Adam Adamski

Adam Adamski (* 1960 in Plessa) ist ein deutscher Kulturmanager, Autor, Produzent von TV-Sendungen und Textildesigner. Seit 1981 lebt er in Berlin und wurde in der DDR bekannt als Veranstalter und Manager von Jazz- und Alternativ-Bands. In der Bundesrepublik arbeitete er als Autor und war in der Modebranche aktiv.

Leben in der DDR

Adam Adamski wurde 1960 in Plessa (Kreis Bad Liebenwerda, Bezirk Cottbus), im Süden von Brandenburg in der damaligen DDR geboren. In seiner Jugend war Post-Hippie Adamski in der Kunden- und Blueserszene aktiv, trampte und besuchte zahlreiche Konzerte in der DDR.

Nach der Berufsausbildung zum BMSR-Techniker im Kraftwerk Vockerode (1976–1979) arbeitete Adamski im Kraftwerk Plessa und machte ein Ausbildung zum Fotografen in der PGH „Foto“ Elsterwerda.

Ab Ende 1981 war Adamski als Technischer Mitarbeiter an der Humboldt-Universität Berlin, Sektion Veterinärmedizin, Bereich Biochemie angestellt.

Ab September 1982 wurde er Leiter des Jugendklub Wilhelm-Pieck-Straße 153 im Stadtbezirk Berlin-Mitte.[1][2] In dieser Zeit entwickelte er die Mode-Show Statt Gespräch unter anderem mit Annekatrin Hendel und gemeinsam mit dem damaligen Musikstudenten Frank Raschke die 32-köpfige Berliner BigBand Variation.[3] Neben seiner Tätigkeit als Jugendklubleiter organisierte er Veranstaltungen und managte Jazzbands. Mitte 1985 hatte die Kulturhausleitung ihm angetragen, das Veranstaltungsprogramm und die Publikumsstruktur zu verändern oder den Job wegen seiner politischen Unzuverlässigkeit aufzugeben.[4] Von 1983 bis 1986 war er ehrenamtlich Leiter des Jazzclub Berlin* beim Kulturbund der DDR und beteiligt an der Herausgabe des „Berliner Jazzblatt“, eines eigeninitiativen Musik-Fanzines.[5] Ab 1985 war Adamski Mitglied der Sektion Jazz beim Komitee für Unterhaltungskunst.

Adamski stellte 1986 einen Ausreiseantrag.

Adamski hatte von 1985 bis Dezember 1988 keine staatliche Zulassung oder Genehmigung für seine Tätigkeit als Kulturmanager. Dennoch übernahm er 1986 das Management der ein Jahr zuvor gegründeten Band die anderen. Ebenso organisierte er für Elektro Artist (feat. Christoph Tannert, Sangare Siemsen), HerTZ, This Pop Generation wie auch Die Art[6] Auftritte und betreute Projekte wie fett, z.art oder teurer denn je aus dem Umfeld der Brüder Ulf und Bert Wrede, Leonhard Lorek und Michael Fritz Zickert.[7]

1987 entwickelte er gemeinsam mit Arnim Bautz die New Affaire - Magic Show.[8] Die Veranstaltung fand unter anderem in der Werner-Seelenbinder-Halle Berlin statt.[9]

Parallel realisierte er von 1986 bis 1989 weitere Projekte — so unter anderem die Veranstaltungsserie Off Ground[10] im Klubhaus „Lindenpark“ in Potsdam-Babelsberg, in der alternative Bands („Die anderen Bands“) und unabhängige Projekte inszeniert wurden.

Im Mai 1989 erschien in der ostdeutschen Wochenzeitung Sonntag ein Interview des Kulturwissenschaftler Paul Kaiser mit Adam Adamski, in welchem erstmals öffentlich die Berufsbezeichnung „Manager“ im DDR-Kontext verwendet wurde:[11] „Ich bin der, den man zuerst anpinkeln kann, weil es für das, was ich mache, noch keine offizielle und rechtliche Legitimation gibt. Ich habe mich jahrelang nicht um meinen Status gekümmert, nach konservativem Verständnis im Prinzip asozial gelebt.“[12]

Im Frühjahr 1989 verließ er die DDR mit Hilfe von Freunden aus Westdeutschland illegal über die ungarisch-österreichische Grenze.

Leben in Westberlin und im vereinigten Deutschland

Nach der Flucht aus der DDR wirkte Adamski als freier Autor. Von 1990 bis 1993 produzierte er Beiträge, Dokumentationen und Reisemagazine für verschiedene TV-Sender mit einem Gesamtumfang von ca. 500 Stunden.

Parallel organisierte er zur letzten Volkskammerwahl 1990 der DDR und der nach Wiedervereinigung darauf folgenden Bundestagswahl im Auftrag der SPD deren Wahlkampf in den neuen Ländern.

