Accademia di Belle Arti “Pietro Vannucci”
| Accademia di Belle Arti “Pietro Vannucci” | |
|---|---|
| Gründung | 1573 |
| Ort | Perugia |
| Bundesland | Umbrien |
| Land | Italien |
| Leitung | Emidio Domenico De Albentiis |
| Netzwerke | Conservatorio di Musica di Perugia |
| Website | Accademia di Belle Arti “Pietro Vannucci” di Perugia |
DieAccademia di Belle Arti „Pietro Vannucci“ ist eine staatliche anerkannte private Universität für das Studium der Bildenden Künste mit Sitz in Perugia.[1][2]
Sie ist nach dem berühmten umbrischen Maler Pietro Vannucci benannt, besser bekannt als „il Perugino“.
Geschichte
Die 1573 vom Maler Orazio Alfani und dem Mathematiker Raffaele Sozi unter dem Namen Accademia del Disegno gegründete Akademie ist die zweitälteste Italiens.[3]
Im Jahr 1781 beantragte und erhielt der Maler Carlo Spiridione Mariotti die Möglichkeit, dort eine Malschule zu eröffnen. Neun Jahre später wurde die Akademie in Accademia di belle arti Pietro Vannucci umbenannt.[3]
Die erste Satzung wurde 1791 gedruckt. Sie war vom Direktor Baldassarre Orsini, einem Schüler von Anton Raphael Mengs, nach dem Vorbild der römischen Accademia di San Luca ausgearbeitet worden und wurde mehrfach erneuert und erweitert. Die große Modernisierung des Instituts erfolgte jedoch um 1820 durch den Direktor und Lehrer für Malerei Tommaso Minardi, einem Schüler von Antonio Canova. Er reorganisierte die Zeichenakademie aus didaktischer und administrativer Sicht, benannte sie im neoklassizistischen Stil in „Akademie der Schönen Künste“ um. Er verlieh ihr den Charakter einer öffentlichen Bildungseinrichtung und ergänzte die Schule durch ein Museum mit Beispielen antiker und moderner Kunst sowie eine umfangreiche Bibliothek. Außerdem wurden Stipendien eingerichtet, um begabten jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihr Studium auch in anderen italienischen Städten, insbesondere in Rom, zu vervollkommnen.
Die Lehrtätigkeit im 19. Jahrhundert war nicht nur für die Künste Umbriens wegweisend und vorbildlich, sondern zog auch bedeutende Persönlichkeiten aus den Bereichen Kunstgeschichte und Architektur an. Zu ihnen zählten Baldassarre Orsini, Carlo Labruzzi, Guglielmo Calderini und Silvestro Valeri. Nach mehreren Umzügen – zunächst in das Oratorium Sant’Angelo della Pace in Porta Sole, dann in das ehemalige Kloster Vanvitelli in Montemorcino Nuovo – fand die Akademie zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren endgültigen Sitz im ehemaligen Kloster San Francesco al Prato. Dort beherbergt sie eine Bibliothek mit fast 17.000 Büchern.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Akademie bereits fest etabliert. Sie behielt nicht nur ihre Funktion bei, sondern zählte auch namhafte Meister wie Pietro Angelini, Gerardo Dottori und Arturo Checchi zu ihren Mitgliedern. 1923 gründete sie zudem die Scuola di arte industriale (Schule für industrielle Kunst), eine spezielle Kunstschule, aus der 1928 das staatliche Istituto d’arte Bernardino di Betto hervorging. Erst 1940 wurde die Akademie von Perugia durch das Königliche Dekret Nr. 1086 vom 25. Juni den staatlichen Akademien gleichgestellt.
Das Museum
Das Museum der Accademia di Belle Arti bewahrt ein historisch-künstlerisches Erbe von unschätzbarem Wert: Gipsmodelle bedeutender Werke der europäischen Bildhauerkunst wie Originalabgüsse von Werken Luca della Robbias, Gipsabgüsse der von Michelangelo und seinem Schüler Vincenzo Danti geschaffenen Medici-Gräber sowie Gipsabgüsse von Antonio Canovas „Der Tod des Priamos“ (das 2013 teilweise zerstört wurde.[4]) und der Vorbereitungsabgüsse von „Die drei Grazien“ oder „Der Hirtenjunge mit Hund“ von Bertel Thorvaldsen. Hier befinden sich auch das Zeichnungskabinett mit grafischen Werken von Giovanni Battista Piranesi und Jean-Baptiste Wicar sowie die Gemäldegalerie mit Werken von Carl Christian Vogel von Vogelstein bis Alberto Burri.
Einzelnachweise
- ↑ Statuto "Fondazione Accademia di Belle Arti Pietro Vannucci”. (pdf) Abgerufen am 21. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Istituti AFAM legalmente riconosciuti. Ministero dell'Università e della Ricerca, abgerufen am 21. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ a b Accademia di belle arti Pietro Vannucci di Perugia. In: https://siusa.archivi.beniculturali.it/. Abgerufen am 21. Oktober 2025 (italienisch).
- ↑ Sara Caponi: In frantumi un gesso del Canova destinato alla mostra di Assisi. Vivere Assisi, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 6. September 2013; abgerufen am 21. Oktober 2025 (italienisch).
Koordinaten: 43° 6′ 49,9″ N, 12° 22′ 55,5″ O