(624) Hektor

Asteroid
(624) Hektor
Berechnetes 3D-Modell von (624) Hektor
{{{Bild2}}}
{{{Bildtext2}}}
Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Jupiter-Trojaner (L4)
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 5,276 AE
Exzentrizität 0,024
Perihel – Aphel 5,148 AE – 5,404 AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 18,148°
Länge des aufsteigenden Knotens 342,8°
Argument der Periapsis 180,7°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 30. Juli 2025
Siderische Umlaufperiode 12 a 44 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 12,97 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 225 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,03
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 6 h 55 min
Absolute Helligkeit 7,3 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
D
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker August Kopff
Datum der Entdeckung 10. Februar 1907
Andere Bezeichnung 1907 CF, 1948 VD
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

(624) Hektor ist ein Asteroid aus der Gruppe der dem Jupiter vorauseilenden Trojaner, der am 10. Februar 1907 vom deutschen Astronomen August Kopff an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,0 mag entdeckt wurde. (624) Hektor ist der größte aller Trojaner und wird von einem Satelliten umkreist.

Der Asteroid ist benannt nach dem trojanischen Helden Hektor, einem Sohn des Priamos und Ehemann der Andromache, der von Achilleus getötet wurde. Die Benennung erfolgte 1907 durch den Entdecker auf Anregung des österreichischen Astronomen Johann Palisa. Die ursprüngliche Schreibweise war „Hector“.[1]

(624) Hektor war nach (588) Achilles und (617) Patroclus der dritte einer damals neu entdeckten Gruppe von Asteroiden, die sich in einer ähnlichen Entfernung wie der Planet Jupiter um die Sonne bewegen. Für Asteroiden, die sich in einer 1:1-Bahnresonanz mit Jupiter befinden, gibt es im Dreikörperproblem Sonne–Jupiter–Asteroid mit den Lagrange-Punkten L4 und L5 zwei mögliche dynamisch stabile Aufenthaltsorte. (624) Hektor gehört zu der Gruppe, die sich in der Nähe des Librationspunkts L4 in 60° Winkelabstand vor Jupiter her bewegt. Nach der Benennung dieser drei Asteroiden wurden Asteroiden in einer 1:1-Bahnresonanz mit Jupiter als „Trojaner“ bezeichnet. Da zunächst noch nicht auf eine solche Unterscheidung geachtet wurde, befindet sich (624) Hektor unter den Asteroiden, die später das „Lager der Griechen“ um den Librationspunkt L4 bildeten.

Wissenschaftliche Auswertung

Photometrische Messungen des Asteroiden fanden erstmals statt vom 28. April bis 1. Juni 1957 am Radcliffe Observatory in Südafrika, am 4. Februar 1965 am Kitt-Peak-Nationalobservatorium und am 7. März 1967 an der Catalina Station, beide in Arizona, sowie vom 29. April bis 1. Mai 1968 am Cerro Tololo Inter-American Observatory (CTIO) in Chile. Die Auswertung der aufgezeichneten Lichtkurven deutete laut einer Untersuchung von 1969 darauf hin, dass die Gestalt von (624) Hektor stark gestreckt ist und seine Rotationsachse nahe zur Ebene der Ekliptik liegt. Die Form entspräche vermutlich einem Zylinder mit abgerundeten Enden und einem Längen/Durchmesserverhältnis von 2,7:1, wobei eine gleichmäßige Verteilung von Albedo und Färbung über die gesamte Oberfläche angenommen wurde. Die Rotationsrichtung wurde als prograd mit einer Periode von 6,92253 h bestimmt.[2]

Mit Daten radiometrischer Beobachtungen im mittleren Infrarot am Mauna-Kea-Observatorium auf Hawaiʻi vom 18. bis 21. September 1972 wurden für (624) Hektor erstmals Werte für den mittleren Durchmesser und die Albedo von 220 ± 40 km und 0,03 abgeleitet. Zu dieser Zeit war mit (324) Bamberga nur ein Asteroid mit einer ähnlich geringen Albedo bekannt.[3] Eine Neuberechnung unter Verwendung zusätzlicher Daten ergab für den Durchmesser und die Albedo geänderte Werte von 179 km und 0,04.[4]