Adamski führte Regie bei der 30 Minuten Musikdokumentation „Plaste & Gitarren“ über „Ostrock“-Musik, welche für den RIAS TV produziert wurde.[13]

Ebenfalls 1990 realisierte er eine TV-Dokumentation der Aufführungen der Künstlerinnengruppe Allerleirauh im historischen Stadtbad Oderberger Straße in Prenzlauer Berg Berlin. Sie wurde vom Sender RIAS TV ausgestrahlt.

1992 fanden in der Tabakmoschee Yenidze Dresden erstmals „Tage der offenen Tür“ statt, hier organisierte er die dreitägige Veranstaltung und realisierte eine TV-Dokumentation.[14]

1993 war Adamski Mitbegründer von Zeppelin Mode Berlin-Mitte, einem Ladengeschäft für hochwertige Textilien.[15] Er war Geschäftsführer für Ausbau und Gestaltung der Verkaufsräume, Personal, den Einkauf und Verkauf verantwortlich. In den Jahren 1998–2002 leitete er die Geschäfte der Schütte-Lanz GmbH, einer Koproduktion mit eigenen Geschäften von Zeppelin und Andrej Nowak (Barfuß oder Lackschuh). 2012 beendete Adamski sein Engagement in dem Textilunternehmen Zeppelin Mode.

Ab 2013 arbeitet Adamski als Berater für Textildesigner, Selbständige und andere Unternehmen.

2018 wurde ihm die Diagnose Parkinson-Krankheit bestätigt.

Seit 2019 ist Adam Adamski wieder als Autor, Berater und Produzent tätig und entwickelt Marken.

Veranstaltungen und Projekte (Auswahl)

  • 1975–1980: Posthippie Konzerte
  • 1982–1985: Leitung Jugendklub Wilhelm-Pieck-Straße 153
  • 1983–1986: Leiter Jazzclub Berlin, Herausgabe JazzBlatt
  • 1984–1985: Berliner Bigband Vielharmonie
  • 1984: ModeShow Statt Gespräch
  • 1986–1987: Management die anderen, Electro Artist, Pop Generation, Die Art u. a.
  • 1986: Haus Auensee (Leipzig) „Rockpark“ (Pankow, Die Art, die anderen u. a.)
  • 1987–1988: Multimedia-Show New Affaire
  • 1989–1991: Autor (Stern, Transatlantik, Prinzz u. a.)
  • 1990–1993: TV-Produktionen WDR, RIAS-TV, DW, Premiere
  • 1990: Volkskammerwahl und Bundestagswahlkampf SPD
  • 1991: Allerleirauh, TV-Dokumentation (Stadtbad Oderberger Straße Berlin)
  • 1992–1993: Dokumentationen TV touring „Holiday TV“ (Dresden und die Tabakmoschee Yenidze, Burg (Spreewald), Annaberg-Buchholz, Teupitz und das Schenkenländchen, Bernburg (Saale))
  • 1995–2012: Design und Produktion Schütte-Lanz und Rosa Lanz
Commons: Adam Adamski – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Interview, „Boheme & Diktatur“ S. 109 ff. DHM, Verlag Fannei & Walz
  2. Ida Luise Krenzlin,Michael Brettin: Wo die Szene im Berlin der Achtzigerjahre abhing. 24. Dezember 2023, abgerufen am 29. Juli 2025.
  3. Bigband Variation, STATT GESPRÄCH, „Catwalk wider den Sozialismus“ S. 230 ff. Bebra Verlag Berlin ISBN 978-3-95410-220-4
  4. Entlassung, „Catwalk wider den Sozialismus“ S. 396 ff. Bebra Verlag Berlin ISBN 978-3-95410-220-4
  5. Jazz, „Catwalk wider den Sozialismus“ S. 325 ff. Bebra Verlag Berlin ISBN 978-3-95410-220-4
  6. DIE ART – DIE ZUCHT. In: Website der Band Die Zucht. 19. November 2020, abgerufen am 29. Juli 2025.
  7. Interview „Messitsch“ 9/1990, OPPOSUM Verlag Berlin, ISSN 0863-3975
  8. Leute, auf new-affaire.com, abgerufen am 23. Juli 2025
  9. New Affaire, „Magnetizdat“ S. 139 ff. Verbrecherverlag Berlin 2023
  10. OFF GROUND „Boheme & Diktatur“ S. 65, DHM, Verlag Fannei & Walz
  11. Interview Adamski, Sonntag (Wochenzeitung) Ausgabe 31/1989 S. 5
  12. Interview Adamski in Ronald Galenza, Heinz Havemeister (Hrsg.): „Wir wollen immer artig sein …“ Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2013, ISBN 978-3-86265-230-3, S. 263.
  13. „Plaste&Gitarren“, 30 min., 1990 AN GmbH, prod. RIAS TV, VHS
  14. Dokumentation „Dresden und die Yenidze“ 1992, Videoproduktion 30 min., TV touring
  15. Zeppelin Mode Broschüre „30 Jahre“ Ausgabe Oktober 2024, S. 10