Ada Ehmler

Ada Ehmler (geborene Ada Böhme am 10. Juli 1925 in Wilhelmshaven; gestorben 2009) war eine deutsche Frauenrechtlerin, die im Bereich der evangelischen Frauenarbeit tätig war.

Leben

Ada Böhme wurde am 10. Juli 1925 in Wilhelmshaven geboren. Ihr Vater Herman Böhme war Berufssoldat bei der Reichsmarine, ihre Mutter Anna Hausfrau.[1] Sie wuchs in einem pietistischen und gänzlich unpolitischen Elternhaus auf.[2] Böhme war musikalisch begabt und bestand 1942 die Aufnahmeprüfung am Hamburger Konservatorium. Dennoch gab sie ihren Wunsch Sopranistin zu werden auf und besuchte die höhere Handelsschule. Sie absolvierte eine Ausbildung im Handelswesen und fand eine Anstellung bei der Sparkasse Buxtehude. Sie lernte im Alter von 21 Jahren in der freien Gemeinde Gottfried Ehmler kennen, dessen Vater in der Gemeinde Pastor war und zwei Jahre später heiratete sie ihn. Das Paar hatte drei Töchter. Gottfried Ehmler arbeitete im Flugzeugbau und Ada Ehmler als kaufmännische Angestellte beim Zoll.[1]

Politische Tätigkeit

Politisch aktiv wurde Ada Ehmler durch die Kampagne „Kauft keine 'Früchte der Apartheid'“. Als Mädchen gehörte sie dem Bund Deutscher Mädel an und erlebte hilflos die Reichspogromnacht. Dieses Erlebnis prägte sie und in den 1970er Jahren sagte sie, dass sie nie wieder bei irgendeiner Art von Rassismus mitmachen wollte.[3] Der Verbraucherboykott gegen Produkte aus Südafrika wurde 1977 durch die evangelische Frauenarbeit zusammen mit der Anti-Apartheid-Bewegung getragen, um gegen die Rassentrennung in Südafrika aktiv zu werden. Zuvor konzentrierte sich die evangelische Frauenarbeit auf Ökumene, Glaubensfragen, Gemeindearbeit und frauenrelevante Anliegen. Ada Ehmler sah ihre Aufgabe in einer 'kirchlichen Frauenbewegung' und ihr Antrieb war es, mit 'Mut zu Veränderungen im eigenen Leben und Frau-Sein', 'den göttlichen Ansatz zur Geltung bringen' und die Einstellung, 'politische, gesellschaftspolitische Gegebenheiten' nicht mehr hinzunehmen, sondern dagegen aufzustehen und zu helfen, Veränderungen herbeizuführen. Sie ließ diese Erkenntnisse in die Boykott-Arbeit gegen Südafrika einfließen, mit der sie im April 1978 startete.[1] Die Frauen aus Nordelbien schlossen sich dem Boykottaufruf der „Evangelischen Frauen in Deutschland“ an. Gemeinsam forderten sie auf, den Kauf von Produkten aus Südafrika zu verweigern. Damit wurde die Zusammenarbeit in der internationalen Frauenarbeit gestärkt und sie gilt auch als erste großflächige und erfolgreiche Mobilisierung von Konsumenten. Dabei bekamen sie nicht immer die Unterstützung durch die Leitungen der Kirchen und erst viel später erhielten sie für ihr Engagement Anerkennung und Würdigung.[1] Ada Ehmle und ihre Mitstreiterinnen standen mit gelben Schürze auf Wochenmärkten und bewirkten, dass Obst- und Gemüsestände zu Orten des politischen und theologischen Diskurses wurden. Die gelben Schürzen wurden später typisch für die Bewegung.[2]

Die „Evangelischen Frauen in Deutschland“ beendeten im September 1992 die Organisation der Boykott-Kampagne, aber die Arbeit der Südafrika-Gruppe der evangelischen Frauenarbeit Hamburg dauerte weiter an.[1] Ada Ehmler wurde 1994 mit der Bugenhagenmedaille der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche ausgezeichnet.[4] Sie wurde 2017 in der Hauptkirche Sankt Jacobi Hamburg als freiheitsliebende Reformerin geehrt.[3]

Ada Ehmler starb im Jahr 2009. Sie wurde in Hamburg mit einem Frauenort geehrt.

Einzelnachweise

  1. a b c d e Ada Ehmler – Biografien-Datenbank: Frauen aus Hamburg. In: hamburg-frauenbiografien.de. Abgerufen am 24. November 2025.
  2. a b Das Heute fürs Morgen gestalten. In: kirche-dithmarschen.de. www.kirche-dithmarschen.de, abgerufen am 24. November 2025.
  3. a b „Zu königlichen Menschen werden…“ In: nordkirche.de. Abgerufen am 27. November 2025 (deutsch).
  4. Früchte. In: Die Tageszeitung: taz. 1994, ISSN 0931-9085 (taz.de).