(582) Olympia

Asteroid
(582) Olympia
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Mittlerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie
Große Halbachse 2,613 AE
Exzentrizität 0,220
Perihel – Aphel 2,037 AE – 3,188 AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 30,002°
Länge des aufsteigenden Knotens 155,7°
Argument der Periapsis 310,2°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 27. Dezember 2023
Siderische Umlaufperiode 4 a 82 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 18,20 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 44,3 km ± 0,7 km
Abmessungen
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,22
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 1 d 12 h
Absolute Helligkeit 9,0 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
S
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Geschichte
Entdecker August Kopff
Datum der Entdeckung 23. Januar 1906
Andere Bezeichnung 1906 BM, 1963 QE, 1963 SD
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

(582) Olympia ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 23. Januar 1906 vom deutschen Astronomen August Kopff an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 11,6 mag entdeckt wurde.

Der Asteroid ist benannt nach dem Ort Olympia im Nordwesten der Peloponnes, wo Zeus einen berühmten Tempel mit einer berühmten Statue von Phidias besaß. Die Statue galt als eines der Sieben Weltwunder der Antike. In Olympia fanden die Olympischen Spiele 776 v. Chr. erstmals statt.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (582) Olympia, für die damals Werte von 43,4 km bzw. 0,21 erhalten wurden.[1] Mit dem Satelliten Midcourse Space Experiment (MSX) wurden 1996 bis 1997 im Rahmen der Infrared Minor Planet Survey (MIMPS) Daten gewonnen, aus denen Werte von 48,7 km bzw. 0,17 bestimmt wurden.[2] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 43,5 km bzw. 0,21.[3] Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 42,9 km bzw. 0,22 geändert worden waren,[4] wurden sie 2014 auf 44,4 km bzw. 0,20 korrigiert.[5]

Die Ergebnisse photometrischer Messungen des Asteroiden vom Januar 1986 und November/Dezember 1989 am La-Silla-Observatorium in Chile wurden erstmals im Jahr 1993 veröffentlicht. Aus den aufgezeichneten Lichtkurven wurde eine Rotationsperiode von 36,0 h abgeleitet.[6][7]

Weitere Beobachtungen begannen am 9. Februar 2003 am Ngunnawal Observatory in Australien, das bald darauf Unterstützung durch das Menke Observatory in Maryland erhielt. Es zeigte sich aber sehr bald, dass die Rotationsperiode des Asteroiden ein Vielfaches eines Erdtages zu betragen schien. Bei Perioden von Vielfachen eines halb- oder ganzzahligen Erdtags kann an einem Observatorium oft nur eine unvollständige Lichtkurve aufgenommen werden, da in jeder Nacht immer wieder derselbe Teilabschnitt der Lichtkurve erfasst wird. Mit zusätzlicher Unterstützung durch das Johnathan B Postel Observatory in Italien, das Crescent Butte Observatory in Utah und einen Beobachter in Großbritannien konnten bis zum 20. März 2003 etwa 80 % einer vollständigen Lichtkurve erfasst werden, aus der eine Rotationsperiode von 72,0 h abgeleitet wurde.[8]

Vom 26. Mai bis 23. August 2013 erfolgte erneut eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen vier Observatorien, nämlich dem Organ Mesa Observatory in New Mexico, dem Bigmuskie Observatory und dem Balzaretto Observatory, beide in Italien, sowie dem Leura Observatory in Australien. Dadurch konnte schließlich eine vollständige Lichtkurve erfasst werden, aus der sich eine Rotationsperiode von 36,312 h bestimmen ließ. Die doppelte Periode konnte dagegen nahezu sicher ausgeschlossen werden.[9]

Aus archivierten Lichtkurven aus dem Zeitraum 1986 bis 2013 und weiteren Messungen vom 30. April bis 2. Mai 2016 am BlueEye600-Observatorium in Tschechien wurde in einer Untersuchung von 2018 für den Asteroiden erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell mit einer nahe zur Ebene der Ekliptik gelegenen Rotationsachse und einer Periode von 36,3635 h berechnet.[10]

Mit dem Weltraumteleskop Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) konnten während dessen Durchmusterung des Südhimmels 2018 bis 2019 auch Objekte des Sonnensystems beobachtet werden. Dabei wurden nach einer ersten Pilotstudie[11] auch die Lichtkurven von fast 10.000 Asteroiden aufgezeichnet. Für (582) Olympia wurde aus Messungen etwa vom 23. August bis 20. September 2018 eine Rotationsperiode von 36,3043 h erhalten.[12]

Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (582) Olympia, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen, eine mit prograder Rotation und eine sehr nahe zur Ebene der Ekliptik gelegen, sowie eine Periode von 36,363 h berechnet wurde.[13]

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 36,36 h bestimmt werden.[14] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 36,359 h berechnet.[15]

Abschätzungen von Masse und Dichte für den Asteroiden (582) Olympia aufgrund von gravitativen Beeinflussungen auf Testkörper hatten in einer Untersuchung von 2012 zu als unrealistisch bewerteten Ergebnissen geführt.[16]

