A. Oveta Fuller

Almyra Oveta Fuller (* 31. August 1955 in Mebane (North Carolina), Vereinigte Staaten; † 18. November 2022) war eine US-amerikanische Mikrobiologin und Hochschullehrerin. Sie war Professorin in der Abteilung für Mikrobiologie und Immunologie, Fakultätsmitglied des African Studies Center an der University of Michigan und Mitglied des Beratungsausschusses für Impfstoffe und verwandte biologische Produkte der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA). Als Mitglied des FDA-Beratungsausschusses war Fuller maßgeblich daran beteiligt, die Sicherheit und anschließende Notfallzulassung der COVID-19-Impfstoffe im Laufe des Jahres 2020 zu gewährleisten.[1]

Leben und Werk

Fuller war die Tochter einer Lehrerin und des Landwirtes Herbert R. Fuller und wuchs in der Nähe von Yanceyville in North Carolina auf. Nach ihrem Abschluss an der Governor’s School of North Carolina in Winston-Salem 1972 erhielt sie ein Aubrey Lee Brooks-Stipendium für die University of North Carolina in Chapel Hill, wo sie 1977 einen Bachelor-Abschluss in Biologie erhielt. Sie promovierte dort 1983 in Mikrobiologie und Immunologie mit der Dissertation: Structure/function studies of plant toxins ricin and abrin.[2]

Nach einem Postdoc-Aufenthalt 1983 an der University of Chicago, wo sie die Mechanismen des Eindringens von Herpesviren in Wirtszellen untersuchte, wurde sie 1988 als erste afroamerikanische Dozentin in die Abteilung für Mikrobiologie und Immunologie der University of Michigan Medical School berufen. Später war sie die erste Frau, die in dieser Abteilung eine Festanstellung erhielt. 1995 wurde sie zur außerordentlichen Professorin mit Professur befördert. Sie war auch als Fakultätsmitarbeiterin für das Center for Global Health, die STEM Initiative und das African Studies Center an der University of Michigan tätig.[3][4][5]

Forschungstätigkeiten

Aufbauend auf ihrer Postdoc-Arbeit untersuchte Fullers Labor an der University of Michigan die Mechanismen des viralen Zelleintritts und der frühen Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus (HSV). 2005 entdeckte ihre Forschungsgruppe den B5-Rezeptor, eine neue Klasse von HSV-Rezeptoren, die eine wichtige Funktion bei der Virusbindung und dem Eintritt in das Virus erfüllt und ein vielversprechendes Ziel für potenzielle antivirale Behandlungen darstellt.

2006 wurde sie während eines Sabbaticals als Mitglied der African Methodist Episcopal Church (AME), von Vertretern der Weltkirche eingeladen, bei der Bekämpfung von HIV/AIDS in mehreren afrikanischen Ländern, darunter Botswana, Südafrika und Sambia, mitzuhelfen. Im südafrikanischen Sambia arbeitete sie als höchste Amtsträgerin mit den Bischöfen der AME an einem Ansatz, der wissenschaftliche Erkenntnisse in die gesellschaftliche Umsetzung bringen sollte. In Sambia lag die Aids-Prävalenz 2006 bei fast 15 Prozent. In den zehn Jahren seit der ersten Einladung arbeiteten Studententeams von Fuller und der UM mit den Leitern des Kirchenrats von Sambia zusammen, um die Intervention, die sie Trusted Messenger nannten, umzusetzen und die Ergebnisse genau zu messen.[6]

Während der weltweiten Ausbreitung von SARS-CoV-2, 2020 war der Trusted Messengers-Ansatz eine wirksame Ressource, um der breiten Öffentlichkeit wissenschaftlich fundierte Informationen zugänglich zu machen. Für diese Arbeit wurde Fuller gebeten, im FDA-Beratungsgremium für die Bewertung der COVID-19-Impfstoffkandidaten für die Notfallzulassung mitzuarbeiten.[7]

Sie war Mitglied des Vaccine and Biological Products Advisory Committee der Food and Drug Administration und war dort für die Notfallfreigabe des COVID-19-Impfstoffs zuständig.

Fuller starb 2022 im Alter von 67 Jahren nach einer kurzen, nicht COVID-bedingten Erkrankung.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)

  • 1983: National Technical Association Service Award, den Anna Fund Postdoctoral Award und den Thornton Professional Achievement Award
  • 1987: Stipendium der Ford Foundation
  • 1992: NSF Career Advancement Award
  • 1998: Woman of the Year in Human Relations der University of Michigan Task Force
  • 2012: Fulbright US Scholar Program Award
  • 2017: Trumpet Award, Detroit-Windsor Metropolitan Council of Churches[8]
  • 2021: DAPCEP Inaugural „Wondermaker“ Real McCoy Award in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik/Medizin[9]
  • 2022: Regents’ Award for Distinguished Public Service der University of Michigan[10]
  • Ihr zu Ehren wird der A. Oveta Fuller Award vergeben[11]

Patent

  • mit A. Perez, G. Subramanian, Q-X. Li, N. McLaren: Compositions and methods for identifying and testing therapeutics against HSV infection. USA Patent #6,051,385. 18. April 2000.

Mitgliedschaften

Einzelnachweise

  1. Wayback Machine. Archiviert vom Original am 9. August 2020; abgerufen am 23. Oktober 2025.
  2. In Memoriam A. Oveta Fuller | U-M LSA African Studies Center. Abgerufen am 23. Oktober 2025 (englisch).
  3. Remembering a Legacy: Rev. Dr. A. Oveta Fuller. Abgerufen am 23. Oktober 2025 (englisch).
  4. A. Oveta Fuller Award | University of Michigan Medical School. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
  5. Prominent Virologist and AME Itinerant Elder Dr. A Oveta Fuller Dies at Age 67 – The Tennessee Tribune. 21. November 2022, abgerufen am 23. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).
  6. Bringing Faith and Science Together to Fight HIV in Africa. 30. Januar 2019, abgerufen am 23. Oktober 2025 (englisch).
  7. Thirty-four faculty members to receive awards this fall | The University Record. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
  8. A. Oveta Fuller, Ph.D. | Michigan Medicine. 28. Februar 2023, abgerufen am 23. Oktober 2025 (englisch).
  9. Remembering a Legacy: Rev. Dr. A. Oveta Fuller. Abgerufen am 23. Oktober 2025 (englisch).
  10. Thirty-four faculty members to receive awards this fall | The University Record. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
  11. Department of Microbiology & Immunology | University of Michigan Medical School. Abgerufen am 23. Oktober 2025.