Neue Beobachtungen im Visuellen und mittleren Infrarot erfolgten vom 11. bis 14. Februar 1978 am Mauna-Kea-Observatorium. Zu dieser Zeit zeigte nahezu die gegenüberliegende Polseite des Asteroiden zur Erde als 5 ½ Jahre zuvor. Es wurden nun Werte für den mittleren Durchmesser und die Albedo von 216 km und 0,02 abgeleitet. Mit dem Rotationsmodell aus der Untersuchung von 1969 hätte dies einem Zylinder mit einer Gesamtlänge von etwa 325 km und einem Durchmesser von etwa 122 km entsprochen. Es wurden auch Überlegungen über alternative Formen von (624) Hektor angestellt. Eine Gestalt in der Art von zwei sich berührenden oder in sehr engem Abstand umkreisenden sphärischen Objekten, wie in einer Untersuchung von 1971 postuliert,[5] wurde aufgrund der Lichtkurven ausgeschlossen. Dagegen erschien aber auch eine hantelförmige Gestalt möglich, die durch einen Zusammenstoß von zwei Asteroiden mit sehr geringer Geschwindigkeit entstanden sein könnte, bei dem es nicht zu einer kompletten Zerstörung, sondern einer teilweisen Verschmelzung kam. Ein solcher Körper könnte dann Abmessungen von etwa (300 × 150) km besitzen und auch Albedovariationen auf der Oberfläche aufweisen.[6] Dagegen erklärte eine Untersuchung von 1980 die Lichtkurve von (624) Hektor mit zwei sich eng umkreisenden, gleich großen Ellipsoiden.[7]

In den 1980er und 1990er Jahren gab es darüber hinaus zahlreiche weitere Untersuchungen, die aus den archivierten Lichtkurven ab 1957 Berechnungen mit unterschiedlichen Methoden zur Bestimmung meist von zwei alternativen Lösungen für die Position der Rotationsachse (immer nahe zur Ebene der Ekliptik, meistens mit retrograder Rotation), der Rotationsperiode und der Achsenverhältnisse von dreiachsig-ellipsoidischen Gestaltmodellen durchführten.[8][9][10][11][12][13][14][15][16] Dabei gab es gelegentlich auch neue photometrische Beobachtungen, die zu weiteren Lichtkurven ausgewertet wurden, wie am 3. und 5. Oktober 1985 sowie am 14. und 18. April 1991 am La-Silla-Observatorium in Chile (abgeleitete Rotationsperiode 6,92051 h)[17][18] oder am 15. und 16. März 1990 am Roque-de-los-Muchachos-Observatorium auf La Palma (abgeleitete Periode 6,921 h).[19]

Spektroskopische Untersuchungen am 7. September 1984 mit der Infrared Telescope Facility (IRTF) und am 28. Oktober 1998 mit dem United Kingdom Infrared Telescope (UKIRT), beide am Mauna-Kea-Observatorium, lieferten Spektren im nahen Infrarot, aus denen für die Oberflächenschicht von (624) Hektor auf ein Vorkommen von Pyroxen mit einem maximalen Gehalt von 3 % an Wassereis und bis zu 40 % an Serpentin geschlossen wurde. Unter der Oberfläche könnten beliebige Anteile an Wassereis und anderen flüchtigen Substanzen vorliegen.[20] Eine Aufnahme vom 13. Juni 1993 mit dem Hubble-Weltraumteleskop (HST) führte zur Ableitung einer Größe von (370 × 195) km für den Asteroiden, es konnte aber kein Begleiter gefunden werden.[21][22]

