Abri de la Quebrada
Der Abri de la Quebrada ist eine archäologischer Fundplatz in Chelva in der Provinz Valencia, in Spanien. Es handelt sich um einen 2,0 bis 9,0 Metern tiefen und etwa 38,0 Meter langen, Nordwest-Südost-orientierten Abri, der Nutzungen durch die Neandertaler aufweist.
Aufgrund des Mangels direkter Sonneneinstrahlung wurde die Stätte laut der Phytolithen[1] und anderen Belegen nur von Juni bis Oktober genutzt. Die kleine Schlucht des Barranco de Ahillas wird vom Río Tuéjar, dem Río Turia und den Bergformationen Sierra de Javalambre und der Serra d’Utiel begrenzt. Die Lage am Eingang des Talkessels ermöglichte die Jagd auf große Pflanzenfresser. Der zeitweise durchfließende Fluss, öffnet sich zu einer Ebene und der Abri hat Zugang zu verschiedenen Biotopen.
Die Ablagerungen sind etwa 3,0 Meter dick und wurden von den Archäologen in acht Einheiten unterteilt. Die obere Schicht ist durch die jüngste Nutzung als Schafstall gestört. In allen Schichten außer (Nr. 6) gibt es Anzeichen menschlicher Nutzungen. Mittels Massenspektrometrie datierte Holzkohleproben ergaben, das Schicht 3 etwa 40.500 Jahre und Schicht 4 etwa 43.930 bis 50.800 Jahre alt ist.
Feuersteinwerkzeuge zeugen vom Besuch der Neandertaler. Die Nutzung von Schicht 4 war häufig und intensiv, aber jeweils von kurzer Dauer. Während ein Großteil des Feuersteins vor Ort beschafft wurde, kam ein Teil aus über 100 Kilometer Entfernung. Das Bearbeiten erfolgte auch mit Levalloistechnik.
Neben Schildkröten und Vögeln wurden Überreste der meisten Großtierarten gefunden, darunter Pferde, Rothirsche und Steinböcke. Ihr Fleisch und ihr Mark wurden verzehrt.
Einzelnachweise
- ↑ Phytolithe sind mikroskopisch kleine Kristalle aus Siliziumdioxid (SiO2), die von vielen Pflanzenarten gebildet werden. Das Siliziumdioxid wird über die Wurzeln aufgenommen und in verschiedenen Organen abgelagert. Phytolithe sind zwischen 10 und 100 Mikrometer groß und extrem witterungsbeständig. Das macht sie zu einem wichtigen Werkzeug für Archäologen. Während Pflanzen verrotten, können die Phytolithe auch nach langer Zeit analysiert werden. Da sich die Phytolithe verschiedener Pflanzenfamilien in ihrer Morphologie unterscheiden, können mit ihrer Hilfe Aussagen über die Vegetation oder Essgewohnheiten ausgestorbener Tiere gemacht werden.
Literatur
- Journal of Paleolithic Archaeology: Abrigo de la Quebrada Level IV (Valencia, Spain): Interpreting a Middle Palaeolithic Palimpsest from a Zooarchaeological and Lithic Perspective Bd. 3, (2020) S. 187–224
Koordinaten: 39° 44′ 49″ N, 0° 59′ 51″ W