Abul Gharib

Magister Abul Gharib Arsruni (Apnelgaripes, Abelgarib, Aplłarib Artsruni, Abu ’lgharib Artsuni) aus Vaspurakan, Sohn des Hassan und Enkel des Chach’ik Kuln (Xacîʿk) (Smbat) oder Sohn des Xacîʿk (Vardan), war ab 1042 (?)[1] byzantinischer Statthalter von Kilikien mit Sitz in Tarsus. Nach Kurkijan war er ein Verwandter des Oschin von Lampron.[2]

Nach dem kurz nach 1267[3] verfassten Werk des Vardan Arewelcʿi habe Abul Gharib Missis, Adana, Lampron und Barbaron kontrolliert. Seine Tochter sei mit David, dem Sohn des Bagratiden Gagik II. verheiratet gewesen, der Kaisareia (Kayseri) beherrscht habe und ein erbitterter Feind der Romäer (Byzantiner) gewesen sei. Abul Gharib habe David gefangen genommen, da er ihn nicht gemocht habe. Sein Vater habe versucht, ihn zu befreien, sei aber unterwegs erwürgt worden und David von Abul Gharib vergiftet worden. Kirakos berichtet dagegen, Gagik sei von den drei Söhnen Pantaleons von Kybistra/Kyzistra getötet und sein Leichnam auf den Wällen der Burg zur Schau gestellt worden. Seine Truppen zerstreuten sich daraufhin. Matthias von Edessa erwähnt einen Besuch von Gagik bei Abul Gharib wegen einer vage als solche bezeichneten Verwandtschaftsangelegenheit, die nicht freundschaftlich gelöst werden konnte, und sei auf der Rückreise in einen Hinterhalt der Byzantiner geraten, gefangen genommen und auf Veranlassung des Philaretos Brachamios erdrosselt worden.[4]

Mehrere Siegel des Aplłarib wurden in der Levante (Türkei, Zypern, Libanon) gefunden. Eines zeigt beispielsweise St. Georg mit der Beischrift »῾Ο ἅγιος Γεώργιος. / (Κύριε βοήθει τῷ σῷ δούλῳ ᾿Απνελγαρίπῃ βέστῃ)« („St. Georg. Herr, hilf Deinem Diener, dem vestis Apnelgaripes“.)[5]

Quellen

  • Ara Edmond Dostourian (Übersetzer): Armenia and the crusades, tenth to twelfth centuries. The Chronicle of Matthew of Edessa. Translated from the Original Armenian with a Commentary and Introduction by Ara Edmond Dostourian. Lanham, University Press of America, 1993, S. 144
  • Robert W. Thomson: The Historical Compilation of Vardan Arewelcʿi. In: Dumbarton Oaks Papers. Band 43, 1989, 125–226 doi:10.2307/1291609, enthält ab S. 141 die Übersetzung des Werks von Vardan Arewelcʿi, hier S. 197

Einzelnachweise

  1. Ernst Honigmann: al-Maṣṣīṣa. In: Encyclopaedia of Islam. Second Edition. Herausgegeben von P. Bearman, Th. Bianquis, C. E. Bosworth, E. van Donzel, W. P. Heinrichs. Band 1, Brill, Leiden 1991, ISBN 90-04-08112-7, S. 774–779 auch als Online-Version unter doi:10.1163/1573-3912_islam_SIM_5025. Der dazu gegebene Literaturnachweis Saint Martin, Mémoir hist. et géorgr. sur l’Armén., i, Paris 1818, 199 (according to P. Čʿamčʿian, Armen. Gesch., ii, 995, iii, 50, 157, 335) enthält diese Jahreszahl nicht, sondern gibt für die Herrschaft eines Abel-Kharib über Mopsuestia das Jahr 1072 an. Die Artikel der Encyclopaedia of Islam zu Tarsus und Kilikien schweigen über die Person. Die armenischen Chroniken des Vardan Arewelcʿi und des Matthias von Edessa erwähnen ihn im Zusammenhang mit Ereignissen im Jahr 1079/1080, also ca. 40 Jahre später.
  2. Vahan M. Kurkjian: A History of Armenia. Published by the Armenian General Benevolent Union of America 1958, https://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Gazetteer/Places/Asia/Armenia/_Texts/KURARM/home.html
  3. Robert W. Thomson: The Historical Compilation of Vardan Arewelci. In: Dumbarton Oaks Papers. Band 43, 1989, S. 125–226, hier S. 125.
  4. Ara Edmond Dostourian (Übersetzer): Armenia and the crusades, tenth to twelfth centuries. The Chronicle of Matthew of Edessa. Translated from the Original Armenian with a Commentary and Introduction by Ara Edmond Dostourian. Lanham, University Press of America, 1993, S. 144/145
  5. Apnelgaripes, magistros Boulloterion 452. Abgerufen am 13. Februar 2014.