Beobachtungen am 7. November 2000 mit dem Teleskop II des Keck-Observatoriums auf Hawaiʻi im sichtbaren und im mittleren Infrarotbereich ergaben eine Albedo von 0,04–0,06 und einen Durchmesser von 203–239 km, abhängig von den angenommenen thermischen Modellparametern.[23] Eine Untersuchung von 2002 stellte noch einmal die wahrscheinlich locker gebundene binäre Struktur von (624) Hektor heraus, ohne allerdings aus den photometrischen Daten allein ein Gestaltmodell ableiten zu können.[24] Spektroskopische Beobachtungen am 2. März 2004 im nahen und mittleren Infrarot mit dem Spitzer-Weltraumteleskop wurden zu einem mittleren Durchmesser und einer Albedo von 220 km bzw. 0,04 ausgewertet, außerdem wies das Spektrum auf das Vorhandensein von feinkörnigen Silicaten hin.[25]

Bei Beobachtungen in nahen Infrarot mit dem Laser Guide Star (LGS)-System am 10-m-Teleskop II des Keck-Observatoriums und seinem Adaptive Optics (AO)-System konnte am 16. Juli 2006 ein Satellit von (624) Hektor entdeckt werden. Die Form des optisch aufgelösten Asteroiden konnte durch eine Ellipse mit Achsen von (350 × 210) km angenähert werden, aber mehrere Einzelbilder deuten darüber hinaus darauf hin, dass er auch eine zweilappige Form haben könnte. Basierend auf dem Helligkeitsverhältnis zwischen dem Primärkörper und dem mit der provisorischen Bezeichnung S/2006 (624) 1 versehenen Satelliten wurde dessen Durchmesser auf etwa 15 km geschätzt.[26] Der Satellit erhielt später den Namen Skamandrios (siehe unten).

Eine Untersuchung von 2007 erstellte Gestaltmodelle aus sich berührenden Ellipsoiden u. a. für (624) Hektor. Aus diesen Modellen wurde dann dasjenige ausgewählt, bei dem die archivierten Lichtkurven aus den Beobachtungen von 1957 bis 1968 am besten zu den simulierten Rotationsdaten passten. Daraus ließen sich auch die Achsenverhältnisse der beiden Ellipsoide, ein Massenverhältnis von etwa 3:2 und eine Dichte von etwa 2,48 g/cm³ ableiten.[27]

Photometrische Messungen des Satelliten erfolgten wieder am 17. und 18. Oktober 2008 am Santana Observatory in Kalifornien, aus denen sich eine Rotationsperiode von 6,923 h bestimmen ließ.[28] Weitere Beobachtungen wurden vom 29. Dezember 2008 bis 28. Januar 2009 während elf Nächten am Hamanowa Astronomical Observatory in Japan durchgeführt, aus diesen wurde eine Rotationsperiode von 6,9210 h abgeleitet.[29]

Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot speziell für Trojaner ergab 2012 Werte für den mittleren Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 147,4 km bzw. 0,11.[30] Abschätzungen von Masse und Dichte für den Asteroiden (624) Hektor aufgrund von gravitativen Beeinflussungen auf Testkörper führten in einer Untersuchung von 2012 zu einer Masse von etwa 9,95·1018 kg und mit einem angenommenen Durchmesser von etwa 227 km zu einer Dichte von 1,63 g/cm³ bei einer Porosität von 41 %. Die Werte besitzen eine Unsicherheit im Bereich von ±20 %.[31] Eine Untersuchung von 2014 ermittelte aus den archivierten Lichtkurven aus dem Zeitraum 1957–2008 sowie Daten des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und der Catalina Sky Survey erstmals dreidimensionale Gestaltmodelle von (624) Hektor für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 6,92051 h. Eine thermophysikalische Modellierung unter Verwendung der NEOWISE-Daten erbrachte darüber hinaus Werte für den mittleren Durchmesser und die Albedo von 186 km bzw. 0,06.[32]

