Acacius von Amida
Acacius von Amida (Aqaq, Acathius; † 425) war Bischof von Amida, Mesopotamien (heute: Türkei) von 400 bis 425, während der Herrschaft des oströmischen Kaisers Theodosius II. Es sind keine Schriften über ihn erhalten, aber sein Leben wird von Sokrates Scholasticus im 21. Kapitel des 7. Buches seiner Kirchengeschichte (Ἐκκλησιαστικὴ ἱστορία) dokumentiert. Dort wird beschrieben, wie er in den Römisch-Persischen Kriege Tausende von Sklaven befreite.[1]
Vollständige Beschreibung bei Socrates Scholasticus
Es folgt der vollständige Bericht in Socrates Scholastic, Kirchengeschichte, Buch 7, Kapitel 21, der alles aufzeichnet, was seit der Antike über Acacius bekannt ist.
„Eine edle Tat von Acacius, Bischof von Amida, steigerte damals sein Ansehen in der Bevölkerung erheblich. Da die römischen Soldaten dem persischen König die Gefangenen, die sie gefangen genommen hatten, unter keinen Umständen zurückgeben wollten, verhungerten diese - etwa siebentausend Gefangenen im verwüsteten Azazene, was den Perserkönig in große Not versetzte. Acacius hielt eine solche Angelegenheit für nicht zu unterschätzen. Er versammelte seine Geistlichen und sagte zu ihnen: „Unser Gott, meine Brüder, braucht weder Schüsseln noch Becher; denn er isst und trinkt nicht und es fehlt ihm an nichts. Da die Kirche dank der Großzügigkeit ihrer Gläubigen viele goldene und silberne Gefäße besitzt, ist es unsere Pflicht, sie zu verkaufen, um mit dem eingenommenen Geld die Gefangenen freizukaufen und sie mit Nahrung zu versorgen.“ Nachdem er diese und viele ähnliche Dinge gesagt hatte, befahl er, die Gefäße einzuschmelzen. Vom Erlös zahlte er den Soldaten ein Lösegeld für ihre Gefangenen, die er eine Zeit lang unterstützte. Dann stattete er sie mit dem Nötigen für ihre Reise aus und schickte sie zu ihrem Herrscher zurück. Diese Güte des ehrenwerten Acacius erstaunte den König der Perser, als ob die Römer es gewohnt wären, ihre Feinde sowohl durch ihre Wohltätigkeit im Frieden als auch durch ihre Tapferkeit im Krieg zu besiegen. Man sagt auch, der persische König habe gewünscht, dass Acacius in seine Gegenwart käme, um das Vergnügen zu haben, einen solchen Mann zu sehen; ein Wunsch, der auf Befehl von Kaiser Theodosius bald erfüllt wurde. Nachdem die Römer durch göttliche Gunst einen so bedeutenden Sieg errungen hatten, verfassten viele, die für ihre Beredsamkeit berühmt waren, Lobreden zu Ehren des Kaisers und trugen sie öffentlich vor. Auch die Kaiserin selbst verfasste ein Gedicht in heroischen Versen. Sie besaß einen ausgezeichneten literarischen Geschmack. Als Tochter des athenischen Sophisten Leontius war sie von ihrem Vater in allen Bereichen der Wissenschaft unterrichtet worden. Bischof Atticus hatte sie kurz vor ihrer Hochzeit mit dem Kaiser getauft und ihr den christlichen Namen Eudocia anstelle ihres heidnischen Namens Athenaïs gegeben. Viele hielten, wie bereits erwähnt, Lobreden auf diesen Anlass. Manche waren von dem Wunsch getrieben, vom Kaiser wahrgenommen zu werden; andere wollten ihre Talente der breiten Masse zur Schau stellen und wollten nicht, dass ihre mühsam erworbenen Errungenschaften im Dunkeln blieben.“[2]
Verehrung
Acacius' Festtag ist der 9. April (Martyrologium Romanum).
Literatur
- Lives of the Saints, For Every Day of the Year. edited by Rev. Hugo Hoever, S.O.Cist., Ph.D., New York: Catholic Book Publishing Co., 1955
Weblinks
- Catholic Encyclopedia: Socrates Scholasticus' „Church History“. (Book VII) Chapter 21 - Kind Treatment of the Persian Captives by Acacius Bishop of Amida. newadvent.org.
Einzelnachweise
- ↑ Lives of the Saints, For Every Day of the Year. ed. Rev. Hugo Hoever, S.O.Cist., Ph.D., New York: Catholic Book Publishing Co. 1955: S. 145–146.
- ↑ A noble action of Acacius bishop of Amida, at that time greatly enhanced his reputation among all men. As the Roman soldiery would on no consideration restore to the Persian king the captives whom they had taken, these captives, about seven thousand in number, were being destroyed by famine in devastating Azazene, and this greatly distressed the king of the Persians. Then Acacius thought such a matter was by no means to be trifled with; having therefore assembled his clergy, he thus addressed them: 'Our God, my brethren, needs neither dishes nor cups; for he neither eats nor drinks, nor is in want of anything. Since then, by the liberality of its faithful members the church possesses many vessels both of gold and silver, it behooves us to sell them, that by the money thus raised we may be able to redeem the prisoners and also supply them with food.' Having said these things and many others similar to these, he ordered the vessels to be melted down, and from the proceeds paid the soldiers a ransom for their captives, whom he supported for some time; and then furnishing them with what was needful for their journey, sent them back to their sovereign. This benevolence on the part of the excellent Acacius, astonished the king of the Persians, as if the Romans were accustomed to conquer their enemies as well by their beneficence in peace as their prowess in war. They say also that the Persian king wished that Acacius should come into his presence, that he might have the pleasure of beholding such a man; a wish which by the emperor Theodosius' order was soon gratified. So signal a victory having through Divine favor been achieved by the Romans, many who were illustrious for their eloquence, wrote panegyrics in honor of the emperor, and recited them in public. The empress herself also composed a poem in heroic verse: for she had excellent literary taste; being the daughter of Leontius the Athenian sophist, she had been instructed in every kind of learning by her father; Atticus the bishop had baptized her a little while previous to her marriage with the emperor, and had then given her the Christian name of Eudocia, instead of her pagan one of Athenaïs. Many, as I have said, produced eulogiums on this occasion. Some, indeed, were stimulated by the desire of being noticed by the emperor; while others were anxious to display their talents to the masses, being unwilling that the attainments they had made by dint of great exertion should lie buried in obscurity. Socrates Scholasticus' "Church History" (Book VII) Chapter 21 - Kind Treatment of the Persian Captives by Acacius Bishop of Amida und „Acathius“. Book of Saints. 1921. CatholicSaints.Info.