Đuro Bošković

Đuro Ivo Bošković (* 6. Februar 1914 in Brtsceli, Montenegro; † 2. Mai 1945 in Belgrad) war ein jugoslawischer Rechtsanwalt und Mitglied des revolutionären Bewegungen. Er nahm aktiv am Nationalen Befreiungskampf teil. Bošković wurde während des Zweiten Weltkriegs und der Schlacht an der Sutjeska bekannt, als er dem Militärstab mitteilte, dass sie zwar zwei Drittel ihrer Kämpfer verloren hätten, aber die verbleibenden zu bewerten wären als seien sie in voller Stärke im Einsatz.

Biografie

Boskovitsch wurde am 6. Februar 1914 im Dorf Brčeli in der Nähe der Küstenstadt und des Hafens Bar geboren.[1] Ivos Vater arbeitete in den USA, während Đuro mit seiner Mutter und seinen Geschwistern, zwei Brüder und eine Schwester, in Jugoslawien blieb.

Wirken

Boskovic wurde 1933 als Schüler der Mittelschule in Montenegro Mitglied der Kommunistischen Partei Jugoslawiens (KPJ). Im selben Jahr wurde er während eines Gymnasiastenstreiks ausgezeichnet.[1] Er absolvierte die Juristische Fakultät in Belgrad und arbeitete später als Rechtsreferendar. Er kehrte 1939 auf Anweisung der Partei nach Montenegro zurück.[1] Er wurde verhaftet und zunächst nach Bar, dann nach Belgrad und schließlich nach Velika Kikinda gebracht.[1]

Teilnahme am Partisanenwiderstandsbewegung

Boskovic nahm am Volksbefreiungskampf von Beginn der Erhebung am 13. Juli an teil. Am selben Tag[1] In der gleichzeitig von den Tschetnik-Gerichten im Montenegro veröffentlichten Fahndungsliste von 84 prominenten Partisanen wurde auf ihn die hohe Belohnung von 25.000 Italienischen Lira ausgesetzt. Im Juni 1942 war er stellvertretender politischer Kommissar der 3. Einheit des 1. Bataillons der Partisaneneinheit von Lovćen,[2] die später Teil der 4. Proletarischen Brigade des Montenegros wurde. Danach wurde Djuro Politischer Kommissar der 1. Einheit des 1. Bataillons der 4. Proletarischen Brigade Montenegros.[3]

Schlacht an der Sutjeska

Djuro Bošković zeichnete sich besonders während der Schlacht an der Sutjeska aus. Sie hatten eine wichtige Position in Gorni Bari, wo sie eine große Anzahl deutscher Truppen abwehrten. Djuro ermutigte die Kämpfer, durchzuhalten.[4] Als nur noch fünfzig von ihnen am Leben waren, meldeten Boskovic und der Kommandant des Bataillons Branko Mirkovic am 8. Juni 1943 dem Hauptquartier der Brigade, dass die Deutschen angegriffen hatten, dass sie zwei Drittel ihrer Kämpfer verloren hatten und trotzdem als voll einsatzfähig zu betrachten seien.[5][6] Damals waren die Verwundeten, Marschall Tito und das Oberkommando in der Sutjeska in Gefahr, da die deutschen Streitkräfte im Begriff waren, in das Tal von Sutjeska einzudringen.[6]

Tätigkeit nach dem Krieg

Bosković trat im Februar 1945 dem Volksbefreiungsausschuss (OZNA) bei.[1] Damals waren viele illegale Tschetniks und Nedić-Anhänger in Belgrad aktiv. Er begann eine Operation, um einen gesuchten Informanten, einen Offizier der Tschetniks, einer paramilitärischen Organisation, die mit den Achsenmächten zusammengearbeitet hatte, zu verhaften. Der Kommandeur der Tschetniks plante, während der Feierlichkeiten zum 1. Mai aus Belgrad per Flugzeug zu fliehen, da er weniger Aufmerksamkeit von den Sicherheitsbehörden des neu gegründeten Staates erwartete. Die OZNA hatte diese Absichten frühzeitig entdeckt und in der Nähe des alten Flughafens von Belgrad eine Falle vorbereitet.[1] Am Abend des 1. Mai hielt Bosković ein Auto mit den Verdächtigen an, die daraufhin das Feuer eröffneten.[1] Bei diesem Feuerwechsel wurden Bosković und ein weiteres Mitglied der OZNA, Stipan Funarić, schwer verletzt.[1] Die Verdächtigen wurden in der Nacht von Mitgliedern der Sicherheitskräfte getötet.[1] Der schwer verletzte Bosković starb am 2. Mai 1945 im Krankenhaus.[1] Er wurde auf dem Heldenfriedhof der Volkshelden des Neuen Friedhofs in Belgrad beigesetzt[1] und posthum mit dem "Partisanen-Gedenk-Medaille 1941" der Nationalen Befreiungsfront Jugoslawiens ausgezeichnet, um zu würdigen, dass er sich den Reihen des Tito-Widerstands angeschlossen hatte.

Literatur

  • Vladimir Dedijer: Prilozi za biografiju Josipa Broza Tita tom II. Kultura, Belgrad 1953.
  • Zbornik dokumenata i podataka o Narodnooslobodilačkom ratu jugoslovenskih naroda, tom 3. Belgrad: Vojnoizdavački zavod. 1953.
  • Sutjeska, Zbornik radova, knjiga 5. Belgrad: Vojnoizdavački zavod. 1961.
  • Pali nepobeđeni 1944—1964. Beograd: Savezni odbor za proslavu dvadesete godišnjice službe unutrašnje bezbednosti.. 1964.
  • Četvrta proleterska crnogorska brigada Zbornik sećanja. Belgrad: Vojnoizdavački zavod. 1969.
  • Janković, Blažo (1975). Četvrta proleterska crnogorska brigada. Belgrad: Vojnoizdavački zavod.
  • Druga dalmatinska proleterska brigada. Split: Institut za historiju radničkog pokreta Dalmacije.

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l Pali nepobeđeni 1944—1964. Savezni odbor za proslavu dvadesete godišnjice službe unutrašnje bezbednosti, Belgrad 1964.
  2. Zbornik dokumenata i podataka o Narodnooslobodilačkom ratu jugoslovenskih naroda, tom 3, knjiga 4. Vojnoizdavački zavod, Belgrad 1953.
  3. Janković, Blažo: Četvrta proleterska crnogorska brigada. Vojnoizdavački zavod, Belgrad 1969.
  4. Sutjeska, Zbornik radova, knjiga 5. Vojnoizdavački zavod, Belgrad 1961.
  5. Vladimir Dedijer: Prilozi za biografiju Josipa Broza Tita tom II. Kultura, 1953.
  6. a b Druga dalmatinska proleterska brigada. Institut za historiju radničkog pokreta Dalmacije, Split 1982.