Im Zeitraum von Juli 2006 bis November 2011 waren mit dem Keck-Teleskop noch zwölf weitere Beobachtungen des Satelliten von (624) Hektor gelungen. Aus den archivierten Lichtkurven von 1957 bis 1991 und eigenen Messungen aus dem Zeitraum 2006 bis 2011 sowie Daten von USNO und der Catalina Sky Survey konnte in einer weiteren Untersuchung von 2014 mit der Methode der konvexen Inversion ebenfalls ein dreidimensionales Gestaltmodell der Primärkomponente erstellt werden. Aus dem Vergleich mit den Keck-Aufnahmen ließ sich dabei auch eine der alternativen Rotationsachsen ausschließen, die Periode der retrograden Rotation wurde zu 6,92051 h berechnet. Zusätzlich zu dem konvexen Modell wurde auch ein zweilappiges hantelförmiges Modell und das Modell eines engen Binärsystems erstellt. Die beste Übereinstimmung mit den Daten ergab das System aus zwei überlappenden Körpern mit äquivalenten Durchmessern von etwa 220 und 183 km, entsprechend einem mittleren Gesamtdurchmesser von 250 ± 26 km, einer Masse von 7,9·1018 kg und einer Dichte von 1,0 g/cm³. Das enge Binärsystem wurde dagegen verworfen, da es nur schlecht zu den Daten der Fine Guidance Sensors des Hubble-Weltraumteleskops (HST)[33] passte. Die Dichte entspricht etwa der des Doppelsystems (617) Patroclus, allerdings sollte bei (624) Hektor das Innere stärker kompaktiert sein zu einem Kern mit einer Porosität <15 %, der von einer 70–80 km dicken und poröseren eisigen Schale umgeben ist, so dass die Gesamtporosität bei etwa 50 % liegt. Unter der Annahme einer vergleichbaren Albedo beider Objekte wurde der Durchmesser des Satelliten nun auf 12 ± 3 km abgeschätzt, er umkreist die Primärkomponente in 2,965 Tagen auf einer elliptischen Umlaufbahn mit einer Großen Halbachse von 624 ± 10 km und einer Exzentrizität von 0,31. Die Umlaufbahn ist etwa 50° gegen die Äquatorebene der Primärkomponente geneigt und auch über längere Zeiträume stabil.[34]

Neue photometrische Beobachtungen erfolgten wieder während mehrerer Kampagnen am Center for Solar System Studies (CS3) in Kalifornien, so am 16. und 17. April 2014, wo zunächst aus der aufgezeichneten Lichtkurve eine Rotationsperiode von 6,928 h abgeleitet wurde,[35] sowie während fünf Nächten vom 16. bis 28. Juli 2019, wo die Daten eine Periode von 6,922 h ergaben. In der Kombination mit den Beobachtungsdaten von 2014 konnte daraus anschließend auch ein vorläufiges Gestaltmodell für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 6,92051 h berechnet werden.[36]

Mit dem Weltraumteleskop Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) konnten während dessen Durchmusterung des Südhimmels 2018 bis 2019 auch Objekte des Sonnensystems beobachtet werden. Dabei wurden auch die Lichtkurven von fast 10.000 Asteroiden aufgezeichnet. Für (624) Hektor wurde aus Messungen etwa vom 25. Juli bis 22. August 2018 eine Rotationsperiode von 6,92285 h erhalten.[37] Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (624) Hektor, für den in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 6,92047 h berechnet wurde.[38]

Eine weitere Beobachtungskampagne vom 6. bis 8. September 2021 am CS3 führte zu einer abgeleiteten Rotationsperiode von 6,923 h.[39] Eine Zusammenarbeit mehrerer Observatorien in Spanien vom 28. Dezember 2022 bis 11. Januar 2023 führte zur Bestimmung einer Rotationsperiode von 6,920 h.[40]

Eine astrometrische Auswertung der Begegnung von (624) Hektor mit dem etwa 6 km großen Asteroiden (437759) 2014 GG47 am 19. Februar 2013 bis auf etwa 780.000 km bei einer Relativgeschwindigkeit von 7,5 km/s führte in einer Untersuchung von 2023 zur Abschätzung einer Masse für (624) Hektor von etwa 12,6·1018 kg mit einer Unsicherheit von ±50 % in Übereinstimmung mit früheren Ergebnissen.[41] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 6,92049 h berechnet,[42] ebenso wie im gleichen Jahr aus photometrischen Daten des USNO, der Catalina Sky Survey, von Gaia DR3, des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS), von ASAS-SN und TESS sowie 87 archivierten Lichtkurven aus dem Zeitraum 1957 bis 2019 ein weiteres Gestaltmodell für eine Rotationsachse mit retrograder Rotation und einer Periode von 6,92051 h.[43]

