Aaron Margalita
Aaron Margalita (* 1663 in Żółkiew; † um 1725 in Kopenhagen) war ein polnisch-jüdischer Rabbiner, der später zum Protestantismus konvertierte.
Leben
Aaron Margalita war ein gelehrter Rabbiner und reiste als Maggid durch Polen und Deutschland, wo er in Synagogen predigte, um auf diese Weise seinen Lebensunterhalt zu verdienen So ging er auch nach Holland, wo er sieben Jahre lang in Leiden rabbinische Studien unterrichtete. Am 1. Mai 1697 wurde er unter dem Rektorat von Professor de Volder an der Universität in den Lehrkörper eingeschrieben. Er machte dann die Bekanntschaft mit dem niederländischen reformierten Theologen Jacobus Trigland dem Jüngeren, unter dessen Einfluss er sich taufen ließ und Mitglied der calvinistischen Hervormde Kerk wurde. Dies berichtet Margalita selbst in seinem Werk Oblatio Aaronis seu Tractatus de Passionibus Christi (Frankfurt an der Oder 1706).
Später ging Margalita nach Berlin und prangerte an, dass die talmudische Haggada Verleumdungen gegen die christliche Religion enthalte. Deshalb ließ König Friedrich I. von Preußen die Exemplare einer neuen Ausgabe des Midrasch Rabbah, die 1705 in Frankfurt an der Oder veröffentlicht worden war, unter Verschluss halten, bis die christliche theologische Fakultät dieser Stadt eine positive Stellungnahme zu dem Werk abgab. Daraufhin wurde der Verkauf der Bücher gestattet.
Durch die Unterstützung des preußischen Königs wurde Margalita zum Professor für hebräische und rabbinische Literatur an der Universität von Frankfurt an der Oder ernannt. Diese Stellung hatte er jedoch nur kurze Zeit inne. Trotz der Veröffentlichung mehrerer vielbeachteter Bücher konnte er ansonsten keine Anstellung an einer Universität finden. Er versuchte Juden und Christen einander näherzubringen und sie zu überzeugen, dass ihr Glaube einen gemeinsamen Ursprung hat.
1712 konvertierte Margalita in Hamburg zum Luthertum. Später begab er sich nach Kopenhagen, wo er wegen seines Versuchs, wieder Jude zu werden, inhaftiert wurde. Einige Jahre später starb er um 1725 in Kopenhagen.
Literatur
- Gotthard Deutsch, S. Mannheimer: Margalita, Aaron, in: Jewish Encyclopedia, 1901–1906, Bd. 8. S. 326.
- J. Zwarts: Margalita, Aaron, in: Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek. Bd. 6 (1924), Sp. 990.