Weiteren ist belegt, dass er zweimal nach Wien reiste und dort die kaiserliche Investitur und Regalien für den Abt von Murrhardt sowie den Erhalt der durch den Herzog vom Württemberg gefährdeten restituierten schwäbischen Klöster akquirieren. Bei Friedensverhandlungen in Münster war er der Bevollmächtigte der „restituierten Stifts- und Gotteshäuser in Schwaben“ und des Fürstabts Arnold von Corvey, um kirchliche Belange zu sichern. Jedoch erreichte er dort nur wenig. Ab Januar 1647 war er Abt von Murrhardt und am 13. März 1650 verzichtete er auf die Abtei. Noch im selben Jahr reiste Dr. Adams als Gesandter des Kölner Kurfürsten Maximilian Heinrich von Bayern nach Rom und kehrte im Dezember 1651 mit dem erzbischöflichen Pallium für den Kurfürsten zurück. Daraufhin ernannte ihn der Kurfürst zum Geheimen Rat, außerdem erbat der Kurfürst sich ihn zum Weihbischof. Dr. Adams erhielt seine Weihe zum Titularbischof von Hierapolis am 13. März 1653 im Paderborner Dom und wurde des Weiteren Administrator des Benediktinerinnenklosters Escherde.[1]

Johann Adams, Sohn Johann Adams zu Herwegh, wurde 1726 erwähnt; mit ihm starb das Geschlecht im Mannesstamm aus.

Wappen

Blasonierung: In Silber eine grüne Buche, um deren Stamm sich eine goldene Schlange windet.

Stammliste

Folgende Stammliste ist bei Fahne überliefert:[2]

  1. N. N. ⚭ N. N. Stommel
    1. Mathias, Bürgermeister und Schöffe von Mülheim
      1. Mathias, Bürgermeister von Mülheim ⚭ Catharina Heumar († vor 1667)
        1. Johann, Richter des Amts Lülsdorf ⚭ Aleid Thurns
        2. Adolf ⚭ Maria Len (1642)
          1. Johann ⚭ I Margaretha Stommel (1708) ⚭ II Anna Herwegh
            1. Johann (1726)
        3. Anna ⚭ Gerard Nommerings
        4. Elisabeth ⚭ N. N. Rauschar
        5. Adam, Weihbischof von Hildesheim, Titularbischof von Hierapolis (* 1610 in Mülheim, † 19. Februar 1663 in Hildesheim)

Literatur

  • Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 1 (hhu.de).

Einzelnachweise

  1. Paulus Volk OSB: Adami, Adam. In: deutsche-biographie.de. Abgerufen am 8. Januar 2026.
  2. Fahne (1848), S. 1.