Hektor-Familie

(624) Hektor ist das größte Mitglied einer Asteroidenfamilie innerhalb der L4-Trojaner mit ähnlichen Bahneigenschaften, wie eine Große Halbachse von 5,23–5,35 AE, eine Exzentrizität von 0,03–0,09 und eine Bahnneigung von 17,8°–19,4°. Taxonomisch handelt es sich um Asteroiden der Spektralklassen D und L, die mittlere Albedo liegt bei 0,07. Der Hektor-Familie wurden im Jahr 2019 etwa 100 bekannte Mitglieder zugerechnet,[44] ihr Alter wurde auf 1–4 Mrd. Jahre oder, weniger wahrscheinlich, 0,1–2,5 Mrd. Jahre geschätzt.[45]

Hektors Mond Skamandrios

Ein natürlicher Satellit von (624) Hektor wurde am 16. Juli 2006 am Keck-Observatorium auf Hawaiʻi entdeckt (siehe oben). Er erhielt zunächst die provisorische Bezeichnung S/2006 (624) 1. Weitere Beobachtungen zeigten, dass der Begleiter einen Durchmesser von etwa 12 km besitzt, er umkreist seinen Zentralkörper einmal in 2,965 Tagen auf einer elliptischen Umlaufbahn mit einer Großen Halbachse von etwa 624 km. Im März 2017 wurde dem Mond nach dem Beinamen von Hektors Sohn Astyanax der offizielle Name (624) I Skamandrios verliehen.[46]

