(534) Nassovia

Asteroid
(534) Nassovia
Berechnetes 3D-Modell von (534) Nassovia
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Eigenschaften des Orbits Animation
Epoche: 21. November 2025 (JD 2.461.000,5)
Orbittyp Äußerer Hauptgürtel
Asteroidenfamilie Koronis-Familie
Große Halbachse 2,884 AE
Exzentrizität 0,060
Perihel – Aphel 2,710 AE – 3,057 AE
Perihel – Aphel  AE –  AE
Neigung der Bahnebene 3,276°
Länge des aufsteigenden Knotens 94,1°
Argument der Periapsis 335,9°
Zeitpunkt des Periheldurchgangs 4. Dezember 2024
Siderische Umlaufperiode 4 a 327 d
Siderische Umlaufzeit {{{Umlaufdauer}}}
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit {{{Umlaufgeschwindigkeit}}} km/s
Mittlere Orbital­geschwin­digkeit 17,53 km/s
Physikalische Eigenschaften
Mittlerer Durchmesser 32,3 km ± 0,3 km
Abmessungen {{{Abmessungen}}}
Masse Vorlage:Infobox Asteroid/Wartung/Masse kg
Albedo 0,21
Mittlere Dichte g/cm³
Rotationsperiode 9 h 28 min
Absolute Helligkeit 9,6 mag
Spektralklasse {{{Spektralklasse}}}
Spektralklasse
(nach Tholen)
S
Spektralklasse
(nach SMASSII)
Sq
Geschichte
Entdecker Raymond Smith Dugan
Datum der Entdeckung 19. April 1904
Andere Bezeichnung 1904 HD, 1916 UQ, 1975 YG, 2016 FT5
Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten.

(534) Nassovia ist ein Asteroid des äußeren Hauptgürtels, der am 19. April 1904 vom US-amerikanischen Astronomen Raymond Smith Dugan an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,0 mag entdeckt wurde.

Der Asteroid ist benannt zu Ehren der Princeton University. Lyman Spitzer, Direktor der Universitätssternwarte, erklärte: „Nassovia ist vermutlich eine latinisierte Version von Nassau. Als das erste Gebäude in Princeton für das damalige College of New Jersey errichtet wurde, erhielt es den Namen Nassau Hall, »zum Gedenken an den glorreichen König Wilhelm III., der ein Zweig des berühmten Hauses Nassau war«. Die Anführungszeichen umschließen eine Empfehlung des Gouverneurs von New Jersey, der Mitglied des Kuratoriums war. Nassau Hall ist seit ihrer Erbauung das Zentrum der Universität, und der Name Nassau ist mit der Princeton University verbunden.“ Die Princeton University wird auch noch durch die Asteroiden (508) Princetonia und (6151) Viget geehrt.

(534) Nassovia ist eines der größeren Mitglieder der Koronis-Familie, einer sehr zahlreichen Gruppe von Asteroiden, die durch eine kollisionsbedingte Zerstörung des Vorgängerkörpers von (158) Koronis entstanden.

Wissenschaftliche Auswertung

Aus Ergebnissen der IRAS Minor Planet Survey (IMPS) wurden 1992 Angaben zu Durchmesser und Albedo für zahlreiche Asteroiden abgeleitet, darunter auch (534) Nassovia, für die damals Werte von 33,1 km bzw. 0,20 erhalten wurden.[1] Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 38,6 km bzw. 0,12.[2] Nachdem die Werte nach neuen Messungen mit NEOWISE 2012 auf 30,5 km bzw. 0,24 geändert worden waren,[3] wurden sie 2014 auf 32,3 km bzw. 0,21 korrigiert.[4]

Nachdem bereits aus einer photometrischen Beobachtung des Asteroiden am 20. März 1977 auf eine Rotationsperiode von etwa 9 Stunden geschlossen worden war, fanden neue Messungen am 22. und 23. September 1984 am McDonald-Observatorium in Texas statt. Aus der aufgezeichneten Lichtkurve wurde eine Rotationsperiode von 9,39 h abgeleitet.[5] Weitere Beobachtungen im April 1987 und im November 1990 am McDonald-Observatorium sowie im April 1992 und Juni 1993 am Wallace Astrophysical Observatory (WAO) in Massachusetts bestätigten dieses Ergebnis mit einer abgeleiteten Rotationsperiode von 9,382 h.[6]

