-büll

Das Suffix -büll als Bestandteil von Ortsnamen bedeutet Wohnstätte, Siedlung (entspricht dänisch -bøl von altnordisch bu 'wohnen'). Diese Ortsnamen treten vornehmlich im nördlichen Schleswig-Holstein (Südschleswig) und als -bøl oder -bølle auch im angrenzenden skandinavischen Raum auf. Ein Großteil der Ortsnamen auf -büll bzw. -bøl hat einen Personennamen als Bestimmungswort[1][2].

In der Landschaft Angeln sind entsprechende Orte meist im 10. Jahrhundert als Ausbaudörfer oder Tochtersiedlungen schon bestehender Orte entstanden[3]. Für den nordfriesischen Raum sind Namen auf -büll (nordfriesisch -bel) sowohl in den Uthlanden als auch am Zusammentreffen jütischer und friesischer Besiedlung am Geestrand der Karrharde und Goesharden zu lokalisieren, wobei die der Uthlande als älter angenommen werden. Das Grundwort büll ist dänischer Herkunft, ist aber im nordfriesisch-jütischen Bereich oft mit einem friesischen Bestimmungswort versehen[4].

Das ähnlich klingende, zu beiden Seiten des Kleinen Belts verbreitete Ortsnamen-Suffix -balle hat dagegen nach J. K. Sørensen eine andere Bedeutung und ist von altdänisch balgh „runde Anhöhe“ abgeleitet. Da allerdings selten eine gesamte Kirchspiels-Gemeinde auf einer Anhöhe lag, kann -balle auch in übertragener Bedeutung „Ortsteil, Unterbezirk, Verwaltungseinheit innerhalb eines Kirchspiels“ bedeuten.[5]

Beispiele

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Kristian Hald: Vore stednavne. Gads, 1965, S. 144.
  2. Im nordfriesischen Bereich haben etwa 79 % der büll-Namen einen Personennamen als Bestimmungswort, vgl. Handbuch des Friesischen, S. 375.
  3. Berthold Hamer: Topographie der Landschaft Angeln, Bd. 1. Husum, Husum 1994, ISBN 3-88042-705-4, S. 25.
  4. Ulf Timmermann: Nordfriesische Ortsnamen. In: Horst Haider Munske (Hrsg.): Handbuch des Friesischen. Niemeyer, Tübingen 2001, ISBN 3-484-73048-X, S. 144.
  5. Johannes Diederichsen (Hg.): Alsiske Stednavne, Sønderborg 1994, ISBN 87-85174-32-7, S. 193.