Siehe auch

Commons: (582) Olympia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. E. F. Tedesco, P. V. Noah, M. Noah, S. D. Price: The Supplemental IRAS Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 123, Nr. 2, 2002, S. 1056–1085, doi:10.1086/338320 (PDF; 398 kB).
  2. E. F. Tedesco, M. P. Egan, S. D. Price: The Midcourse Space Experiment Infrared Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 124, Nr. 1, 2002, S. 652–670, doi:10.1086/340960 (PDF; 485 kB).
  3. J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, J. Dailey, P. R. M. Eisenhardt, R. S. McMillan, T. B. Spahr, M. F. Skrutskie, D. Tholen, R. G. Walker, E. L. Wright, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, A. Wilkins: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. I. Preliminary Albedos and Diameters. In: The Astrophysical Journal. Band 741, Nr. 2, 2011, S. 1–20, doi:10.1088/0004-637X/741/2/68 (PDF; 73,0 MB).
  4. J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, C. Nugent, M. S. Cabrera: Preliminary Analysis of WISE/NEOWISE 3-Band Cryogenic and Post-cryogenic Observations of Main Belt Asteroids. In: The Astrophysical Journal Letters. Band 759, Nr. 1, L8, 2012, S. 1–8, doi:10.1088/2041-8205/759/1/L8 (PDF; 3,27 MB).
  5. J. R. Masiero, T. Grav, A. K. Mainzer, C. R. Nugent, J. M. Bauer, R. Stevenson, S. Sonnett: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. Near-infrared Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 791, Nr. 2, 2014, S. 1–11, doi:10.1088/0004-637X/791/2/121 (PDF; 1,10 MB).
  6. H. J. Schober, A. Erikson, G. Hahn, C.-I. Lagerkvist: The 36-hour rotation period of asteroid 582 Olympia. In: Astronomische Gesellschaft Abstract Series. Band 9, 1993, S. 120, bibcode:1993AGAb....9..120S (PDF; 15 kB).
  7. H. J. Schober, A. Erikson, G. Hahn, C.-I. Lagerkvist, T. Oja: Physical Studies of Asteroids. XXVI. Rotation and Photoelectric Photometry of Asteroids 323, 350, 582, 1021 and 1866. In: Astronomy & Astrophysics Supplement Series. Band 101, Nr. 3, 1993, S. 499–505, bibcode:1993A&AS..101..499S.
  8. D. Higgins, J. Menke, V. Pozzoli, E. Sheridan, R. Dymock: Lightcurve and period determination for 582 Olympia. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 31, Nr. 1, 2004, S. 12 bibcode:2004MPBu...31...12H (PDF; 92 kB).
  9. F. Pilcher, A. Ferrero, L. Franco, J. Oey, B. D. Warner: A Photometric Study of 582 Olympia. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 41, Nr. 1, 2014, S. 22–23 bibcode:2014MPBu...41...22P (PDF; 168 kB).
  10. J. Ďurech, J. Hanuš, M. Brož, M. Lehký, R. Behrend, P. Antonini, S. Charbonnel, R. Crippa, P. Dubreuil, G. Farroni, G. Kober, A. Lopez, F. Manzini, J. Oey, R. Poncy, C. Rinner, R. Roy: Shape models of asteroids based on lightcurve observations with BlueEye600 robotic observatory. In: Icarus. Band 304, 2018, S. 101–109, doi:10.1016/j.icarus.2017.07.005 (arXiv-Preprint: PDF; 2,48 MB).
  11. A. McNeill, M. Mommert, D. E. Trilling, J. Llama, B. Skiff: Asteroid Photometry from the Transiting Exoplanet Survey Satellite: A Pilot Study. In: Astronomy & Astrophysics Supplement Series. Band 245, Nr. 2, 2019, S. 1–8, doi:10.3847/1538-4365/ab5223 (PDF; 1,05 MB).
  12. A. Pál, R. Szakáts, Cs. Kiss, A. Bódi, Zs. Bognár, Cs. Kalup, L. L. Kiss, G. Marton, L. Molnár, E. Plachy, K. Sárneczky, Gy. M. Szabó, R. Szabó: Solar System Objects Observed with TESS – First Data Release: Bright Main-belt and Trojan Asteroids from the Southern Survey. In: The Astrophysical Journal Supplement Series. Band 247, Nr. 1, 2020, S. 1–41, doi:10.3847/1538-4365/ab64f0 (PDF; 1,06 MB).
  13. J. Hanuš, O. Pejcha, B. J. Shappee, C. S. Kochanek, K. Z. Stanek, T. W.-S. Holoien: V-band photometry of asteroids from ASAS-SN. Finding asteroids with slow spin. In: Astronomy & Astrophysics. Band 654, A48, 2021, S. 1–11, doi:10.1051/0004-6361/202140759 (PDF; 1,16 MB).
  14. J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).
  15. J. Ďurech, J. Hanuš: Reconstruction of asteroid spin states from Gaia DR3 photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 675, A24, 2023, S. 1–13, doi:10.1051/0004-6361/202345889 (PDF; 32,9 MB).
  16. B. Carry: Density of Asteroids. In: Planetary and Space Science. Band 73, Nr. 1, 2012, S. 98–118, doi:10.1016/j.pss.2012.03.009 (arXiv-Preprint: PDF; 5,41 MB).