Eine Revision aller archivierten Lichtkurven des Asteroiden von 1977 bis 1993 zeigte in einer Untersuchung von 2003, dass neben der früher bestimmten Rotationsperiode auch eine solche von 9,47 h zu den Daten passen könnte und diese längere Periode wurde als die richtige angesehen. Zusätzlich wurden auch noch zwei alternative Lösungen für die Position der Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 9,4689 h sowie die Achsenverhältnisse für eine dreiachsig-ellipsoidische Form berechnet und ein dreidimensionales Gestaltmodell für den Asteroiden erstellt.[7] Eine weitere Untersuchung von 2003 in der Ukraine leitete aus den gleichen Daten für (534) Nassovia eine Rotationsperiode von 9,4688 h sowie eine Position für die Rotationsachse mit prograder Rotation und die Achsenverhältnisse ab.[8] Diese Rotationsperiode konnte auch noch einmal in einer Untersuchung von 2009 durch weitere Beobachtungen vom 30. Mai bis 20. August 2003 am Whitin Observatory in Massachusetts mit einem abgeleiteten Wert von 9,469 h bestätigt werden. Außerdem wurden aus den archivierten Daten von 1977 bis 2003 verbesserte Werte für die Position der Rotationsachse und die Achsenverhältnisse berechnet.[9]

Eine Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona, der Catalina Sky Survey und der Siding Spring Survey ermöglichte in einer Untersuchung von 2011 erneut die Berechnung eines dreidimensionalen Gestaltmodells für zwei alternative Positionen der Rotationsachse mit prograder Rotation und einer Periode von 9,46889 h.[10] Mit Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus den Jahren 2015 bis 2018 leitete eine Untersuchung von 2020 eine Periode von 11,805 h ab, darüber hinaus konnte eine taxonomische Zuordnung mit einer Wahrscheinlichkeit von 38 % für einen C-Typ und 62 % für einen S-Typ angegeben werden.[11]

Im Jahr 2021 wurde aus archivierten Daten und photometrischen Messungen von Gaia DR2 wieder ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für eine Rotationsachse mit prograder Rotation sowie eine Periode von 9,4689 h berechnet.[12] Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (534) Nassovia, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 9,4689 h berechnet wurde.[13]

Aus den Daten von ATLAS konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion noch einmal eine Rotationsperiode von 9,46888 h bestimmt werden.[14] Neue photometrische Beobachtungen des Asteroiden erfolgten wieder vom 21. bis 23. Dezember 2024 durch eine Gruppe von Amateurastronomen in Spanien. Dabei wurde eine Rotationsperiode von 9,48 h bestimmt.[15]

