Adalbert II. von Saarbrücken
Adalbert II. von Saarbrücken († 17. Juli 1141 in Erfurt) aus der Familie der Saargaugrafen war von 1138 bis 1141 Erzbischof von Mainz.
Familie
Er war der Neffe von Adalbert I. von Saarbrücken, seines Vorgängers auf dem Mainzer Erzbischofssitz. Sein Vater war Graf Friedrich von Saarbrücken, seine Mutter Gisela eine geborene von Selbold-Gelnhausen.[1] Er hatte mindestens zwei Geschwister, die das Erwachsenenalter erreichten: Simon I., der um 1135 die Grafschaft Saarbrücken nach dem Tod seines Vaters übernahm, und Agnes, die um 1132/33 Herzog Friedrich II. von Schwaben, den Bruder König Konrad III. heiratete.[2]
Ausbildung und Anfang der Karriere
Adalbert II. wurde in Mainz, Hildesheim, Paris, Reims und Montpellier ausgebildet – das Beste was das europäische Bildungssystem damals zu bieten hatte. Seine verwandtschaftliche Nähe zu Erzbischof Adalbert I. begünstigte seine Karriere, so dass er früh mehrere Propsteien innehatte: Am Erfurter Dom St. Marien seit 1128, am Stift St. Peter in Mainz seit 1130 und am Kollegiatstift St. Stephan, ebenfalls in Mainz, seit 1132.[3]
Erzbischof
Seine Wahl zum Erzbischof von Mainz soll nicht ohne Widerstände verlaufen, aber durch den Einsatz seines Schwagers, des Herzogs Friedrich II. von Schwaben[4], während eines Hoftages von König Konrad III., der die Wahl ebenfalls befürwortete[5], in Mainz im April 1138 geglückt sein.[6] Gleichzeitig wurde er Erzkanzler. Seine Priesterweihe und einen Tag später seine Bischofsweihe erfolgten einen Monat später im Bamberger Dom. In den folgenden Monaten befindet sich Adalbert II. mehrfach am Hof des Königs[7], so auch im Februar 1140 bei einem Reichstag in Worms[8] und dem Folgetag in Frankfurt am Main im Mai des gleichen Jahres. Anschließend reiste er nach Rom. Noch vor Wintereinbruch kehrte er zurück und kämpfte auf der Seite von König Konrad III. in der Schlacht von Weinsberg.[9] Im Sommer 1141 nahm er noch an einem königlichen Hoftag in Würzburg teil. In der Folge kam es zu einem Zerwürfnis zwischen Adalbert II. und dem König, weil der Erzbischof sich auf die Seite der Sachsen gestellt habe. Die Gründe dafür sind vieldiskutiert, die Fakten reichen aber über Vermutungen nicht hinaus.[10] Dieser politische Seitenwechsel blieb aber ohne Konsequenz, weil der Erzbischof schon wenige Wochen später, am 17. Juli 1141, starb. Beigesetzt wurde er im Mainzer Dom.[11]
Literatur
- Peter Acht: Adalbert II., Erzbischof von Mainz. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 1. Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 44–45 (deutsche-biographie.de).
- Friedrich Wilhelm Bautz: Adalbert II., Erzbischof von Mainz. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 25.
- Joachim Ehlers: Verfassungs- und sozialgeschichtliche Studien zum Bildungsgang Erzbischof Adalberts II. von Mainz. In: Ders., Ausgewählte Aufsätze, herausgegeben von Martin Kintzinger / Bernd Schneidmüller, Berlin 1996, S. 191–214.
- Albert Schumann: Adalbert II. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 65.
- Christoph Waldecker: Zwischen Kaiser, Kurie, Klerus und kämpferischen Laien. Die Mainzer Erzbischöfe im Zeitraum 1100 bis 1160, Mainz 2002 (Quellen und Abhandlungen zur Mittelrheinischen Kirchengeschichte 101).
- Wolfram Ziegler: König Konrad III. (1138–1152). Hof Urkunden und Politik. Böhlau, Wien u. a. 2008. ISBN 978-3-205-77647-5, S. 68–78.
Weblinks
- Saarbrücken Adalbert II. von in der Datenbank Saarland Biografien
Einzelnachweise
- ↑ Ziegler, S. 69.
- ↑ Hans-Walter Herrmann: Saarbrücken, Grafen v. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 22. Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. 318–319 (deutsche-biographie.de).
- ↑ Ziegler, S. 69.
- ↑ Ziegler, S. 71, 78.
- ↑ Ziegler, S. 78.
- ↑ Ziegler, S. 70.
- ↑ Ziegler, S. 71f.
- ↑ Ziegler, S. 73.
- ↑ Ziegler, S. 74.
- ↑ Ziegler, S. 76–78.
- ↑ Ziegler, S. 75.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Adalbert I. von Saarbrücken | Erzbischof von Mainz 1138–1141 | Markolf |