Adèle Viret

Adèle Viret (* 1999) ist eine französische Jazzmusikerin (Violoncello, Komposition).

Leben und Wirken

Viret, deren Vater der Kontrabassist Jean-Philippe Viret ist, erhielt bereits mit vier Jahren ein Cello geschenkt. Nach dem Bachelor 2023 am Konservatorium von Montreuil setzte sie ihr Studium am Königlichen Konservatorium in Brüssel fort. Auch wurde sie von Magic Malik und Fabrizio Cassol beeinflusst.[1]

2019 gründete Viret n'Être, ein Cello- und Tanzduo, dessen Musik und Choreografie von der Tänzerin Zoé Pannier und ihr gemeinsam geschaffen wurden. Im selben Jahr schloss sie sich dem Netzwerk Medinea an, das junge Künstler aus dem Mittelmeerraum zusammenbringt. Mit ihrem Quartett aus Wajdi Riahi (Piano), Pierre Hurty (Schlagzeug) sowie Oscar Viret (ihrem Bruder, an der Trompete) legte sie 2024 ihr Debütalbum »Close to the Water« vor, das von zeitgenössischem Jazz und kammermusikalischen Strömungen geprägt ist und gute Kritiken erhielt.[2][3] Ihr Quartett wurde beim Jazzwettbewerb der European Broadcasting Union als »Ensemble des Jahres« ausgezeichnet[4] und trat auch bei der Jazzahead in Bremen auf.[5] Bei den Victoires du jazz 2025 wurde sie als Neuentdeckung ausgezeichnet.[6]

Viret spielte weiterhin als Cellistin in der Band Abhra von Julien Pontvianne, im Kaija String Quartet, mit Jawa Manla in den Niederlanden, mit Zé Almeidas Quartett und Apophenia in Portugal, mit Alejandra Borzyk und Fabrizio Cassol in Belgien sowie gelegentlich als Gast bei Aka Moon (Quality of Joy, 2023). Weiterhin ist sie auf Mons Tumba von Robin Antunes und auf Barbastelle - Vestige Étésien von Jordi Cassagne zu hören.

Außerdem komponierte Viret im Auftrag von Les Ateliers du Violoncelle ein Stück für Solo-Cello.

Diskographische Hinweise

  • Julien Pontvianne, Abhra, Isabel Sörling, Francesco Diodati, Alexandre Herer, Adèle Viret, Matteo Bortone: Seven Poems on Water (Onze Heures Onze 2022)
  • Adèle Viret Quartet: Close to the Water (Lézards Inouïs 2024)

Einzelnachweise

  1. Yves Tassin: Adèle Viret - IWD2025: Groovin’ High. In: jazz-fun.de. 8. März 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  2. Yves «JB» Tassin: Adèle Viret Quartet – Close to the Water. In: jazzhalo.be. 10. November 2024, abgerufen am 5. Oktober 2025 (niederländisch).
  3. Dominique Boulay: Adèle Viret Quartet – Close to the Water. In: Paris-Move & Blues Magazine. 6. Oktober 2024, abgerufen am 27. September 2025.
  4. Adèle Viret Quartet, Winner of the Euroradio Jazz Competition’s Ensemble of the Year Award. In: Jazz Migration. Abgerufen am 5. Oktober 2025 (englisch).
  5. Till Lorenzen: Best of Jazzahead (3/3). In: WDR. 6. Juli 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  6. Annie Yanbekian: Victoires du jazz 2025 : PianoForte, Arnaud Dolmen, Adèle Viret... Découvrez les lauréats lundi soir sur France 4. In: franceinfo.fr. 22. September 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025 (französisch).