(Five) Stories Untold

(Five) Stories Untold
Studioalbum von Sei Miguel

Veröffent-
lichung

Mai 2016

Aufnahme

20142015

Label(s) Clean Feed Records

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz, Neue Improvisationsmusik

Titel (Anzahl)

5

Länge

1:01:37

Besetzung

  • Laptop: Carlos Santos (3, 4)

Produktion

Sei Miguel, Joaquím Monte, Pedro Costa

Studio(s)

Zé dos Bois, Namouche Studios, Lissabon

Chronologie
Salvation Modes
(2014)
(Five) Stories Untold Lisbon String Trio & Sei Miguel: From Faust
(2018)

(Five) Stories Untold ist ein Musikalbum von Sei Miguel. Die 2014/15 im Studio Zé dos Bois und in den Namouche Studios, beide in Lissabon, entstandenen Aufnahmen erschienen im Mai 2016 auf Clean Feed Records.

Hintergrund

Auf (Five) Stories Untold arbeitete Miguel mit der Posaunistin Fala Mariam zusammen, die bereits auf seinen beiden letzten zuvor erschienenen Alben zu hören war. Neun weitere Musiker, darunter der Saxophonist Rodrigo Amado und der Bassist Hernâni Faustino, ergänzten die Besetzung je nach Titel. Asterion (eine Komposition Miguels von 1999) wurde am 8. November 2014 im Studio Zé dos Bois während des Creative Fest aufgenommen. Abrigo dos pássaros (entstanden 2009–2014), wurde am 19. November 2014, Os Céus (2010) am 13. April 2015, Oito Lancamentos para Pedro Caveira (2010) am 13. April 2015, Sentinela (1979–2015) am 15. Juli 2015 in den Namouche Studios aufgenommen.

Titelliste

  • Sei Miguel – (Five) Stories Untold (Clean Feed – CF374CD)[1]
  1. Asterion 9:15
  2. Abrigo dos pássaros 17:28
  3. Os Céus 9:22
  4. Oito Lançamentos para Pedro Caveira 8:57
  5. Sentinela 16:57

Die Kompositionen stammen von Sei Miguel.

Rezeption

Wie schon auf seinen beiden vorherigen Clean Feed-Alben Suite for a Jazz Combo (2010) und Salvation Modes (2014) nutze der portugiesische Trompeter Sei Miguel die klangliche Vielfalt seines Instruments und erziele dabei hervorragende Ergebnisse, schrieb Karl Ackermann, der das Album in All About Jazz rezensierte. Auf (Five) Stories Untold verbinde Miguel Abstraktion mit einer Fülle lyrischer Elemente. Das Album zeuge jedoch keineswegs von mangelnder eklektischer Kreativität. Sein Stil würde sich oft dadurch auszeichnen, dass er komplexe Ideen auf Minimalismus oder Mysterien reduziert. (Five) Stories Untold besteche durch seinen fast ungreifbaren Reiz, der in seiner avantgardistischen Melodik liege. Die Live-Aufnahme sei mal karg, mal warmherzig, dabei aber durchweg unkonventionell. Auch wenn Miguel im Vordergrund stehe, sei dieses Album gleichermaßen ein Schaufenster für Mariam, die ihr anspruchsvolles Instrument durch sehr lange und komplexe Improvisationen führe. Es sei ein durchweg lohnendes Album, und das Duo verdiene längst überfällige Anerkennung.[2]

Seit fast 30 Jahren nach seinem Debütalbum Breaker (1988) würde Sei Miguel weiterhin seinen Weg gehen und mit seinem Werk die Zeit prägen, schrieb Julien Aunot (Citizen Jazz). Dieses Zeitverständnis sei – ebenso wie der Raum – ein strukturierendes Element seiner Musik und verleihe ihr Intensität und Leichtigkeit zugleich. Mit bewusst langsamen Tempi schaffe Sei Miguel nächtlich anmutende, melancholische Atmosphären, in denen die Kontraste zwischen den Instrumenten eine dominierende Rolle spielen. Der Kontrast zwischen Miguels leicht gedämpfter Trompete und Fala Mariams rauer Posaune würde sich durch diese fünf Stücke ziehen und den Zuhörer fesseln. In (Five) Stories Untold flüstere Sei Miguel den Hörern mit verschiedenen Orchesterbesetzungen (vom Duo bis zum Oktett) alltägliche, leicht zerbrechliche Geschichten ins Ohr – Geschichten, die kaum zusammenhalten. Die Musik des Trompeters sei stets sehr lyrisch und ausdrucksstark. Sei Miguel sei zweifellos ein Meistererzähler.[3]

Einzelnachweise

  1. Sei Miguel – (Five) Stories Untold. In: Discogs. Abgerufen am 16. November 2025 (englisch).
  2. Karl Ackermann: Sei Miguel: (Five) Stories Untold. In: All About Jazz. 6. Januar 2017, abgerufen am 12. November 2025 (englisch).
  3. Julien Aunot: Sei Miguel – (Five) Stories Untold. In: citizenjazz. 9. April 2017, abgerufen am 9. November 2025 (französisch).