(659) Nestor

Asteroid
(659) Nestor
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Jupiter-Trojaner (L4)
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 5,170 AE
Exzentrizität 0,116
Perihel – Aphel 4,572 AE – 5,768 AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 4,522°
Länge des aufsteigenden Knotens 350,8°
Argument der Periapsis 343,7°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 4. September 2031
Siderische Umlaufperiode 11 a 276 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 13,06 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 112,3 km ± 1,9 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,04
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 15 h 59 min
Absolute Helligkeit 8,7 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
XC
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker Max Wolf
Datum der Entdeckung 23. März 1908
Andere Bezeichnung 1908 FE, 1914 WF
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

(659) Nestor ist ein Asteroid aus der Gruppe der dem Jupiter vorauseilenden Trojaner, der am 23. März 1908 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 15,0 mag entdeckt wurde.

Der Asteroid ist benannt nach Nestor, dem König von Pylos, der in seinem hohen Alter den Griechen im Trojanischen Krieg als Ratgeber diente. Die Benennung erfolgte anlässlich der Tagung der Astronomischen Gesellschaft in Breslau im Jahr 1910.[1]

(659) Nestor war der vierte entdeckte Asteroid, die sich in einer ähnlichen Entfernung wie der Planet Jupiter um die Sonne bewegt. Für Asteroiden, die sich in einer 1:1-Bahnresonanz mit Jupiter befinden, gibt es im Dreikörperproblem Sonne–Jupiter–Asteroid mit den Lagrange-Punkten L4 und L5 zwei mögliche dynamisch stabile Aufenthaltsorte. (659) Nestor gehört zu der Gruppe, die sich als „Lager der Griechen“ in der Nähe des Librationspunkts L4 in 60° Winkelabstand vor Jupiter bewegt.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 erstmals Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (659) Nestor, für den damals Werte von 108,9 km bzw. 0,04 erhalten wurden.[2] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Trojaner ergab 2012 Werte für den mittleren Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 112,3 km bzw. 0,04.[3]

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 24. bis 26. Januar 1988 am McDonald-Observatorium in Texas. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von etwa 15,1 h abgeleitet.[4] Bei weiteren Beobachtungen vom 19. bis 22. August 1995 am La-Silla-Observatorium in Chile wurde die Rotationsperiode dann aber zu einem deutlich längeren Wert von 15,98 h bestimmt.[5]

Eine photometrische Durchmusterung im Rahmen der Palomar Transient Factory (PTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien ab 2009 ergab in einer Untersuchung von 2015 für die Rotationsperiode von (659) Nestor einen Wert von 15,97 h. Aus thermischen Infrarot-Daten wurde außerdem ein Durchmesser von 112,1 ± 1,7 km abgeleitet.[6] Bei einer weiteren photometrischen Durchmusterung der PTF vom 6. Januar bis 23. Februar 2014 wurden auch von (659) Nestor während vier Nächten Aufnahmen gemacht. Die daraus erstellte Lichtkurve wurde zu einer vorläufigen Rotationsperiode von 16,0 h ausgewertet.[7]

Mit einer Analyse astrometrischer und photometrischer Daten des Gaia DR2-Katalogs im Jahr 2018 konnte mit der Methode der konvexen Inversion für den Asteroiden eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 15,979 h berechnet werden.[8]

Im Jahr 2019 wurde mit einer Auswertung photometrischer Daten des Lowell-Observatoriums in Arizona und von Gaia DR2 erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 15,97894 h berechnet.[9]

Aus photometrischen Daten des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona, der Catalina Sky Survey, von Gaia DR3, der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN), des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS), PTF und der Zwicky Transient Facility (ZTF) sowie einer archivierten Lichtkurve von 1988 wurde in einer Untersuchung von 2023 erneut eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 15,97896 h berechnet.[10]

Siehe auch

Commons: (659) Nestor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. H. Kobold: Benennung von kleinen Planeten. In: Astronomische Nachrichten. Band 186, Nr. 4454, 1910, Sp. 223–224, doi:10.1002/asna.19101861411.
  2. E. F. Tedesco, P. V. Noah, M. Noah, S. D. Price: The Supplemental IRAS Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 123, Nr. 2, 2002, S. 1056–1085, doi:10.1086/338320 (PDF; 398 kB).
  3. T. Grav, A. K. Mainzer, J. M. Bauer, J. R. Masiero, C. R. Nugent: WISE/NEOWISE Observations of the Jovian Trojan Population: Taxonomy. In: The Astrophysical Journal. Band 759, Nr. 1, 2012, S. 1–10, doi:10.1088/0004-637X/759/1/49 (PDF; 985 kB).
  4. R. P. Binzel, L. M. Sauter: Trojan, Hilda, and Cybele asteroids: New lightcurve observations and analysis. In: Icarus. Band 95, Nr. 2, 1992, S. 222–238, doi:10.1016/0019-1035(92)90039-A.
  5. S. Mottola, M. Di Martino, A. Erikson, M. Gonano-Beurer, A. Carbognani, U. Carsenty, G. Hahn, H.-J. Schober, F. Lahulla, M. Delbò, C.-I. Lagerkvist: Rotational Properties of Jupiter Trojans. I. Light Curves of 80 Objects. In: The Astronomical Journal. Band 141, Nr. 5, 2011, S. 1–32, doi: 10.1088/0004-6256/141/5/170 (PDF; 2,64 MB).
  6. A. Waszczak, Ch. Chang, E. O. Ofek, R. Laher, F. Masci, D. Levitan, J. Surace, Y. Cheng, W. Ip, D. Kinoshita, G. Helou, T. A. Prince, Sh. Kulkarni: Asteroid Light Curves from the Palomar Transient Factory Survey: Rotation Periods and Phase Functions from Sparse Photometry. In: The Astronomical Journal. Band 150, Nr. 3, 2015, S. 1–35, doi:10.1088/0004-6256/150/3/75 (PDF; 4,63 MB).
  7. Ch. Chang, W. Ip, Hs. Lin, Y. Cheng, Ch. Ngeow, T. Yang, A. Waszczak, Sh. R. Kulkarni, D. Levitan, B. Sesar, R. Laher, J. Surace, T. A. Prince: Asteroid Spin-rate Study Using the Intermediate Palomar Transient Factory. In: The Astrophysical Journal Supplement Series. Band 219, Nr. 2, 2015, S. 1–35, doi:10.1088/0067-0049/219/2/27 (PDF; 6,15 MB).
  8. J. Ďurech, J. Hanuš: Reconstruction of asteroid spin states from Gaia DR2 photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 620, A91, 2018, S. 1–4, doi:10.1051/0004-6361/201834007 (PDF; 414 kB).
  9. J. Ďurech, J. Hanuš, R. Vančo: Inversion of asteroid photometry from Gaia DR2 and the Lowell Observatory photometric database. In: Astronomy & Astrophysics. Band 631, A2, 2019, S. 1–4, doi:10.1051/0004-6361/201936341 (PDF; 146 kB).
  10. J. Hanuš, D. Vokrouhlický, D. Nesvorný, J. Ďurech, R. Stephens, V. Benishek, J. Oey, P. Pokorný: Shape models and spin states of Jupiter Trojans. Testing the streaming instability formation scenario. In: Astronomy & Astrophysics. Band 679, A56, 2023, S. 1–22, doi:10.1051/0004-6361/202346022 (PDF; 3,86 MB).