Abendgymnasium Hannover
| Abendgymnasium Hannover | |
|---|---|
| Schulform | Abendgymnasium |
| Gründung | 1928 |
| Adresse | Thurnithistr. 6, 30519 Hannover |
| Ort | Hannover |
| Land | Niedersachsen |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 52° 20′ 15″ N, 9° 46′ 20″ O |
| Schüler | 150 |
| Leitung | Udo Menski |
| Website | www.abendgymnasium-hannover.de |
Das Abendgymnasium Hannover im Stadtteil Döhren ist als Abendgymnasium in staatlicher Trägerschaft eine Bildungseinrichtung mit dem Ziel, Erwachsenen auf dem zweiten Bildungsweg die Möglichkeit zur nachträglichen Erlangung von Fachhochschulreife sowie allgemeiner Hochschulreife zu bieten.
Beschreibung
Das Abendgymnasium bietet Erwachsenen ab 19 Jahren die Möglichkeit, gebührenfrei die allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Neben dem Abitur kann auch die Fachhochschulreife erlangt werden.
Voraussetzungen für die Aufnahme sind der Real- oder Sekundarabschluss I und eine abgeschlossene Berufsausbildung oder der Nachweis von mindestens zwei Jahren Erwerbstätigkeit. Wer einen Hauptschulabschluss hat, kann in einem Vorkurs, der ein Jahr dauert, die Zugangsberechtigung erwerben.[1] Der Unterricht wird von hauptamtlichen Gymnasiallehrkräften erteilt. Der Unterricht am Abendgymnasium beginnt montags bis freitags um 17.30 Uhr und endet um 21.40 Uhr.[2] 22 Unterrichtsstunden in der Woche sind Pflicht.
Der Schulbesuch dauert bis zum Abitur in der Regel drei Jahre. 2010 besuchten 150 Schüler das Abendgymnasium, wovon ungefähr 2/3 die Ausbildung abbrachen.[2]
Geschichte
Das Abendgymnasium Hannover wurde 1928 gegründet, es gehört zu den ältesten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Es ist das erste Abendgymnasium im norddeutschen Raum und folglich auch im späteren Niedersachsen.
Bereits im September 1927 wurde in einer hannoverschen Tageszeitung der Beginn eines Abendschul-Kurses angekündigt, und nach den Osterferien konnte der Betrieb aufgenommen werden. Über die Initiative zur Gründung und die näheren begleitenden Umstände sind keine Dokumente mehr erhalten. Etwa zur gleichen Zeit entstanden Abendgymnasien in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Halle, Kassel, Köln und wenig später auch in Osnabrück.[3]
Seit 2001 ist das Abendgymnasium zusammen mit dem Hannover-Kolleg, wo tagsüber 240 Schüler unterrichtet werden, in einem Gebäude untergebracht („Hannovers Gymnasien für Erwachsene“).[2][4]
Personen
Lehrer
- János Nádasdy (* 1839), Kunsterzieher 1971–1996, bildender Künstler
Schüler
- Reinhold Huckriede (1926–2014), Abitur 1951, Geologe und Paläontologe, Professor an der Universität Marburg
- Oskar Gottlieb Blarr (* 1934), Abitur 1958, Komponist, Organist und Kirchenmusiker
- Karl-Heinz Klostermeier (1936–2002), Rundfunkintendant (Radio Bremen)
- Helga Kutz-Bauer (* 1939), Abitur 1966, Soziologin, Sozialhistorikerin, Politikerin (SPD), Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, Autorin
- Jürgen Oehlerking (* 1947), Staatssekretär im Niedersächsischen Justizministerium
- Hartmut Büttner (* 1952), Politiker (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages
- Hans-Jürgen Derda (* 1955), Historiker
- Eike Onnen (* 1982), Leichtathlet
Literatur
- Nikolaus Derben, Karin Feske (Hrsg.): Chronik des Abendgymnasiums Hannover, 2. Auflage, 2002.
- Gymnasium für Erwachsene (Hrsg.): Gymnasium für Erwachsene. 75 Jahre Abendgymnasium Hannover. 36 Jahre Hannover-Kolleg. 111 Jahre Gymnasien für Erwachsene, Reaktion: Jutta Endewart, Michael Fox, Jan Ihme, Juliane-Doris Hänisch, Helga Jürgensmeier, Uwe Klingebiel, Elke Meinecke, Christine Pfohl, Marianne Zeschel, Hannover: Eigenverlag, [o. D.] 2003?
- Hans Kammel: Abendgymnasium. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 9.
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Vorkurse am Hannover-Kolleg und Abendgymnasium 2010 ( vom 22. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)
- ↑ a b c Das Abendgymnasium: Pauken für den Aufstieg. Hannoversche Allgemeine, 18. März 2008, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 30. Januar 2021; abgerufen am 2. Oktober 2013.
- ↑ Chronik des Abendgymnasiums Hannover, herausgegeben von Nikolaus Derben und Karin Feske, 2002 (2. Auflage).
- ↑ Abendgymnasium und Hannover-Kolleg: Der zweite Bildungsweg ( vom 1. August 2012 im Webarchiv archive.today)