(883) Matterania

Asteroid
(883) Matterania
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Innerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Matterania-Familie
Große Halbachse 2,239 AE
Exzentrizität 0,199
Perihel – Aphel 1,795 AE – 2,684 AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 4,714°
Länge des aufsteigenden Knotens 285,4°
Argument der Periapsis 42,6°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 29. August 2024
Siderische Umlaufperiode 3 a 128 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 19,71 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 7,0 km ± 0,1 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,26
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 5 h 38 min
Absolute Helligkeit 12,8 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
S
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Max Wolf
Datum der Entdeckung 14. September 1917
Andere Bezeichnung 1917 RD, 1927 QK
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

(883) Matterania ist ein Asteroid des inneren Hauptgürtels, der am 14. September 1917 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 12,0 mag entdeckt wurde. Am gleichen Tag erfolgte noch eine unabhängige Entdeckung durch den deutschen Astronomen Richard Reinhard Emil Schorr an der Hamburger Sternwarte in Bergedorf.

Der Asteroid ist benannt nach August Matter (1874–1963), einem Fabrikanten von Fotoplatten, der viele davon für die Sternwarte in Heidelberg gespendet hat.[1] Max Wolf schrieb im Juni 1921: „In Anerkennung der Verdienste, die sich Herr August Matter in Mannheim um unsere wissenschaftliche Arbeit erworben hat, dadurch daß er jahrelang seine Kraft und Geschicklichkeit an die Herstellung unserer Aufnahmeplatten setzte, sodaß dadurch zahlreiche Entdeckungen und Grundlagen für die künftige Forschung ermöglicht worden sind, geben wir dem Planeten (883) 1917 CP, entdeckt am 14. Sept. 1917 mit Matterplatten, den Namen Matterania zur dauernden Erinnerung an unseren Wohltäter, dem wir dadurch unseren Dank ausdrücken wollen.“ Die 1884 gegründete „Trockenplattenfabrik Th. Matter“ wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Wissenschaftliche Auswertung

Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 für (883) Matterania zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 7,5 oder 8,4 km bzw. 0,29 oder 0,23.[2] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 7,0 oder 7,9 km bzw. 0,33 oder 0,26 korrigiert.[3] Eine Anwendung thermophysikalischer Modelle auf Beobachtungen des Asteroiden mit WISE vom 16. Januar und 3. Juli 2010 ergab in einer Untersuchung von 2021 Werte für den Durchmesser und die Albedo von 7,6 ± 0,8 km und 0,30. Außerdem konnten die Achsenverhältnisse für ein zweiachsig-ellipsoidisches Gestaltmodell und eine prograde Rotation bestimmt werden.[4]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 3. bis 5. Oktober 2004 am Oakley Observatory des Rose-Hulman Institute of Technology in Indiana. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 5,64 h abgeleitet.[5]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2020 eine prograde Rotation mit einer Periode von 5,64110 h berechnet werden.[6] Eine weitere Auswertung dieser Daten in einer Untersuchung von 2020 ergab für den Asteroiden eine Rotationsperiode von 5,643 h, darüber hinaus konnte eine taxonomische Zuordnung mit einer Wahrscheinlichkeit von 14 % für einen C-Typ und 86 % für einen S-Typ angegeben werden.[7] Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 5,64115 h bestimmt werden.[8]

Matterania-Familie

(883) Matterania ist namensgebendes und größtes Mitglied einer Asteroidenfamilie mit ähnlichen Bahneigenschaften. Die Matterania-Familie umfasste im Jahr 1990 etwa 17 bekannte Mitglieder,[9] ihr Alter wird auf etwa 100 Mio. Jahre geschätzt.[10]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. M. Wolf: Kleine Planeten. In: Astronomische Nachrichten. Band 214, Nr. 5116, 1921, Sp. 69–70, doi:10.1002/asna.19212140408 (PDF; 309 kB).
  2. J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, J. Dailey, P. R. M. Eisenhardt, R. S. McMillan, T. B. Spahr, M. F. Skrutskie, D. Tholen, R. G. Walker, E. L. Wright, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, A. Wilkins: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. I. Preliminary Albedos and Diameters. In: The Astrophysical Journal. Band 741, Nr. 2, 2011, S. 1–20, doi:10.1088/0004-637X/741/2/68 (PDF; 73,0 MB).
  3. J. R. Masiero, T. Grav, A. K. Mainzer, C. R. Nugent, J. M. Bauer, R. Stevenson, S. Sonnett: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. Near-infrared Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 791, Nr. 2, 2014, S. 1–11, doi:10.1088/0004-637X/791/2/121 (PDF; 1,10 MB).
  4. E. M. MacLennan, J. P. Emery: Thermophysical Investigation of Asteroid Surfaces. I. Characterization of Thermal Inertia. In: The Planetary Science Journal. Band 2, Nr. 4, 2021, S. 1–12, doi:10.3847/PSJ/ac1591 (PDF; 1,23 MB).
  5. C. LeCrone, G. Mills, R. Ditteon: Lightcurves and periods for asteroids 463 Lola, 523 Ada, 544 Jetta, 642 Clara, 883 Matterania, 6475 Refugium. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 32, Nr. 3, 2005, S. 62–64, bibcode:2005MPBu...32...62L (PDF; 225 kB).
  6. J. Ďurech, J. Tonry, N. Erasmus, L. Denneau, A. N. Heinze, H. Flewelling, R. Vančo: Asteroid models reconstructed from ATLAS photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 643, A59, 2020, S. 1–5, doi:10.1051/0004-6361/202037729 (PDF; 756 kB).
  7. N. Erasmus, S. Navarro-Meza, A. McNeill, D. E. Trilling, A. A. Sickafoose, L. Denneau, H. Flewelling, A. Heinze, J. L. Tonry: Investigating Taxonomic Diversity within Asteroid Families through ATLAS Dual-band Photometry. In: The Astrophysical Journal Supplement Series. Band 247, Nr. 1, 2020, S. 1–7, doi:10.3847/1538-4365/ab5e88 (PDF; 14,3 MB).
  8. J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).
  9. V. Zappalà, A. Cellino, P. Farinella, Z. Knežević: Asteroid Families. I. Identification by Hierarchical Clustering and Reliability Assessment. In: The Astronomical Journal. Band 100, Nr. 6, 1990, S. 2030–2046, doi:10.1086/115658 (PDF; 1,54 MB).
  10. P. Paolicchi, F. Spoto, Z. Knežević, A. Milani: Ages of asteroid families estimated using the YORP-eye method. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 484, Nr. 2, 2019, S. 1815–1828, doi:10.1093/mnras/sty3446 (PDF; 802 kB).