8th King’s Royal Irish Hussars
Die 8th King’s Royal Irish Hussars waren ein Kavallerieregiment der britischen Armee, das von 1693 bis 1714, 1715 bis 1716 und 1719 bis 1958 bestand.
Geschichte
Das Regiment wurde am 1. Februar 1693 in Irland als Dragonerregiment aufgestellt. Das Regiment wurde bis 1751 nach seinem jeweiligen Colonel benannt und hieß entsprechend zunächst nach Henry Conyngham Conyngham’s Regiment of Dragoons, ab 1706 unter dessen Nachfolger Robert Killigrew Killigrew’s Regiment of Dragoons etc. Nach seinem protokollarischen Rang wurde das Regiment als 8th Regiment of Dragoons gezählt.
Es bestand aus anglo-irischen Protestanten und wurde zunächst zu Polizei- und Ordnungsaufgaben in Irland eingesetzt. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde es ab 1704 auf der Iberischen Halbinsel eingesetzt, wo es im Dezember 1710 in der Schlacht von Brihuega in französische Gefangenschaft geriet. Nach einem Gefangenenaustausch kehrte das Regiment nach Irland zurück und wurde dort am 16. April 1714 aufgelöst.
Anlässlich des Jakobitenaufstands von 1715 wurde das Regiment am 22. Juli 1715 in Irland wiederaufgestellt kurzzeitig in Schottland eingesetzt und im Februar 1716 erneut aufgelöst. Am 17. März 1719 wurde es in Irland dauerhaft wiederaufgestellt; es behielt dabei den Rangplatz als 8th Regiment of Dragoons, der zwischenzeitlich vakant blieb. Das Regiment nahm an der Niederschlagung des Jakobitenaufstands von 1745 teil und war ansonsten meist als Garnison in Irland stationiert.
Als am 1. Juli 1751 eine einheitliche Nummerierung der Regimenter der British Army eingeführt wurde, wurde 8th Regiment of Dragoons der offizielle Regimentsname. Am 25. Dezember 1775 wurde die Rolle des Regiments zu Leichter Kavallerie geändert und das Regiment zu 8th Regiment of Light Dragoons umbenannt. 1777 wurde der Regimentsname zu Ehren von König Georg III. zu 8th (The King’s Royal Irish) Regiment of (Light) Dragoons erweitert.
Während der Koalitionskriege diente das Regiment zunächst ab 1794 in den Niederlanden, war ab 1796 als Garnison in der Kapkolonie stationiert und nahm dort 1800 am Dritten Grenzkrieg teil. Eine Abteilung des Regiments nahm 1801 unter Sir Ralph Abercromby an den Kämpfen in Ägypten teil. 1802 wurde das Regiment nach Indien verlegt und nahm dort an mehreren Kolonialkriegen teil, bevor es 1822 nach Großbritannien zurückkehrte. Dort wurde am 21. September 1822 die Rolle des Regiments zu Husaren geändert und es zu 8th (The King’s Royal Irish) Regiment of (Light) Dragoons (Hussars) umbenannt.
Das Regiment kämpfte im Krimkrieg (1854–1856) und erlitt bei seiner Teilnahme an der Attacke der Leichten Brigade schwerste Verluste. Von Ende 1857 bis 1861 und von 1878 bis 1889 war es erneut in Indien stationiert und kämpfte dort insbesondere bei der Niederschlagung des Sepoy-Aufstands und im Zweiten Anglo-Afghanischen Krieg. Am 17. August 1861 wurde der Regimentsname zu 8th (The King’s Royal Irish) Hussars gekürzt.
1900 wurde das Regiment im Zweiter Burenkrieg in Südafrika und von 1914 bis 1918 durchgängig an der Westfront des Ersten Weltkriegs eingesetzt, wo es letztmals 1917 beritten kämpfte. Ab 1919 war es in Mesopotamien und 1922 in Ägypten stationiert. Am 1. Januar 1921 wurde die offizielle Schreibweise des Regimentsnamens zu 8th King’s Royal Irish Hussars geändert. 1927 war es zeitweise als Teil der Besatzungsarmee im Rheinland eingesetzt.
Von 1933 bis 1939 war das Regiment in Ägypten und Palästina stationiert und wurde dort um 1935 mechanisiert, das heißt zunächst mit Ford-V8-Pick-up-Trucks,[1] später mit leichten Kampfpanzern ausgestattet. Im April 1939 wurde es Teil des neugegründeten Royal Armoured Corps.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Regiment zunächst in Nordafrika (1940–1942), Griechenland (1941) eingesetzt. Am 8. Juni 1944 landete es mit Cromwell-Panzern in Nordfrankreich und nahm von dort an den folgenden Feldzügen nach Deutschland teil, wo es bei Kriegsende kurz vor Hamburg stand. Es blieb bis 1947 als Besatzung in Deutschland und nahm von 1950 bis 1951 mit Centurion-Panzern an den Kämpfen des Koreakriegs teil. Ab Januar 1952 war das Regiment als Teil der Britische Rheinarmee in Lüneburg stationiert.