Siehe auch

Commons: (624) Hektor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. M. Wolf, A. Kopff: Benennung von kleinen Planeten. In: Astronomische Nachrichten. Band 175, Nr. 4187, 1907, Sp. 191–192, doi:10.1002/asna.19071751112 (PDF; 163 kB).
  2. J. L. Dunlap, T. Gehrels: Minor Planets. III. Lightcurves of a Trojan Asteroid. In: The Astronomical Journal. Band 74, Nr. 6, 1969, S. 796–803, bibcode:1969AJ.....74..796D (PDF; 741 kB).
  3. D. P. Cruikshank: Radii and Albedos of four Trojan asteroids and Jovian satellites 6 and 7. In: Icarus. Band 30, Nr. 1, 1977, S. 224–230, doi:10.1016/0019-1035(77)90136-1.
  4. D. Morrison: Asteroid sizes and albedos. In: Icarus. Band 31, Nr. 2, 1977, S. 185–220 doi:10.1016/0019-1035(77)90034-3.
  5. A. F. Cook: 624 Hektor: a Binary Asteroid? In: T. Gehrels (Hrsg.): Physical Studies of Minor Planets. Proceedings of IAU Colloq. 12, Tucson, AZ, NASA SP-267, 1971, S. 155–163, bibcode:1971NASSP.267..155C (PDF; 117 kB).
  6. W. K. Hartmann, D. P. Cruikshank: The Nature of Trojan Asteroid 624 Hektor. In: Icarus. Band 36, Nr. 3, 1978, S. 353–366, doi:10.1016/0019-1035(78)90114-8.
  7. S. J. Weidenschilling: Hektor: Nature and Origin of a Binary Asteroid. In: Icarus. Band 44, Nr. 3, 1980, S. 807–809, doi:10.1016/0019-1035(80)90147-5.
  8. P. Magnusson: Determination of spin axis orientation for asteroids 44 Nysa, 216 Kleopatra and 624 Hektor. In: Asteroids, comets, meteors. Proceedings, Uppsala 1983, S. 77–85, bibcode:1983acm..proc...77M (PDF; 690 kB).
  9. V. Zappalà, Z. Knežević: Rotation axes of asteroids: Results for 14 objects. In: Icarus. Band 59, Nr. 3, 1984, S. 436–455, doi:10.1016/0019-1035(84)90112-X.
  10. A. Pospieszalska-Surdej, J. Surdej: Determination of the pole orientation of an asteroid. The amplitude-aspect relation revisited. In: Astronomy & Astrophysics. Band 149, Nr. 1, 1985, S. 186–194, bibcode:1985A&A...149..186P (PDF; 203 kB).
  11. P. Magnusson: Distribution of spin axes and senses of rotation for 20 large asteroids. In: Icarus. Band 68, Nr. 1, 1986, S. 1–39, doi:10.1016/0019-1035(86)90072-2.
  12. K. Uchida, J. D. Goguen: A new Method for Determining Asteroid Shapes and Rotation Poles from Lightcurves and Its Application to 624 Hektor. In: Bulletin of the American Astronomical Society. Band 19, 1987, S. 842, bibcode:1987BAAS...19..842U (PDF; 100 kB).
  13. T. Michałowski: Photometric astrometry applied to asteroids 6, 15, 43, and 624. In: Acta Astronomica. Band 38, Nr. 4, 1988, S. 455–468, bibcode:1988AcA....38..455M (PDF; 233 kB).
  14. G. De Angelis: New asteroid pole determinations. In: A. Brahic, J.-C. Gérard, J. Surdej (Hrsg.): Observations and Physical Properties of Small Solar System Bodies. Université de Liège, Institut d’Astrophysique, Liège 1992, S. 195–201, bibcode:1992LIACo..30..195D (PDF; 104 kB).
  15. G. De Angelis: Asteroid spin, pole and shape determinations. In: Planetary and Space Science. Band 43, Nr. 5, 1995, S. 649–682, doi:10.1016/0032-0633(94)00151-G.
  16. Gy. Szabó, K. Sárneczky, L. L. Kiss: The O-C diagrams of minor planets – a new approach to modelling the rotation. In: Evolution and source regions of asteroids and comets. Proceedings of the 173rd colloquium of the IAU, Tatranská Lomnica 1999, S. 185–188, bibcode:1999esra.conf..185S (PDF; 87 kB).
  17. A. Detal, O. Hainaut, A. Pospieszalska-Surdej, P. Schils, H. J. Schober, J. Surdej: Pole, albedo and shape of the minor planets 624 Hektor and 43 Ariadne: Two tests for comparing four different pole determination methods. In: Astronomy & Astrophysics. Band 281, Nr. 1, 1994, S. 269–280, bibcode:1994A&A...281..269D (PDF; 342 kB).