Siehe auch

Commons: (534) Nassovia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. E. F. Tedesco, P. V. Noah, M. Noah, S. D. Price: The Supplemental IRAS Minor Planet Survey. In: The Astronomical Journal. Band 123, Nr. 2, 2002, S. 1056–1085, doi:10.1086/338320 (PDF; 398 kB).
  2. J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, J. Dailey, P. R. M. Eisenhardt, R. S. McMillan, T. B. Spahr, M. F. Skrutskie, D. Tholen, R. G. Walker, E. L. Wright, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, A. Wilkins: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. I. Preliminary Albedos and Diameters. In: The Astrophysical Journal. Band 741, Nr. 2, 2011, S. 1–20, doi:10.1088/0004-637X/741/2/68 (PDF; 73,0 MB).
  3. J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, C. Nugent, M. S. Cabrera: Preliminary Analysis of WISE/NEOWISE 3-Band Cryogenic and Post-cryogenic Observations of Main Belt Asteroids. In: The Astrophysical Journal Letters. Band 759, Nr. 1, L8, 2012, S. 1–8, doi:10.1088/2041-8205/759/1/L8 (PDF; 3,27 MB).
  4. J. R. Masiero, T. Grav, A. K. Mainzer, C. R. Nugent, J. M. Bauer, R. Stevenson, S. Sonnett: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. Near-infrared Albedos. In: The Astrophysical Journal. Band 791, Nr. 2, 2014, S. 1–11, doi:10.1088/0004-637X/791/2/121 (PDF; 1,10 MB).
  5. R. P. Binzel: A photoelectric survey of 130 asteroids. In: Icarus. Band 72, Nr. 1, 1987, S. 135–208, doi:10.1016/0019-1035(87)90125-4.
  6. S. M. Slivan, R. P. Binzel: Forty-eight New Rotation Lightcurves of 12 Koronis Family Asteroids. In: Icarus. Band 124, Nr. 2, 1996, S. 452–470, doi:10.1006/icar.1996.0222.
  7. S. M Slivan, R. P Binzel, L. D. Crespo da Silva, M. Kaasalainen, M. M Lyndaker, M. Krčo: Spin vectors in the Koronis family: comprehensive results from two independent analyses of 213 rotation lightcurves. In: Icarus. Band 162, Nr. 2, 2003, S. 285–307, doi:10.1016/S0019-1035(03)00029-0 (PDF; 1,15 MB).
  8. N. Tungalag, V. G. Shevchenko, D. F. Lupishko: Rotation parameters and shapes of 19 asteroids. Qualitative analysis and interpretation of data. In: Kinematika i Fizika Nebesnykh Tel. Band 19, Nr. 5, 2003, S. 397–406, bibcode:2003KFNT...19..397T (PDF; 1,01 MB, russisch).
  9. S. M. Slivan, R. P. Binzel, M. Kaasalainen, A. N. Hock, A. J. Klesman, L. J. Eckelman, R. D. Stephens: Spin vectors in the Koronis family: II. Additional clustered spins, and one stray. In: Icarus. Band 200, Nr. 2, 2009, S. 514–530, doi:10.1016/j.icarus.2008.11.025.
  10. J. Hanuš, J. Ďurech, M. Brož, B. D. Warner, F. Pilcher, R. Stephens, J. Oey, L. Bernasconi, S. Casulli, R. Behrend, D. Polishook, T. Henych, M. Lehký, F. Yoshida, T. Ito: A study of asteroid pole-latitude distribution based on an extended set of shape models derived by the lightcurve inversion method. In: Astronomy & Astrophysics. Band 530, A134, 2011, S. 1–16, doi:10.1051/0004-6361/201116738 (PDF; 1,82 MB).
  11. N. Erasmus, S. Navarro-Meza, A. McNeill, D. E. Trilling, A. A. Sickafoose, L. Denneau, H. Flewelling, A. Heinze, J. L. Tonry: Investigating Taxonomic Diversity within Asteroid Families through ATLAS Dual-band Photometry. In: The Astrophysical Journal Supplement Series. Band 247, Nr. 1, 2020, S. 1–7, doi:10.3847/1538-4365/ab5e88 (PDF; 14,3 MB).
  12. J. Martikainen, K. Muinonen, A. Penttilä, A. Cellino, X. Wang: Asteroid absolute magnitudes and phase curve parameters from Gaia photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 649, A98, 2021, S. 1–8, doi:10.1051/0004-6361/202039796 (PDF; 7,49 MB).
  13. J. Hanuš, O. Pejcha, B. J. Shappee, C. S. Kochanek, K. Z. Stanek, T. W.-S. Holoien: V-band photometry of asteroids from ASAS-SN. Finding asteroids with slow spin. In: Astronomy & Astrophysics. Band 654, A48, 2021, S. 1–11, doi:10.1051/0004-6361/202140759 (PDF; 1,16 MB).
  14. J. Ďurech, M. Vávra, R. Vančo, N. Erasmus: Rotation Periods of Asteroids Determined With Bootstrap Convex Inversion From ATLAS Photometry. In: Frontiers in Astronomy and Space Sciences. Band 9, 2022, S. 1–7, doi:10.3389/fspas.2022.809771 (PDF; 1,01 MB).
  15. R. G. Farfán, F. G. de la Cuesta, J. D. Casal, E. R. Lorenz, C. B. Albá, J. De Elías Cantalapiedra, J. R. Fernández, F. L. Martínez, J. M. F. Andújar, E. F. Mañanes, N. G. Ribes, J. C. Bárcena, A. C. Lozano, J. P. Ruiz, J. M. Cores: Review of Rotation Curves and Periods of 32 Asteroids. In: The Minor Planet Bulletin. Bulletin of the Minor Planets Section of the Association of Lunar and Planetary Observers, Band 52, Nr. 3, 2025, S. 246–253, bibcode:2025MPBu...52..246F (PDF; 0,99 MB).