Im Rahmen der Umsetzung des 1957 Defence White Paper wurde das Regiment am 24. Oktober 1958 mit den 4th Queen’s Own Hussars zu den Queen’s Royal Irish Hussars verschmolzen. Diese wurden am 2. September 1993 mit den Queen’s Own Hussars zum Regiment der Queen’s Royal Hussars (The Queen’s Own and Royal Irish) verschmolzen. Die Queen’s Royal Hussars führen die Tradition der 8th Hussars bis heute weiter.
Der Spitzname des Regiments, „The Cross-Belts“, soll auf die Schlacht bei Almenar im Juli 1710 zurückgehen, wo das Regiment die Schwertgurte der spanischen Kavallerie erbeutete; von da an durften die Regimentssoldaten den Schwertgurt wie die Spanier über der rechten Schulter tragen und nicht mehr um die Taille, wie es sonst bei britischen Dragonern üblich war.
Colonels
Colonel-in-Chief des Regiments war:
- 1953–1958: Field Marshal Prince Philip, Duke of Edinburgh
Colonel of the Regiment waren:
- 1693–1706: Major-General Henry Conyngham
- 1706–1707: Major-General Robert Killigrew
- 1707–1714: Major-General John Pepper
- 1705–1716: Major-General John Pepper (erneut)
- 1719–1722: Major-General Phineas Bowles
- 1722–1725: Brigadier-General Richard Munden
- 1725–1731: Field Marshal Sir Robert Rich, 4. Baronet
- 1731–1733: Major-General Charles Cathcart, 8. Lord Cathcart
- 1733–1736: Brigadier-General Sir Adolphus Oughton, 1. Baronet
- 1737–1740: Lieutenant-General Clement Neville
- 1740–1755: Lieutenant-General Richard St. George
- 1755–1758: General John Waldegrave, 3. Earl Waldegrave
- 1758–1760: General Joseph Yorke, 1. Baron Dover
- 1760–1787: General John Severne
- 1787–1789: General Charles Grey, 1. Earl Grey
- 1789–1797: General Francis Lascelles
- 1797–1788: General Charles Grey, 1. Earl Grey (erneut)
- 1799–1804: General Sir Robert Laurie, 5. Baronet
- 1804–1818: General Sir John Floyd, 1. Baronet
- 1818–1833: General Sir Banastre Tarleton, 1. Baronet
- 1833–1839: General Sir William Keir Grant
- 1839–1840: Lieutenant-General Sir Joseph Straton
- 1840–1843: Lieutenant-General Philip Philpot
- 1843–1855: General Sir John Brown
- 1855–1865: Field Marshal George Bingham, 3. Earl of Lucan
- 1865–1868: General John Lawrenson
- 1868–1875: General John Charles Hope Gibsone
- 1875–1880: Lieutenant-General Rudolph de Salis
- 1880–1886: General William Charles Forrest
- 1886–1886: Lieutenant-General Sir James Robertson Steadman Sayer
- 1886–1895: Lieutenant-General Sir Charles Craufurd Fraser
- 1895–1910: Major-General William Mussenden
- 1910–1930: General Sir Bryan Thomas Mahon
- 1930–1948: Brigadier John van der Byl
- 1948–1958: Colonel (Air Marshal) Sir John Eustace Arthur Baldwin
Battle Honours
Dem Regiment wurden folgende Battle Honours verliehen (englische Originalbezeichnungen), von denen die fettgedruckten auf der Regimentsfahne verzeichnet waren:
- Vor 1914: Leswaree, Hindoostan, Alma, Balaklava, Inkerman, Sevastopol, Afghanistan 1879–80, South Africa 1900–02.
- Erster Weltkrieg: Givenchy 1914, Somme 1916 ’18, Bazentin, Flers-Courcelette, Cambrai 1917 ’18, St. Quentin, Bapaume 1918, Rosières, Amiens, Albert 1918, Hindenburg Line, St Quentin Canal, Beaurevoir, Pursuit to Mons, France and Flanders 1914–18.
- Zweiter Weltkrieg: Villers Bocage, Mont Pincon, Dives Crossing, Nederrijn, Best, Lower Maas, Roer, Rhine, North-West Europe 1944-45, Egyptian Frontier 1940, Sidi Barrani, Buq Buq, Sidi Rezegh 1941, Relief of Tobruk, Gazala, Bir el Igela, Mersa Matruh, Alam el Halfa, El Alamein, North Africa 1940-42.
- Koreakrieg: Seoul, Hill 327, Imjin, Kowang-San, Korea 1950–51.
Einzelnachweise
- ↑ Richard Napier: From Horses to Chieftains. My Life with the 8th Hussars. Woodfield Publishing, 1992, ISBN 1-873203-17-9, S. 61.
Literatur
- Robert H. Murray: The History of the VIII King’s Royal Irish Hussars 1693–1927. 2 Bände, W. Heffer & Sons, Cambridge 1928.
- Olivia Fitzroy: Men of valour. The third volume of the history of the VIII King’s Royal Irish Hussars 1927–1958. Tinling, Liverpool 1961.
Weblinks
- 8th King’s Royal Irish Hussars bei regiments.org (Archivversion, Stand: Januar 2008)
- 8th King’s Royal Irish Hussars beim National Army Museum