  18. M.-C. Hainaut-Rouelle, O. R. Hainaut, A. Detal: Lightcurves of selected minor planets. In: Astronomy & Astrophysics Supplement Series. Band 112, 1995, S. 125–142, bibcode:1995A&AS..112..125H (PDF; 468 kB).
  19. M. Dahlgren, A. Fitzsimmons, C.-I. Lagerkvist, I. P. Williams: Differential CCD Photometry of Dubiago, Chiron and Hektor. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 250, Nr. 1, 1991, S. 115–118, doi:10.1093/mnras/250.1.115 (PDF; 144 kB).
  20. D. P. Cruikshank, C. M. Dalle Ore, T. L. Roush, T. R. Geballe, T. C. Owen, C. de Bergh, M. D. Cash, W. K. Hartmann: Constraints on the Composition of Trojan Asteroid 624 Hektor. In: Icarus. Band 153, Nr. 2, 2001, S. 348–360 doi:10.1006/icar.2001.6703 (Preprint: PDF; 1,59 MB).
  21. A. Storrs, B. Weiss, B. Zellner, W. Burleson, R. Sichitiu, E. Wells, C. Kowal, D. Tholen: Imaging Observations of Asteroids with Hubble Space Telescope. In: Icarus. Band 137, Nr. 2, 1999, S. 260–268, doi:10.1006/icar.1999.6047 (PDF; 522 kB).
  22. A. D. Storrs, C. Dunne, J.-M. Conan, L. Mugnier, B. P. Weiss, B. Zellner: A closer look at main belt asteroids 1: WF/PC images. In: Icarus. Band 173, Nr. 2, 2005, S. 409–416, doi:10.1016/j.icarus.2004.08.007 (PDF; 269 kB).
  23. Y. R. Fernández, S. S. Sheppard, D. C. Jewitt: The Albedo Distribution of Jovian Trojan Asteroids. In: The Astronomical Journal. Band 126, Nr. 3, 2003, S. 1–10, doi:10.1086/377015 (PDF; 255 kB).
  24. M. Kaasalainen, J. Torppa, J. Piironen: Binary structures among large asteroids. In: Astronomy & Astrophysics. Band 383, Nr. 3, 2002, S. L19–L22, doi:10.1051/0004-6361:20020015 (PDF; 185 kB).
  25. J. P. Emery, D. P. Cruikshank, J. Van Cleve: Thermal emission spectroscopy (5.2–38 μm) of three Trojan asteroids with the Spitzer Space Telescope: Detection of fine-grained silicates. In: Icarus. Band 182, Nr. 2, 2006, S. 496–512 doi:10.1016/j.icarus.2006.01.011.
  26. D. W. E. Green: IAUC 8732: S/2006 (624) 1; 2006ds, 2006dt. IAU Central Bureau for Astronomical Telegrams, 21. Juli 2006, abgerufen am 25. Oktober 2025 (englisch).
  27. P. Lacerda, D. C. Jewitt: Densities of Solar System Objects from Their Rotational Light Curves. In: The Astronomical Journal. Band 133, Nr. 4, 2007, S. 1393–1408, bibcode:2007AJ....133.1393L (PDF; 1,61 MB).
  28. R. D. Stephens: Asteroids Observed from GMARS and Santana Observatories. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 36, Nr. 2, 2009, S. 59–62, bibcode:2009MPBu...36...59S (PDF; 1,04 MB).
  29. Hiromi Hamanowa, Hiroko Hamanowa: Lightcurves of 494 Virtus, 556 Phyllis, 624 Hektor, 657 Gunlod, 1111 Reinmuthia, 1188 Gothlandia, and 1376 Michelle. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 36, Nr. 3, 2009, S. 87–88, bibcode:2009MPBu...36...87H (PDF; 299 kB).
  30. T. Grav, A. K. Mainzer, J. M. Bauer, J. R. Masiero, C. R. Nugent: WISE/NEOWISE Observations of the Jovian Trojan Population: Taxonomy. In: The Astrophysical Journal. Band 759, Nr. 1, 2012, S. 1–10, doi:10.1088/0004-637X/759/1/49 (PDF; 985 kB).
  31. B. Carry: Density of Asteroids. In: Planetary and Space Science. Band 73, Nr. 1, 2012, S. 98–118, doi:10.1016/j.pss.2012.03.009 (arXiv-Preprint: PDF; 5,41 MB).
  32. J. Hanuš, M. Delbo’, J. Ďurech, V. Alí-Lagoa: Thermophysical modeling of asteroids from WISE thermal infrared data – Significance of the shape model and the pole orientation uncertainties. In: Icarus. Band 256, 2015, S. 101–116, doi:10.1016/j.icarus.2015.04.014 (arXiv-Preprint: PDF, 555 kB).
  33. P. Tanga, D. Hestroffer, A. Cellino, M. Lattanzi, M. Di Martino, V. Zappalà: Asteroid observations with the Hubble Space Telescope FGS. II. Duplicity search and size measurements for 6 asteroids. In: Astronomy & Astrophysics. Band 401, Nr. 2, 2003, S. 733–741, doi:10.1051/0004-6361:20030032 (PDF; 229 kB).
