Abdullah Al Noman

Abdullah Al Noman (bengalisch: আব্দুল্লাহ আল নোমান; * 2. Juli 1942 in Gohira, Raozan Upazila, Chittagong Division, Präsidentschaft Bengalen, Britisch-Indien; † 25. Februar 2025 in Dhaka) war ein bangladeschischer Politiker der Bangladesh Nationalist Party (BNP), der unter anderem Mitglied des Nationalparlaments sowie Minister war.

Leben

Abdullah Al Noman, Sohn von Ahmed Kabir Chowdhury, besuchte die Chittagong Collegiate School und begann seine politische Laufbahn Anfang der 1960er Jahre als Mitglied der Bangladesh Chhatra League im Protest gegen die Hamidur-Rahman-Bildungskommission. Er war Generalsekretär des Stadtverbands Chattogram der Chhatra Union, Präsident des Großraumverbands Chattogram und zentraler Organisationssekretär der Chhatra Union. Nach seiner Studienzeit schloss er sich der Arbeiterbewegung unter der Führung von Maulana Abdul Hamid Khan Bhashani[1] an und war Vizepräsident des Ostbengalischen Arbeiterverbands (East Bengal Workers’ Federation). Er engagierte sich zudem im Geheimen in der Politik der von Bhashani geführten National Awami Party (NAP). 1970 wurde er zum zentralen Organisationssekretär der NAP ernannt und nahm als Angehöriger der Widerstandsbewegung Mukti Bahini am Bangladesch-Krieg (26. März bis 17. Dezember 1971) teil, der zur Unabhängigkeit Bangladeschs führte. Nachdem Präsident Ziaur Rahman[2] die Nationalistische Partei BNP (Bangladesh Nationalist Party) gegründet hatte, trat er 1981 der Partei bei.

Bei der Parlamentswahl 27. Februar 1991 wurde er für die BNP als Nachfolger von Mohammad Sekander Hossain Miah von der Jatiya Party im Wahlkreis „Chittagong-9“ erstmals zum Mitglied des Nationalparlaments (Jatiya Sangsad) gewählt und gehörte dieser bis zu seiner Niederlage gegen M. A. Manan von der Awami-Liga bei der Parlamentswahl am 15. Februar 1996 an. Bei der Parlamentswahl am 1. Oktober 2001 konnte er sich im Wahlkreis „Chittagong-9“ gegen M. A. Manan durchsetzten und vertrat diesen Wahlkreis bis zum 27. Oktober 2006 an.

Nach dem Wahlsieg der BNP am 1. Oktober 2001 wurde Al Noman am 10. Oktober 2001 als Minister für Arbeit und Beschäftigung in das das zweite Kabinett von Premierministerin Khaleda Zia[3] berufen und bekleidete dieses Amt bis zu seiner Ablösung durch Lutfor Rahman Khan Azad am 11. März 2002. Er selbst übernahm daraufhin als Nachfolger von Tariqul Islam das Amt des Ernährungsministers und behielt dieses bis zu seiner Ablösung durch Mohammad Abdur Razzaque am 6. Mai 2004. Er selbst löste im Rahmen dieser Kabinettsumbildung am 6. Mai 2004 Sadeque Hossain Khoka[4] als Minister für Fischerei und Viehzucht ab und verblieb in diesem Amt bis zum Ende der Amtszeit von Premierministerin Khaleda Zia am 29. Oktober 2006.[5]

Bei der regulären Parlamentswahl am 29. Dezember 2008 kandidierte Abdullah Al Noman im Wahlkreis „Chittagong-9“ abermals für ein Mandat im Nationalparlament, unterlag dieses Mal jedoch Muhammad Afsarul Ameen von der Awami-Liga. Am 2. Februar 2009 wurde er vor dem Sondergericht der Division Dhaka Anklage im Zusammenhang mit einem Fall der Antikorruptionskommission von 1998 erhoben. Sein Antrag auf Aufhebung der Anklage beim Obersten Gerichtshof von Bangladesch wurde am 24. Januar 2013 abgewiesen. Seine Berufung gegen das Urteil des Obersten Gerichtshofs von Bangladesch wurde am 25. Januar 2016 aus formalen Gründen zurückgewiesen.[6] 2009 lieferte sich Noman einen Machtkampf mit Salahuddin Quader Chowdhury[7] um die Kontrolle der Bangladesh Nationalist Party in Chittagong. Zu dieser Zeit war er stellvertretender Generalsekretär des Stadtverbands der Bangladesh Nationalist Party von Chittagong. Im November 2009 verwüsteten seine Anhänger das Auditorium des Ingenieurverbands Bangladesch (IEB) in Chittagong, in dem die Sitzung des Stadtverbands Chittagong der BNP stattfand.[8][9]

Am 7. April 2013 wurde Noman, der auch Vorsitzender der BNP war, aufgrund mehrerer Straftaten inhaftiert. Die der BNP nahestehende Studentenorganisation Bangladesh Jatiotabadi Chatra Dal rief daraufhin für den folgenden Tag in Chittagong zu einem Streik auf, um gegen die Entscheidung zu protestieren.[10] Im August 2016 erklärte er gegenüber Reportern, er erwäge seinen Austritt aus der Bangladesh Nationalist Party, nachdem er keinen Sitz im Ständigen Ausschuss der Partei erhalten hatte.[11] Am 7. Mai 2018 wurde er wegen des Verdachts der Sachbeschädigung zusammen mit zwölf weiteren Aktivisten der Partei festgenommen, aber kurz darauf freigelassen.[12] Er berichtete am 16. Dezember 2018, dass seine Kundgebung in Chittagong anlässlich des Sieges im Bangladesch-Befreiungskrieg von bewaffneten Anhängern der Awami-Liga angegriffen worden sei.[13] Am 17. März 2020, während des Wahlkampfs zum Stadtrat von Chattogram, beschwerte er sich bei der Wahlkommission von Bangladesch BEC (Bangladesh Election Commission) darüber, dass Aktivisten der Awami-Liga und Angehörige der Polizei den Wahlkampf der Bangladesh Nationalist Party behinderten.[14]

Einzelnachweise

  1. Abdul Hamid Khan Bhashani. In: Prabook. Abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
  2. Rahman, Ziaur. In: rulers.org. Abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
  3. Zia, Khaleda. In: rulers.org. Abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
  4. Sadeque Hossain Khoka. In: Prabook. Abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
  5. Government of the People’s Republic of Bangladesh: Cabinet Division (2001–2006). In: Government of the People’s Republic of Bangladesh. Abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
  6. „Noman’s graft trial to continue, SC rules.“, in: The Daily Star vom 25. Januar 2016
  7. Salahuddin Quader Chowdhury. In: Prabook. Abgerufen am 8. November 2025 (englisch).
  8. „Top leaders fight for supremacy“, in: The Daily Star vom 24. September 2009
  9. „Stumbling start to BNP council“, in: The Daily Star vom 16. November 2009
  10. „BNP calls hartal in Ctg for Thursday“, in: The Daily Star vom 8. April 2013
  11. „BNP vice-chairman Noman may quit from his post“, in: The Daily Star vom 8. August 2016
  12. „Police detain BNP leader Noman, 12 others“, in: The Daily Star vom 7. Mai 2018
  13. „BNP’s Noman claims his rally was attacked in Ctg“, in: The Daily Star vom 16. Dezember 2018
  14. „BNP complains to RO of obstruction in electioneering“, in: The Daily Star vom 17. März 2020