Actio depositi contraria

Die actio depositi contraria war im antiken römischen Recht eine Gegenklage aus Verwahrungsvertrag mit der der Verwahrer Aufwandersatz bzw. Schadenersatz verlangte. Die Klage korrespondierte mit der actio depositi. Mit dieser ging der Hinterleger gegen den Verwahrer vor, wenn dieser den Verwahrungsvertrag verletzt hatte.

Der Hinterleger konnte jederzeit Rückgabe der hinterlegten Sache und gegebenenfalls Schadenersatz bei Beschädigungen oder Unmöglichkeit der Herausgabe verlangen. Hierzu diente der Anspruch aus der actio depositi. Eine Verurteilung hatte den Verlust der bürgerlichen Ehre zur Folge. Im Gegenzug konnte der Verwahrer die actio depositi contraria[1] geltend machen und Aufwendungsersatz und gegebenenfalls Schadenersatz verlangen.[2]

Begrifflich leitet sich die Klage aus depositum (lateinisch: das Hinterlegte) ab. Der Verwahrungsvertrag war „unentgeltlich“, Gegenstand war die Übernahme beweglicher Sachen zur Aufbewahrung. Ein Verwahrungsvertrag verlangte eine förmliche Vereinbarung und erforderte die Übergabe der Sache. Systematisch gehört der Vertrag zur Gruppe der Realkontrakte. Wurde eine Verwahrung „entgeltlich“ vereinbart, handelte es sich um eine locatio conductio (operis). Dem Verwahrer (detentor) war die Nutzung der Sache untersagt. Daher genoss er keinen Besitzschutz und setzte sich bei rechtsmissbräuchlicher Nutzung dem Vorwurf der Gebrauchsanmaßung, dem furtum usus aus.[3]

Literatur

  • Max Kaser: Das Römische Privatrecht. 2 Bände, 2. Auflage. Beck, München 1971–1975 (Handbuch der Altertumswissenschaft (Abteilung 10, Teil 3, Band 3). § 126. 3. Verwahrung (depositum), S. 446–448.

Anmerkungen

  1. Georg Klingenberg, Martin Pennitz: Einführung in das römische Recht. 5., verb. und erg. Auflage. Böhlau, Wien [u. a.] 2012, ISBN 978-3-205-78886-7.
  2. Heinrich Honsell: Römisches Recht, 5. Auflage. Springer, Zürich 2001, ISBN 3-540-42455-5, S. 122.
  3. Herbert Hausmaninger, Walter Selb: Römisches Privatrecht, Böhlau, Wien 1981 (9. Aufl. 2001) (Böhlau-Studien-Bücher) ISBN 3-205-07171-9, S. 219.