  34. F. Marchis, J. Ďurech, J. Castillo-Rogez, F. Vachier, M. Ćuk, J. Berthier, M. H. Wong, P. Kalas, G. Duchêne, M. A. van Dam, H. Hamanowa, M. Viikinkoski: The Puzzling Mutual Orbit of the Binary Trojan Asteroid (624) Hektor. In: The Astrophysical Journal Letters. Band 783, Nr. 2, L37, 2014, S. 1–6, doi:10.1088/2041-8205/783/2/L37 (PDF; 915 kB).
  35. R. D. Stephens, D. R. Coley, L. M. French: Trojan Asteroids Observed from CS3: 2014 January–May. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 41, Nr. 4, 2014, S. 210–212, bibcode:2014MPBu...41..210S (PDF; 410 kB).
  36. R. D. Stephens, B. D. Warner: Lightcurve Analysis of L4 Trojan Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2019 July To September. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 47, Nr. 1, 2020, S. 43–46, bibcode:2020MPBu...47...43S (PDF; 526 kB).
  37. A. Pál, R. Szakáts, Cs. Kiss, A. Bódi, Zs. Bognár, Cs. Kalup, L. L. Kiss, G. Marton, L. Molnár, E. Plachy, K. Sárneczky, Gy. M. Szabó, R. Szabó: Solar System Objects Observed with TESS – First Data Release: Bright Main-belt and Trojan Asteroids from the Southern Survey. In: The Astrophysical Journal Supplement Series. Band 247, Nr. 1, 2020, S. 1–41, doi:10.3847/1538-4365/ab64f0 (PDF; 1,06 MB).
  38. J. Hanuš, O. Pejcha, B. J. Shappee, C. S. Kochanek, K. Z. Stanek, T. W.-S. Holoien: V-band photometry of asteroids from ASAS-SN. Finding asteroids with slow spin. In: Astronomy & Astrophysics. Band 654, A48, 2021, S. 1–11, doi:10.1051/0004-6361/202140759 (PDF; 1,16 MB).
  39. R. D. Stephens, B. D. Warner: Lightcurve Analysis of L4 Trojan Asteroids at the Center for Solar System Studies: 2021 July to September. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 49, Nr. 1, 2022, S. 51–55, bibcode:2022MPBu...49...51S (PDF; 1,31 MB).
  40. R. G. Farfán, F. G. de la Cuesta, E. R. Lorenz, E. F. Mañanes, J. M. F. Andújar, J. R. Fernández, J. D. Casal, J. de E. Cantalapiedra, P. de la Fuente, J. Collada: Photometry and Lightcurve Analysis of 26 Asteroids. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 51, Nr. 2, 2024, S. 133–138, bibcode:2024MPBu...51..133F (PDF; 1,19 MB).
  41. M. Kretlow: An Astrometric Mass Estimate for (624) Hektor. In: Research Notes of the AAS. Band 7, Nr. 7/137, 2023, S. 1–2, doi:10.3847/2515-5172/ace318 (PDF; 358 kB).
  42. J. Ďurech, J. Hanuš: Reconstruction of asteroid spin states from Gaia DR3 photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 675, A24, 2023, S. 1–13, doi:10.1051/0004-6361/202345889 (PDF; 32,9 MB).
  43. J. Hanuš, D. Vokrouhlický, D. Nesvorný, J. Ďurech, R. Stephens, V. Benishek, J. Oey, P. Pokorný: Shape models and spin states of Jupiter Trojans. Testing the streaming instability formation scenario. In: Astronomy & Astrophysics. Band 679, A56, 2023, S. 1–22, doi:10.1051/0004-6361/202346022 (PDF; 3,86 MB).
  44. T. A. Vinogradova: Empirical method of proper element calculation and identification of asteroid families. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 484, Nr. 3, 2019, S. 3755–3764, doi:10.1093/mnras/stz228 (PDF; 4,80 MB).
  45. J. Rozehnal, M. Brož, D. Nesvorný, D. D. Durda, K. Walsh, D. C. Richardson, E. Asphaug: Hektor – an exceptional D-type family among Jovian Trojans. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Band 462, Nr. 3, 2016, S. 2319–2332, doi:10.1093/mnras/stw1719 (PDF; 4,07 MB).
  46. W. R. Johnston: (624) Hektor and Skamandrios. In: Asteroids with Satellites Database – Johnston’s Archive. 25. März 2017, abgerufen am 25. Oktober 2025 (englisch).